Mobiler Podcast-Setup, Hosting, Feed-Hoheit und Last/Performance


#1

Hallo allerseits,

nachdem ich bereits for etwa 10-12 Jahren ein Podcast unterhalten habe, lässt mich die Entwicklung der letzten Jahre doch wieder darüber nachdenken, ein ähnliches Projekt zu starten.

Die Idee diesmal: Aufgrund einer Weltreise soll das Setup vollständig mobil über mein iPad steuerbar und abbildbar sein. Einen Laptop möchte ich nicht mitnehmen.

Der erste Teil des Workflows steht auch schon:

  • Aufnahme und Schnitt via iPad (z.B. mit Garageband)
  • Anschließend: Speicherung in Dropbox
  • Anschließend: Auphonic (via Dropbox) zur Qualitätsoptimierung, Metadaten-Anreicherung und Hinterlegung von Intro und Outro

Wie findet ihr dies soweit? Gibt es Anmerkungen, Verbesserungsvorschläge oder Apps-/Servicetipps für diesen Use-Case?

Nun stelle ich mir die Frage: Was danach? Wo stelle ich meinen Feed und meine Podcast-Dateien zur Verfügung? Ein Webspace existiert, ein Wordpress könnte ich installieren. Ich hätte aber ein bisschen Angst und Sorge, dass - entsprechender Erfolg vorausgesetzt - mein Webspace irgendwann unter der Last von Feed- oder Dateizugriffen überlastet ist. Dies würden Webhoster zur Abschaltung zwingen - was tödlich für andere Projekte wäre, die auf dem Webspace liegen. Und ehrlicherweise: Darum will man sich dann nicht kümmern, wenn man ohne Laptop “on the road” ist.

Nun gibt es ja einige Podhoster, allerdings gibt man in diesem Moment ja die Feed-URL zu einem Anbieter. Existiert dieser eines Tages nicht mehr oder möchte man den Anbieter wechseln, ist der Feed nicht erreichbar. Außerdem würde ich mir durch die neusten DSGVO-Anforderungen eigentlich wünschen, alle Tools und Instrumente selbst in der Hand zu haben.

Daraus ergeben sich folgende Fragen:

  1. Wo tritt das Lastproblem überhaupt auf - nur bei den Podcast-Dateien oder auch beim Feed? Was sollte man “outsourcen”?
  2. Ist es möglich einen Feed auf dem eigenen Webspace liegen zu haben, der auf einen fremden Podcast-Feed redirectet (oder den eigentlichen Feed embedded), sodass man die Hoheit über die Feedadresse behält? Oder: Kann man mit Podlove auch externe Dateien auf anderen Servern einbinden / bereitstellen, sodass man den Feed ebenfalls selbst generiert?
  3. Wo sollte man Podcast-Episoden hosten? Full-Service-Podcast-Anbieter oder lieber Wordpress / Feed auf eigener Seite und nur das Hosting der Dateien auslagern?
  4. Wie stelle ich sicher, dass der Workflow weiterhin so gut funktioniert, z.B. indem Auphonic die Datei per FTP direkt weiterreichen kann.

Ich freue mich auf eure Anmerkungen und Vorschläge!

Beste Grüße,
David


#2

Moin.

Dein Aufnahmesetup wird so ähnlich (mit kleinen Abwandlungen beim Recording) von sehr vielen Podcaster*nnen genutzt und ist sehr gut. Lastspitzen entstehen beim Zugriff auf das Wordpress (das den Feed erstellt) und auf den Fileserver (der die Downloads verwaltet). Letzteres könntest Du locker z.B. zu Podseed auslagern, für ersteres gibt es bisher noch keine Lösung. So viele Zugriffe, dass Dein Hoster abschaltet entstehen m.W. aber auch erst bei fünfstelligen Downloadzahlen. Du kannst bei Auphonic beliebige FTP-Accounts einrichten, an die die Audios ausgeliefert werden. Beliebig im Sinne von “Du bist nicht an Deinen eigenen Server gebunden”. Ob Du an einen oder 10 Server auslieferst, ob das Youtube oder Dropbox oder Archive-org dabei sind, spielt alles keine Rolle. EInmal einrichten und fertig.

Selber hosten macht ein wenig mehr Arbeit, auslagern (z.B. zu Podigee, die auch gleich das BLog dazu liefern und eine Auphonic-Schnittstelle haben) kostet etwas mehr. Bleiben Deine Prioritäten.


#3

Hi @schaarsen,

danke für deine Rückmeldung. Dann bin ich ja auf einem guten Weg. :wink:

Angenommen ich nutze einen Anbieter. Gibt es trotzdem die Möglichkeit eine eigene Feedadresse zu verwenden und dann auf den Feed des Anbieters zu redirecten? Oder diesen zu embedden / auf ihn zu verweisen?

Prinzip ein bisschen wie bei Feedburner.

So hätte man die Gelegenheit irgendwann auch mal wieder auf die Infrastruktur umzuziehen, wenn man sich vom Anbieter emanzipieren möchte.

Danke!


#4

Darüber weiß ich leider nichts, weil ich von Anfang an selber gehostet habe. :-/


#5

Moin! Ich persönlich nutze sehr gern Ferrite zum Aufnehmen und Schneiden auf dem iPad. Das ist für mich die geeignetste Software, weil ich dort auch direkt Kapitelmarken, Artwork etc. einfügen kann. Außerdem hat es schon recht fortgeschrittene Funktionen wie das Entfernen von Stille und kann beim Export unterschiedliche Lautstärken anpassen. Man kann es kostenlos testen und für, ich glaube 20€, gibts die Pro-Features. Nur, falls du mal reinschauen möchtest. :blush:


#6

Danke für den Tipp, @cashew!


#7

RSS-Feed: Wenn du bei Podigee zum Beispiel das Garage-Paket oder höher nimmst, kannst du ja alles über eine eigene Domain laufen lassen. Wenn du dann dich später entschließt alles selber zu hosten, musst du ja nur deine Domain umschalten und den neuen Mp3-Feed gleich benennen. So solltest du umziehen können, ohne dass es deine Hörer*innen merken.

Lastspitzen: Ich habe alle Audiodateien bei Podseed liegen. Das sollte die größte Last von deinem Webspace nehmen. Der Rest meiner Podcasts liegt auf einem Webspace von Uberspace. Wenn man die Audiodateien rausnimmt habe ich selbst bei 30.000 Downloads pro Monat keine große Last.