Markennamen im Podcast nennen


#1

Hallo liebe Sendegemeinde,

uns ist in unserer letzten Sendung aufgefallen, dass wir die ein oder andere Marke genannt haben. Nun stellt sich die Frage ob man das zum einen vom Gesetzgeber her oder gar vom Werbetreibenden aus überhaupt darf.

Ein Beispiel: Ich habe hier was für Dich mitgebracht, das ist ein gutes Vollbier von Grüner!

VG,
Stefan


#2

Anhand deiner Formulierungen ist mir nicht ganz klar, ob ihr dafür bezahlt wurdet oder nicht. Grundsätzlich spricht nichts dagegen, Markennamen in Podcasts zu nennen. Wenn man dafür bezahlt wird, ist dies selbstverständlich auch anzugeben.


#3

Hey Kai,

danke für die schnelle und hilfreiche Antwort. Tatsächlich werden wir nicht dafür bezahlt sondern haben lediglich das edle Getränk genannt.

Liebe Grüße,
Stefan


#4

Das ist ja sowieso gerade ein Graus, was da drüben bei Instagram abgeht, was Werbung und Werbekennzeichnung betrifft.

Aus dem Radiobereich kenne ich es so (und würde es 1:1 in die Podcastwelt übertragen): Du kommst meist um Markennamen nicht herum. Gerade bei Ortsnamen (HDI Arena, Mercedes Benz Arena, …), Aktionen (der KKH Volkslauf, die Pro7 Rote Nasen-Aktion, …) und auch Events ($Band spielt heute in der TUI Arena, …) kommst du um Markennennung doch nicht herum.
Auch in Reportagen kommst du nicht drumherum: Wie willst du über die neuen Lautsprecher in Möbeln sprechen, ohne Ikea zu erwähnen?

Kritisch wird es tatsächlich, wenn Dinge in erheblicher Weise positiv hervorgehoben werden bzw. kein “redaktioneller Bestandteil” mehr sind.
Dein Bier-Beispiel mag bis zu einem bestimmten Zeitpunkt gerade noch als Lokalkolorit oder persönliche Präferenz durchgehen. Aber wenn ihr im Podcast mehrfach noch von der Marke sprecht und das gar positiv (“Oh, konnte gerade nicht antworten, ich habe einen erfrischenden Zug aus dem guten Vollbier von Grüner genommen!”, “Ach, reg dich nicht so auf. Hier -pscht-, ich habe dir mal ein Vollbier von Grüner aufgemacht, trink mal nen Schluck!”), dann wird’s eng - egal, ob Geld geflossen ist oder nicht.

Denn der Zuhörer kann das ja nicht wissen und so wird auf die Art und Weise geschaut, wie die Marken besprochen werden.
Um das Instagram-Beispiel aufzugreifen: Es ist halt ein Unterschied der Darstellung, ob du Schuhe von Converse an hast und sie eben im Bild sind. Oder ob du auch den Converse-Account markierst, Hashtags setzt und im Text darüber schreibst, dass du mit diesen Converse schon 300km gelaufen bist.

Aber, wie so häufig: Kein Anwalt, keine Rechtsberatung, meine Meinung. Und so.


#5

Lustig, genau das ist mir auch passiert. Und ich hab mich am Ende noch über native advertising aufgeregt. :smiley:
Allerdings werden wir dafür auch nicht bezahlt. Dennoch eine leicht skurrile Situation.


#6

Solange man keinen Deal mit dem Hersteller/Anbieter des Artikels oder Services hat, fällt das doch quasi alles unter „freie Meinungsäußerung“. Dachte ich zumindest immer. Hab mal kurz die Suchmaschine befragt und folgendes Dokument gefunden:

Hatte also fast recht :wink: