Neue GEMA Regeln seit dem 14/05/20?

Ich wollte gerade meine Lizenz verlängern für unseren Podcast (was übrigens nicht geht, da die GEMA den Shop immer noch auf 5 % MwSt. umstellen) und habe mich in dem Zusammenhang noch mal umgeschaut. Dabei viel mir die „neue“ Podcastseite auf. So wie ich es sehe, gibt es wohl seit Mitte Mai ein neues Vergütungssystem:

https://www.gema.de/musiknutzer/musik-lizenzieren/podcasting/

Habe ich bis her bis zu 5 Werken des GEMA-Repertoires je Lizenzmonat 10 Euro bezahlt. Wären das jetzt im Schnitt 20-3 Euro pro Monat. Bei einer überschlagenen Durchschnittslänge von 4-6 Minuten. Oder verstehe ich die Liste falsch?

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Hm, spannende Liste.

Gut finde ich, dass es nun für den Einzelpodcast günstiger geworden ist, Musik einzubauen (startend ab 5 EUR/Monat).

Nicht so schön ist, dass sich weiterhin die sogenannten „Musikminuten“ aufsummieren auf alle verfügbaren Podcast-Episoden: Nutzt man pro Episode 20 Sekunden GEMA-Material und erscheint 2x/Monat, ist man bei einem Podcastalter von 5 Jahren schon bei 20 Sekunden x 2 Episoden/Monat x 12 Monate x 5Jahre = 2.400 Sekunden oder 40 Musikminuten und somit bei 200 EUR/Monat (1 Musikminute = 5 EUR).

Um deine Frage zu beantworten: Wenn du 4-6 Minuten GEMA-Material im Podcast hast, zahlst du bei <10.000 DLs über alle Episoden 25-30 EUR. Je nach Erscheinungsrhythmus summieren sich die Musikminuten auf und somit auch die Preise.

Das dachte ich auch erst. ABER

Die zugrunde zu legende Anzahl an Musikminuten wird dabei ermittelt als die durchschnittliche Zahl der Musikminuten aller abrufbaren Episoden des Podcasts, inklusive der für den jeweiligen Monat neu hinzugekommenen

Wenn ich also 10 Folgenden habe, mit 00:00, 01:23, 05:52, 06:01, 00:00, 12:13, 02:12, 00:00, 08:15 und 06:10 Minuten, habe ich eine Durchschnittliche Zahl der Musikminuten von 04:12

Dazu muss ich dann auch noch ausrechnen, wie viel davon Text over Musik ist und diesen Werten abziehen, halbieren und drauf rechnen.

Ein interessanter Aspekt.
Ich glaube, so ist das nicht zu verstehen. Das hieße ja, dass man auch inhaltslose Dummysendungen produzieren könnte, um so den Schnitt zu drücken.

Ganz plakativ gesagt: Ich könnte nach der Lesart in einem Yoga-Podcast einmal pro Monat eine Stunde GEMA-Musik spielen und an den restlichen Tagen täglich einen Podcasts mit 5 Minuten Stille erstellen. Das würde die Musikminuten auf 60/30 = 2 Minuten drücken. Und wenn ich gar 2x am Tag mit Stille-Podcasts rauskomme, drücke ich den Schnitt auf 1 Minute?
Das kann so nicht gemeint sein.

Ich lese das so, dass die Musikminuten auf die Sendungen mit GEMA-Musik bezieht. Ich habe mal deine Sendungen aufsummiert und komme auf 06:01 Minuten. Dies entspricht bei weniger als 10.000 Downloads / Monat 35 EUR pro Monat.

Die Musikminuten beziehen sich ausschließlich auf die Musik, für die die GEMA die Lizenzgebühren eintreibt.

Die GEMA hat den neuen Tarif letzten Monat auf dem Audiocamp der LfM im Detail vorgestellt. Euer Rechenbeispiel würde funktionieren, aber sowas ist sicherlich im Kleingedruckten ausgeschlossen. Wendet euch im Zweifel an die GEMA, die Mitarbeiter, die für diesen Tarif zuständig sind, waren auf dem Audiocamp sehr an Feedback etc. interessiert.

Gibts nen Mitschnitt vom AudioCamp und der Vorstellung der Gema-Tarife?

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Leider gab es generell keine Sessionaufzeichnungen.

Seufz. Mittelalter. :confused:

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Ich tendiere dazu, dass diese Interpretation stimmt. Ich habe der GEMA gerade mal eine Mail mit der konkreten Frage geschickt, bis zur Beantwortung formuliert die automatische Antwort das noch mal etwas anders und vielleicht klarer:

"Die Vergütung berechnet sich auf Basis der Musikminuten, die Sie durchschnittlich pro Episode verwenden, und der durchschnittlichen Abrufe des Podcasts pro Monat.

So kostet beispielsweise ein Podcast mit durchschnittlich bis zu 1 Minute Musik und bis zu 10.000 Abrufen monatlich 5 € netto zzgl. der gesetzlichen MwSt."

Von daher wäre meine Lesart: Ja, Folgen ohne Musik drücken den Schnitt. Sobald ich eine Antwort erhalte, poste ich die hier – es sei denn, jemand ist schneller :slight_smile:

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Noch keine Antwort, aber iRights hat einen Artikel dazu verfasst (mit dem EINZIGEN offiziell freigegeben Symbolbild für das Thema Podcast!).
Der Artikel löst aus meiner Sicht unser Problem nicht, weil in deren Beispiel ein Podcast mit vier Folgen angenommen wird, der in jeder Folge Musik hat. Aber lest gerne selbst :slight_smile:

Danke für den Artikel. Ich verstehe ihn aber nicht

Ein Podcast hat zum Meldezeitpunkt vier Folgen. Generell wird nur wenig Musik eingesetzt: pro Episode eineinhalb Minuten Musik ohne Sprachanteil sowie jeweils ein 30-sekündiges Jingle zu Beginn und Ende, auf das zusätzlich Begrüßung und Verabschiedung gesprochen werden. Insgesamt zählen pro Episode also zwei Musikminuten.

In seiner Gesamtheit von vier Episoden mit jeweils zwei Musikminuten verwendet der Podcast also acht Minuten Musik. Bei maximal 10.000 monatlichen Abrufen würden diese acht Musikminuten mit 40 EUR zu Buche schlagen. Steigen die monatlichen Abrufe auf bis zu 40.000, würden die acht Musikminuten 160 EUR kosten.

Hier wird die Gesamtspieldauer genommen und eben NICHT die durchschnittliche Musikdauer. Diese wäre bei jeder Folge 2 Minuten. Was monatlich „nur“ 15,00 EUR + MwSt. ausmacht.

Fun Fact:
1,5 Minuten Musik + (2 x 30 sek. VoiceOver) / 2 = 3 Minuten bei der Gema

Für uns war es das. Ich habe auf diese Spielchen keine Lust mehr. Wir hatten am Ende immer ein Outro-Lied. Das schneiden wir bei den 10 Folgen (wo sie drin sind) raus und das war es. Dafür können wir die Podcast auch noch auf YT laden.

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:joy: Geht mir ähnlich.

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Ich würd Dir recht geben hier.
Der Lizenzshop ist jetzt online, und der Tooltipp bestätigt das für mich eigentlich:
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