Podcast-Mikrofon: Shure PG42 vs. Rode NT-USB (Kaufentscheidungshilfe)


#21

Das mag jetzt vielleicht arrogant oder komisch klingen, aber ich benötige das Radio-Feeling. Podcasten soll nicht nur reine Informationsvermittlung sein, sondern auch Spaß machen. Man soll Freude daran haben. Ob man damit Geld verdient ist fraglich, deshalb sollte man vorerst davon ausgehen, dass es ein unentgeltliches Hobby ist. Eine Freizeitaktivität. Aus diesem Grund kommt ein Headset auf gar keinen Fall in Frage. Mag sein, dass es im Low-Budget-Bereich die beste Qualität liefert, aber das kann mir keine Freude bereiten.

Ich brauch die coole Spinne und das Gelenkarmstativ. Erst durch dieses Anblick vor meinem Gesicht komme ich so richtig in Fahrt, da krieg ich Bock und das färbt natürlich auch auf meine Stimme ab. Wenn man gerade Spaß an der Sache hat und Bock.

Dieses Rode Reporter oder auch ein Headset würde mir dieses Feeling nicht verschaffen. Das Rode Procaster sieht noch echt cool aus, aber ich verstehe, dass es nicht geht preislich, weil eine Gainverstärkung nötig ist. Auch das Zoom H6, da komme ich nicht in Fahrt. Ich brauche eben diese Spinne und das Gelenkarmstativ für die Psyche.

Mein Problem ist, dass ich mir kaum vorstellen kann, dass ein Mikrofon wie das Sennheiser e835 für 85€ bessere Ergebnisse liefern soll wie ein USB-Mikrofon a la Rode Podcaster. Das geht mir als Laie so schwer in den Kopf, weil es nach einem absoluten Live-Mikrofon für irgendwelche Konzerte aussieht und nicht nach einem Mikrofon, welches perfekt für die Sprachausgabe geeignet ist.


#22

Ok, gut zu wissen. Das hatten wir hier noch nicht oft - macht die Sache aber spannender! :sweat_smile:
Trotzdem: Das mit dem mobilen Einsatz wäre damit dann beerdigt?

Vorweg: Für Radio-Feeling braucht man sowieso Drehregler an 'nem Interface etc. Das gibt’s bei USB-Mikrofonen nicht wirklich.

Vor ein paar Jahren hätte ich noch das Gleiche gesagt. Ich verstehe deinen Gedankengang völlig. Das e835 liefert gute Ergebnisse, weil es in den akustischen Situationen glänzt, in denen Studio-Mikrofone ungeeignet sind. Das sind oft eben die Situationen, mit denen wir normal-sterblichen Podcaster konfrontiert sind (= schlecht klingende Räume). Dafür nutzt in einem Tonstudio (fast) niemand ein e835. Zudem ist das e835 (als eines der wenigen seiner Art) an normalen Interfaces betreibbar ohne Zusatzhardware.
Wichtig zu erkennen ist, dass jedes Mikrofon nur in der dafür gedachten Situation gut ist. In der nächsten Situation wird ein anderes Mikrofon benötigt.
Im Zweifelsfall lässt dich Thomann die Mikros testen, vergleichen und zurückschicken.

Spinnen gibt’s auch für diese Mikrofone, obwohl sie wohl weniger gebraucht werden.
Wenn Du’s fürs Feeling teuer brauchst, gibts natürlich noch das e935. Das ist teurer als das Rode Procaster - dann muss es ja besser sein. :wink:

Zudem bräuchtest Du dann noch einen radio-mässigen KH, da winkt der DT 770. Für echtes Feeling natürlich nur mit 250 Ohm an entsprechendem Interface. 140€ weg… (Aber gut ist der schon.)


#23

Ich möchte hier auf gar keinen Fall deine Kompetenz (oder die Kompetenz anderer) angreifen. Auf gar keinen Fall. Ich bin sehr dankbar für die Hilfestellung und ich merke, dass hier natürlich viel mehr Fachwissen geboten wird als ich als Laie habe. Ich will nur mal meine subjektive Meinung zum Besten geben.

Ich verstehe, dass ein Großmembran-Kondensatormikrofon nicht die beste Wahl ist, weil es die Umgebungsgeräusche einfängt. Weshalb zum Beispiel ein „Rode NT-1A“ mit externem Interface nicht so geeignet für mich ist. Verstehe ich. Lüfter Geräusche vom Computer. Eventuell Störgeräusche von draußen, trotz geschlossener Fenster. Dann natürlich der akustische Raumhall.

Ich verstehe das! Rein aus der logischen Perspektive verstehe ich das. Nur wenn ich mir ein paar Audio-Examples anhöre von „Großmembran-Kondensatormikrofonen“ vs. „Dynamischen Großmembranmikrofonen“… dann klingen die Kondensatormikrofone jedes Mal besser. Auch in 0815-Tests ohne Studioumgebung. Sie klingen schön. Sie klingen qualitativ hochwertig. Die Stimmen wirken rund.

Sobald ich mir ein paar Examples anhöre von dynamischen Großmembranmikrofonen, finde ich nicht, dass sie sich professionell anhören. Das “Shure SM58” oder “Sennheiser E 835” klingen in Youtube-Tests & Co so … so… ich finde die Worte nicht? Ungerechtfertigt?

WIE GESAGT ICH VERSTEHE DIE GRÜNDE!!! Wirklich.

Nur wenn ich mir die Qualität eines Kondensatormikrofons anhöre, dann fällt es mir schwer den gleichen Preis (oder sogar mehr) für ein dynamisches Großmembranmikrofon auszugeben, obwohl das subjektiv so extrem beschissener klingt? ^^

Vielleicht ist Youtube auch nicht die beste Quelle, weil die Tonqualität runtergerendert wird (usw. / usw.), aber irgendwie wirken die alle so extrem billig vom Sound.


#24

Nun gut. Dann scheinst Du deine Meinung schon sehr gefestigt zu haben. Unsere Versuche, dich umzustimmen, sind gescheitert.
Dann bleibt dir nur, dich auf dein Bauchgefühl zu verlassen und zu bestellen, was dir gefällt. Viel Spass beim Podcasten!


#25

Nicht vorstellen - testen! Siehe auch die Direktvergleiche


Test: Headsets und Mikrofone im Direktvergleich
#26

Leider schreibst Du nicht, wofür das Equipment genau brauchst, aber egal. Wg. der Flexibilität würde ich dir auf jeden Fall zu einem XLR Set mit einem USB Interface raten. Noch mal mein Tipp: Lass Dir die Mikrofone im Fachhandel mal zeigen und vorführen. Die machen das in der Regel.

Hier also mein Vorschlag:
je nach dem wie viele Anschlüsse Du brauchst entweder
Steinberg UR 22 ca 125,-
oder
UR 12 ca 92,-
Ob Du das gleiche von Focusrite nehmen willst, ist nur eine Sache des Budget. Beide Firmen liefern hervorragende Vorverstärker und Wandler. Ich sehe nicht ein, einen Cent mehr für die gleiche Leistung zu zahlen.

Mikrofon:
MXL 2006 oder 770 beide ca 90,- beide haben schon eine sehr gute Spinne.

Für einen guten Gelenkarm musste ca 80 Euro ausgeben, der von Rode scheint mir ganz ok zu sein. Ich würde eher zu K&M greifen, aber das ist egal. Kosten das gleiche.

Dann wären wir bei ca 262,- Euro ohne Kabel und Popschutz, den Du auf jeden Fall für ein Großmembran brauchst. Evtl. kommen wir also mit 300 Euro hin.

Wie sich das MXL anhört, kannst Du in meinem Podcast (ESC Schnack) anhören.

Denk daran, bei Großmembranmics brauchst Du auf jeden Fall einen sehr ruhigen Raum, weil die Dinger alles aufnehmen, und sei es nur die Blähungen einer Fliege :wink:


#27

Na, da ist die Diskussion ja dann doch mal so richtig aus dem Ruder gelaufen. Ich begrüße das durchaus, weil sich so neue Perspektiven eröffnen.

Aus diesem Grund habe ich dort einen aktuellen Vergleichstest (Røde M3 vs. Sennheiser e 835s) eingestellt.
Ich fand den Vergleich im anderen Thread besser aufgehoben.

Warum diese beiden Mikrofone?

  • Das Sennheiser e 835 ist unter den kabelgebundenen - dynamischen - Handhelds eines der leistungsfähigsten und klanglich transparenteren Mikrofone mit einem sensationellen Preis-/Leistungsverhältnis.

  • Das Røde M3 ist ein äußerst günstiges und flexibles Kondensatormikrofon mit einer ¾"-Membran, das dem AKG C1000s nacheifert, meiner Meinung nach aber etwas funktioneller ist.

Beide operieren aktuell im Bereich bis 100 Euro. Man sollte die schwankenden Preise immer wieder mal überprüfen. Beide haben vor nicht allzu langer Zeit sogar nur 79 € gekostet; Sennheiser kratzte dann auch mal an der 100-Euro-Marke und scheint gerade wieder einen Rückzieher zu machen, während das M3 im gleichen Zeitraum laufend teurer zu werden schien. Auch der Gebrauchtmarkt ist höchst interessant.

Aufgenommen wurden sie mit einem Zoom H5 als Audio-Interface, um der Podcaster-Szene gerecht zu werden. Normalerweise würde ich mein Steinberg UR nutzen (das im übrigen eine Focusrite Scarlett ersetzt hat!).

“rund” im Sinne von “gefärbt” oder “frequenzoptimiert”?
Grundsätzlich gilt: Je größer die Membran, desto träger schwingt sie. Okay, das ist jetzt theoretische Physik. Und im dynamischen Mikrofon entsteht die Spannung durch die Schwingung der Mebran im Magnetfeld. Das Kondensatormikrofon holt sich die Spannungsunterschiede aus der Differenz zum vorgespeisten Feld. Natürlich kannst Du da mehr Ausdifferenzierung herausholen.

Aber nochmals: Es muss zu Dir passen.
Meine Stimmlage ist Bariton (nach dem Aufstehen mit einem verdächtig hohen Bassanteil - also unfachmännisch “tiefer Bariton”) - wobei ich, wenn ich mich in Rage rede, sehr schnell in der Tonleiter nach oben klettere. Da sind schon einige Großmembraner an mir verzweifelt.
Ginge es nur ums Sprechen (Off-Texte, Voice-Over, Nachrichten etc.): Ja, das würde was mit dem Großmembran-Kondensator. Interaktiv hingegen, oder auch leidenschaftlich, erzählend, im Wechsel zwischen fordernd und nachdenklich etc.: Schwierig - zumindest mit mir.

Sollte ich irgendwann mal wieder einen Kondensator-Großmembraner testweise ansprechen, wird es voraussichtlich ein Neumann TLM sein. Aber da operiere ich momentan noch nicht in der richtigen “Portokassen-Klasse”.

Ich hatte auch mal so ein Video am Start - und habe es wieder gelöscht.
Ein Kommentator schrieb mir dazu, akustische Vergleiche auf YT hätten nur dann Taug, wenn man sie als HD-Video hochladen würde. Das habe ich zwar nicht mehr überprüft, wäre aber mit YT als Referenz generell eher zurückhaltend.

Siehe oben.
Du weißt allerdings auch nie, ob und wie die Videos vor dem Upload bearbeitet wurden, was das für Einflüsse auf die Tonqualität hatte usw. usf.
Ich bin selber manchmal erschreckt, wie beschissen manche “Ratgeber” ihre Videos produzieren.

Au weia. :worried:
Ja, ich lasse Dir Deinen Spaß, aber - aus der Erfahrung heraus - da folgst Du einem Irrweg. Du wirst es selber noch merken, bis dahin lasse ich Dich einfach mal toben.

Aber ich gebe Dir einen Denkanstoß mit: Betrachte mein Avatar.
Na gut, hier noch mal in groß (Quelle, mit Beschreibung unter dem Foto):

Es ist, streng genommen, vollkommen übertrieben, dieses Mikrofon in eine Spinne zu hängen (weil die Mikrofonklammern von Røde ihre Mikrofone wirklich festhalten - auch kopfüber, was ich so manchem Ersatz- und Billigteil nicht zutraue). Aber so wie hier gezeigt könnte man doch dieses Feeling, das den Bock in Dir weckt, erzeugen.
Nicht?
Autsch.
Weltweit finden Broadcast-Mikrofone in Spinnen Anwendung, die axial angesprochen werden:

  • AT BP40
  • EV RE20 / RE27 / RE320
  • Røde Procaster / Broadcaster (und auch das Podcaster)
  • Shure SM 7 B

… um auf die Schnelle die populärsten zu nennen.
Wenn Du nun immer noch auf der Optik des hängenden Großmembraners bestehst, kann ich nichts mehr für Dich tun und muss Deine Wünsche in die Rubrik “Fetisch” weiterleiten. Dieser sei Dir unbenommen, bringt Dich produktiv im konkreten Fall aber leider nicht mehr weiter.

Doch erst einmal wünsche ich Dir - und allen anderen natürlich auch - viel Spaß mit den im anderen Thread hinterlegten und verlinkten Hörproben für die Mikrofone einer anderen Preisklasse.


#28

Déjà-vu:


Zitat “DJ Rewerb”:

[quote]Halte dich nicht zu lange mit dem idealen Equipment auf.
Krame lieber dein altes Gameing-Headset aus der Schublade und fange an zu Podcasten.
Dein Equipment kannst du später immer noch hochrüsten. Bis dahin lässt du die Audiodatei mit Auphonic.com “schön rechnen”.[/quote]
:joy: