Outdoor Stereo, 80% Mono Downmix möglich?

Ich habe heute eine Episode Kiezradio angehört: http://www.kiezradio.org/kr007/

Dort wird Outdoor mit Stereo aufgezeichnet. Ich finde das ist super toll für die Atmo, macht aber das Hören der Sprecher schwierig. Gerade wenn sie sich vor dem Mikro bewegen. Empfindet ihr das auch so?

@chgrasse Hast du dich bewusst für Stereo entschieden?

Ich selbst habe dafür einfach immer einen kompletten Mono Downmix gemacht.

Nun zur Frage: Kann man den Mono-Downmix auch nur so 80% machen? So dass man immer noch Stereo hat, aber die Sounds trotzdem sehr viel zentrierter werden und dieses hin und her zwischen links und rechts deutlich abnimmt?

Mit Panoramareglern kannst du machen, was dir gefällt - da gibt es keine Regulierung. :wink:

Wenn es um die technische Umsetzung gehen sollte:
Nutze in deiner Software für den Mix zwei Monospuren statt eine Stereospur. Dann kannst du mit den Panoramareglern bestimmen, wie weit der Mix in die Mitte gelegt werden soll.

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Zum “monofizieren” kannst Du einen Mono-Bus (oder Spur) erzeugen, in die das Stereo-Signal weitergeleitet/gemischt wird.

Damit hast Du eine “breite”, Original-Stereospur und eine Mono-Monospur.
In den Master pegelst Du jetzt so viel von Mono und Stereo zusammen, dass sich das Ganze zentrierter aber nicht mono anhört.

Das Ganze gibt es (je nach System) auch als Effekt. Unter Ardour (Linux) z.B. im Calf Stereo-Plugin. Da kann man dann die Stereobreite nachträglich ganz bequem zusammenschrauben oder auseinanderdrehen. Macht intern im Endeffekt aber auch nichts anderes, als das oben beschriebene.

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Ich würde hier ein DR-40 oder Zoom H4n/H6 empfehlen, mit Stereo-Mikrofon und Anschluss für ein weiteres Mikro, mit dem man Mono die Stimmen aufnimmt.

Habe bereits ein h4n. Möchte aber mit den Einstellungen so hinkommen, dass ich nicht noch ein zusätzliches Mikro brauche.

Hi das geht in den meisten Fällen analog recht einfach:

  • X Stellung wird die Atmo leiser und die Stimmen lauter.
  • U Stellung wird beides sin polar aufgezeichnet, will man weniger haben.
  • V Stellung ist für das eher nicht geeignet, da die Transversalen Frequenzen zu stark sind und eher an “Quadrophonie im Kopf” den Hörer verwirren.

Im Mastering - da gibt es mehrere Tricks um da was zu ändern:

  • die einfache Variante - Frequenzabgleich: einfach den in der Mischung enthaltenen hohen Fequenzen “killen” und in den Bässe stauchen. Leichte Dämpfung der mitten in den Sprachsegmenten - Dann zu Auphonic damit und du wirst merken das passt sehr viel besser besser :wink:

  • die meist richtige Variante aber mit viel Wissen: im Spelling kannst Du das Thresholding aufblähen bis sich im eigenen Frequenzband die gleichen Muster des Backrounds wiederholen. (Wellen Addieren sich) Dabei den Gate den Channelstrips nach unten ziehen bis fast nix mehr kommt. Mit nem zusätzlichen Gater nun die höhen mitten bis zur doppelten Varietät des UAds des Outputs schleifen und in einen Channel in den UA (im Eingang) über nen Kompressor hiefen. Feintuning… -> Danach einfach wieder hochdrehen und worla: Background ist gedämpft und die Stimmen sind klar und deutlich im Stereo - jetzt noch umleiten für dein Mixout und Höhenkorektur damit du im Master nicht den Endpegel setzen must (der sollte ja nicht verändert werden) und fertig ist der Lack.

Es gibt da noch weitere, jedoch ist das schwer zu erklären so etwas ohne hier und da mit Fachchinesisch zu kommen. Müssten wir mal im Workshop machen und zeigen. Ist aber alles keine “große” Well :slight_smile:

Nochmal nachgefragt: ich hatte die ursprüngliche Frage so verstanden, dass die Atmo 100% Stereo erhalten bleiben soll in voller Lautstärke, alle Stimmen aber der besseren Verständlichkeit wegen eher Mono werden sollen?

Ich denke das ist nur mit einem extra Mikrophon für Stimmen möglich.

Was ich wollte, habe ich durch das hier erreicht:

Einfach die zwei Stereo Kanäle mehr zur Mitte ziehen.

Darunter leidet aber eben auch das Ambient-Stereo. Ich hätte mal Folgendes versucht:

L/R als separate Mono-Spuren, wie beschreiben, aber maximal L/R zugeordnet lassen und nicht zusammenmischen. Dann beide in der DAW mit einem Send versehen auf eine dritte, neue Mono-Spur die wiederum exakt in der Mitte positioniert wird. Auf der mit einem guten EQ einen extremen Hi/Lo-Pass Filter setzen, dass nur das für menschliche Stimme relevante Frequenzspektrum durch kommt. Auf dieser Mittenspur ist dann gar kein Ambient mehr sondern eher dumpf/trötig klingende Sprache. Diese dritte Spur dann komplett runterregeln und so lange wieder hochziehen, bis sie zwar die Verständlichkeit der Sprache ausreichend unterstützt, jedoch nicht zu sehr artifiziell klingt.

Ah! Es hilft, wenn man ab und zu mal herumprobiert: in Ardour braucht man nicht mal ein Plugin, sondern man kann bei Stereospuren die Breite einfach verschieben - auch asymmetrisch (hier bei der rechten Spur).

Das ist tatsächlich die Lösung mit dem geringsten Aufwand!