Podcoin bezahlt die Hörer


#1

Tach allerseits,

Podcoin ist ein Player für iOS und Android, der die Hörer bezahlt. Die app-eigene Währung heißt auch Podcoin. Laut dem FAQ wollen sie die gesamte Abspielzeit von Podcasts erhöhen, wie Spotify das bei Musik getan hat.

Die Idee ist wohl, dass die Hörer den Player eben deshalb verwenden, weil das Abspielen der Podcasts dort bezahlt wird. Das dafür nötige Geld kommt von den Produzenten (bzw. indirekt von den Werbern), die sich die Aufmerksamkeit der Hörer kaufen, z. B. über eine besser als normale Bezahlung der Hörer für das Abspielen des eigenen Podcasts. Dieses Modell führt doch vermutlich dazu, dass verstärkt Aufmerksamkeit auf Podcasts geleitet wird, die viel Werbung schalten und somit gut mit Werbegeldern ausgestattet sind.

Was haltet ihr davon? Funktioniert das? Würdet ihr den Player als Hörer verwenden, einfach um die Bezahlung mitzunehmen? Würdet ihr als Produzenten diesen Dienst verwenden?

Beste Grüße,
Micha

PS: In Episode 17 des Pessimists Archive Podcast wird Podcoin beworben.


#2

Hab ich das richtig verstanden?

Tl;dr
Ich soll jemanden bezahlen, der Hörer bezahlt, damit sie meinen Podcast hören, damit ich mehr Hörer habe, damit ich besser Werbung verkaufen kann.

Ich möchte meine Partner nicht betrügen, denn die bezahlen mich ggf. Damit sie ein Publikum erreichen, dass sich für ihr Produkt interessiert. Damit scheidet so ein Modell aus.


#3

Das ist im Grunde das Geschäftsmodell von payback, oder?


#4

Anscheinend interessieren sie sich gar nicht für die Podcast-Ersteller (sie bieten keinen finanziellen Anreiz, sondern nur Statistiken und “Exposure” und wollen dafür dann auch noch Geld sehen). Schade eigentlich. Fände den umgekehrten Weg viel interessanter, ähnlich wie das Brave-Browser Modell (das auch ein wenig mit Flattr verwandt ist). Als User kann man sich entscheiden, ob man sich Werbung reinzieht und dafür Kryptowährung erhält - diese wird dann an die meistbesuchten Webseiten weitergegeben. Wenn man keine Werbung will, kann man diese Währung auch käuflich erwerben. Fände ich für ne Podcast App auch ganz cool.


#5

Zumindest verstehe ich das so.


#6

Ja, das ist ähnlich wie Payback. In beiden Fällen werden auch Daten über das Kundenverhalten gehandelt.


#7

Diese bewusste Entscheidung darüber, ob man sich als Benutzer von Podcoin Werbung anhören möchte, gibt es wohl nicht. Man kann wohl auch nicht wirklich entscheiden, welche Produzenten man wie sehr unterstützen möchte. Man kann lediglich entscheiden, welche Podcasts man sich anhört, und für manche Podcasts wird man besser bezahlt als für andere.


#8

Ja und zwar indem man sich als Mittelmann den keiner braucht positioniert und die Nutzer mit Centbeträgen abspeist.


#9

source


#10

Ich entnehme dem GIF mal, dass du die Idee nicht so toll findest. Möchtest du uns auch erläutern, weshalb?

Edit: Sorry, die Frage war eigentlich an den @kai gerichtet.


#11

Gegenfrage: Wie komme ich an das Geld? Im FAQ steht einfach nur:

Podcoin can be redeemed for cash rewards.

Aber wie genau?


#12

Die Podcoins werden in Form von Amazon- oder Starbucks-Gutscheinen ausbezahlt, auf Wunsch auch an einen wohltätigen Zweck.

So wird es zumindest in der Episode von Pessimists Archive erläutert, beginnend bei 7:55.


#13

Hm, das ist aber kein cash. :confused:


#14

Naja, Amazon Gutscheine sind praktisch dasselbe.


#15

Payback… Hmm. Dass ich darauf noch nicht gekommen bin.
Die kann man ja direkt auf ein Bankkonto überweisen lassen.

Ob ich meine Hörer dazu anstifte, Ihre Payback-Punkte zu “spenden”?


#16

Wenn du schonmal deine Einkäufe aus dem Supermarkt in der dritten aufgesuchten Paketstation wiedergefunden hast, nachdem du an der Kasse cash bezahlt hattest, würde ich zustimmen.


#17

Ich bin zu müde um das jetzt zu verstehen…
Mein Punkt ist eher: Du kannst mit Amazon Gutscheinen einkaufen als wären sie Bargeld und wenn Du wirklich willst könntest Du die auch gegen Cash weiterverkaufen und damit umtauschen.


#18

Bargeld ist im Wesentlichen das Geld (Tauschmittel), das außerhalb des Internets (z. B. auf dem Wochenmarkt) die maximale Liquidität aufweist, weil es einfacher als anderes Geld gegen Güter eingetauscht werden kann. Im Internet ist Fiatgeld (z. B. das Guthaben auf dem Giro-/PayPal-Konto oder eine Kryptowährung) allerdings liquider als Bargeld, weil das Bargeld eben nicht ohne Weiteres eingetauscht werden kann.

Streng genommen ist “cash” nicht ganz korrekt. Außerdem ist die Bezeichnung nicht einmal im Interesse von Podcoin, weil ihre Hörer wahrscheinlich gar nicht in bar bezahlt werden möchten.

Die Liquidität von Amazon-Gutscheinen ist m. E. gegenüber Fiatgeld nur dadurch begrenzt, dass die Gutscheine (fast) nur bei Amazon eingesetzt werden können.


#19

Also davon bin ich ausgegangen. Deshalb sind die für mich auch wertlos. Ich könnte sie höchstens weiterverschenken. Weiterverkaufen lohnt vermutlich den Aufwand nicht.

Das ist freilich nicht der Grund, warum ich den Dienst sicherlich nicht nutzen werde. Aber wollte ich ihn nutzen, um mit dem Hören von Podcasts “Geld zu verdienen”, würde es an der Bezahlform scheitern.