Programmatic Ads via Google in Podcasts


#1

Wisst ihr noch, als ich auf der Subscribe in meinem Vortrag skizziert habe was passiert, wenn Marketing einen Bereich für sich entdeckt? Das hier dürfte der nächste Baustein auf dem Weg zu Podcastwerbung in der “Qualität” von Radiowerbung (Kinderstimmen, Flüstern, “witzige” Dialoge, etc.) sein. Im ersten Schritt sicher nicht für den deutschen Markt relevant, aber ein deutlicher Fingerzeig. Und da diejenigen, die Programmatic Ads schalten, von möglichen negativen Hörer*innenreaktionen gar nichts mitbekommen, drückt das dann vermutlich einfach in die Podcastlandschaft rein. Vielleicht bin ich da aber auch zu pessimistisch.


#2

oh wehe was da kommt ich sehe schon das es dann so wird wie in youtube als das partner program kamm erst hebte sich die qualität und dann kammen dies assis youtuber und über müllen mit ihren content den markt.


#3

Solche dynamischen Adsysteme greifen in den USA schon seit über 3 Jahren um sich. Tatsächlich mischt da Google nicht als einziger oder erster Anbieter mit sondern ist eher spät zur Party. Und auch Deutsche Anbieter wie Kunden beteiligen sich fleißig. So kann man gelegentlich bei Podcasts von NPR oder auch vom britischen Sender BBC von deutschsprachigen Werbespots beglückt werden, einfach weil der Abruf der Episode aus Deutschland kam. War alles (leider) nur eine Frage der Zeit, lange absehbar und wird auch dadurch befeuert, dass wir Nutzer chronisch darauf beharren kostenlose Inhalte zu wollen und dafür Werbung akzeptieren.

4000 Hertz hat vor einem Jahr mal eine Umfrage zu Formatwerbung gemacht und dann stolz verkündet, über 70% ihrer Hörer stünden dem positiv gegenüber.
Projekte wie Morgenradio, die versuchen ohne Werbung profitabel zu werden schaffen es kaum genug Kunden zu finden und auch sonst ist es eher schwierig genug Support zu mobilisieren. Wer Lage der Nation oder Haus 1 fragt wird schnell feststellen, das nur ein Bruchteil der Hörer wirklich Beiträge bezahlt und der Großteil lieber die werbefinanzierte Variante nimmt.

In einer anderen Diskussion hier im Forum wurde mir dann auch mal erklärt, dass Podcastplayer, die versuchen Werbeeinblendungen auszuschneiden ein zweischneidiges Schwert seien. (sprich: besser mal nicht machen, ohne Werbung verdienen wir ja leider kein Geld… #jammer) Dabei lohnt sich die Nummer mit der Werbung im Audio sowieso nur für die ganz großen, wird aber verbreitet durch die Hoffnung der mittleren und kleinen.

Versteht mich nicht falsch - das sind alles legitime Feststellungen und Werbung ist ein legitimes Geschäftsmodell, aber gerade vor dem Hintergrund der „gib mir alles gratis“-Mentalität allerorten braucht sich dann auch keiner wundern, wenn in Werbe-Analytics und in die Ausspielsysteme investiert wird und - jawohl - das ist dann alles selbstgemacht.

Jedes mal wenn jemand mit einem alternativen System antritt beachte ich das bisher mit Interesse und drücke die Daumen. Seit gestern wirbt beispielsweise unser @eazy um Supporter auf Steady. Mal sehen wie viele seiner Fans auch bereit sind monetär beizutragen…


#4

Das sind alles richtige Punkte. Beim Rasenfunk zahlen 1% der Hörerinnen und Hörer freiwillig, von anderen Podcasts weiß ich ähnliches (und ich denke mal auch der 1% Club im Aufwachen Podcast heißt aus einem Grund so). Vom Podcasten leben zu wollen ist genauso legitim, wie dafür Werbung zu schalten.

Wenn aber große Vermarkter in den Podcastbereich reindrängen, wird das auch noch zu anderen Problemen führen: sinkende Tausender-Kontaktpreise. Ist zumindest meine Vermutung. Und dann beginnt das Wettrennen um Reichweite wie wir es im Podcastbereich manchmal schon sehen (Themenauswahl und Sendungstitel), es aber derzeit noch die Ausnahme ist.

P.S.: Danke für den Hinweis mit fyyd! Gleich mal unterstützt. We’re the one percent. We’re the one percent. :smiley:


#5

Oh nein. Ich hasse Radiowerbung, und ich hasse den Gedanken, davon jetzt automatisiert betroffen zu sein.

Aber wie @dirkprimbs richtig schreibt: selber Schuld. Ich bezahle im Moment für keinen Podcast. Ich habe mal über patreon ein paar Leute unterstützt, das bei der unsäglichen Gebührenumstellung wieder rausgenommen und selbst nach deren zurückrudern nicht wieder aktiviert. Ich bin also selber Schuld, dass ich mir Werbung anhöre.

Allerdings finde ich auch 5€ (Häufiger Preis bei Patreon etc) pro Podcast und Monat einen krassen Preis, den man sich erstmal leisten können muss, erst recht wenn man vielen PodcasterInnen Wertschätzung zukommen lassen möchte. Ein gutes System wäre ja, wenn ich zum Beispiel 15 EUR im Monat dem Bereich Internetkultur zukommen lasse, indem ich dynamisch auf Buttons bei den Produzenten klicke, oder mein Player das automatisch macht, und die 15 EUR werden dann aufgeteilt, zum Beispiel gleichmäßig bei allen, die ich geflat… äh geklickt habe. Aber so ein System wirds wohl nie geben :frowning:

Auf der anderen Seite hat der Werbeboom ja was gutes: Radio-like Werbung erhöht den Leidensdruck so ungemein, dass ich jede Möglichkeit zur Absolution durch Bezahlung in Kauf nehmen würde, um den Sirenen und Gebrülle aus Audiospots zu entgehen.
(ich guck jetzt mal bei steady, wen ich da unterstützen könnte, für mein gewissen.)


#6

Ich bin mir sicher, dass den meisten auch kleine Beträge willkommener wären als gar nichts. Stell dir vor du gäbst jedem deiner finanziell Unterstützung suchenden Lieblingspodcaster einen Kaffee im Monat aus. Mach das per Überweisung und gut. Vermutlich bleiben deine Gesamtkosten unter denen einer Kinokarte… Ist nicht dasselbe wie gratis und natürlich gibt es Leute, die jeden Cent umdrehen müssen. Aber das trifft doch sicher nicht auf alle zu? Würden alle, die können auch beitragen, bräuchten wir keine anderen Modelle.


#7

oh eine kaffe da würde ich nicht nein sagen den meine kosten für das hobby belaufen sich auf die kosten eines kaffees den man unterwegs sich gönnt.

alles andere wäre Luxus


#8

Ähnlich jetzt auch Podbean: