Ich habe eine Mail von einer Datensammelfirma Cision erhalten, die gerne möchten, dass ich ihren Datensatz über mich vervollständige. Alles, was sie bisher haben, haben sie von meiner Webseite (Impressum) und aus Podcastverzeichnisen gesammelt. Privatadresse ist z.B. auch dabei. Die Mail ist irgendwie so zwischen “Sie wurden in die Top-100 Persönlichkeiten aufgenommen”-Spam und einer latenten Drohung. Irgendwie unangenehm, z.B.:
ich schreibe Ihnen von Cision, einer Medienfirma, welche der PR-Branche eine Medienkontaktdatenbank zur Verfügung stellt. Die Datenbank erlaubt es unseren PR-Kunden Pressemeldungen an die passenden Personen zu leiten.
Da Sie in unserer Datenbank gelistet sind, möchten wir sicherstellen, dass wir Ihre aktuellsten Arbeits- und Kontaktinformationen führen. Unten sehen Sie, wie Ihr Profil derzeit aussieht. Es wäre sehr hilfreich, wenn Sie mir mitteilen könnten, sollten Sie Änderungen wünschen.
Ein Eintrag auf unserer Datenbank bedeutet, dass Sie von unseren PR-Kunden gezielte Informationen zu Ihren spezifischen Themengebieten erhalten werden.
Damit die Pressemitteilungen, die Sie von den PRs erhalten, so relevant und angemessen wie möglich sind, können zusätzliche Informationen wie Ihr beruflicher Werdegang, Ihre Interessengebiete, Social-Media-Profile, Kontakt Präferenzen oder auch die besten Kontaktzeiten dazu beitragen, Sie gegenüber unseren Kunden so akkurat wie möglich zu vertreten. Bitte nennen Sie gerne jede Art von zusätzlichen Informationen, um sicherzustellen, dass Sie Nachrichten erhalten, die für Sie von Interesse sind.
Mit freundlichen Grüßen
Was macht man da? Ignorieren? Irgendwie widersprechen?
Ich bin mir 100% sicher, dass da für mich keinerlei upside drin ist. Im besten Fall scheitern die einfach, im schlimmsten handeln sie irgendwie mit meinen Daten.
Ich hab sowas zwar noch nie bekommen, irgendwelche Pressemeldungen irrelevanter Firmen spannen mich aber auch immer wieder an. Was ich bei so einer Firma machen würde, wäre jedenfalls auf keinen Fall deren Mist ausfüllen. Wenn du die ärgern willst, kannst du ja mal nach DSGVO Löschung verlangen, also nachdem du die zur Auskunft verpflichtet hast, was und von wem die haben. Da gab es online irgendwo einen Standardbrief, der dem T5F aus BDSG-Zeiten nachfolgt. Kurze Suche brachte mir nen Link zur c‘t ein.
Traditionell sind diese “Branchenverzeichnisse” irgendwelche Scams, die dir im Kleingedruckten, sobald du eine Korrektur oder Ergänzung vornimmst, einen konkludent geschlossenen Vertrag für deren Dienstleistung andichten, und im Anschluss eine Rechnung per Inkasso verfolgen.
Ich würde nicht antworten. Eine Bekannte hatte eine ähnliche Nachricht von einer vergleichbaren Firma. Nachdem sie ihre Adressdaten korrigiert hatte, erhielt sie ziemlich genau ein Jahr später eine heftige Zahlungsaufforderung für die „Dienstleistung“, in dem Verzeichnis gelistet zu sein, und gedroht wurde sofort mit Inkasso und mit Gerichtsverfahren in Spanien.
Also Cision gehört nicht zu den Firmen, zumindest bis jetzt nicht, die diesen Kundendaten-Abo-Scam betreiben.
Aber, und das ist ein ganz fettes Aber, aus meiner Erfahrung im PR-Bereich, gehören die meiner Meinung nach zu den schlimmsten Spam-Schleudern überhaupt. Die sammeln einfach E-Mail Adressen von Info-Outlets ein und bombardieren diese dann mit PR-Meldungen von Firmen und das wahllos. Keine Ahnung, warum die plötzlich auch noch Leute anschreiben um Daten zu bekommen. Ggf. stecke dahinter, dass die sich irgendwie die Zustimmung für Spammails erschleichen wollen.
TLDR;
Ignorieren, löschen, ggf. in die Spamliste übernehmen.
Antworten wollte ich sowieso nie. Bleibt noch die Frage, ob man sich den „Spaß“ geben will, denen einfach eine DSGVO Auskunfts- und Löschersuchen zu schicken.
Update: ich hatte erstmal nichts gemacht und natürlich hat es jetzt angefangen, dass sie mir ihre “Pressemitteilungen” (=Spam) schicken. Das kann doch eigentlich nicht rechtens sein. Für jeden blöden Newsletter muss man doppelt einwilligen. Wieso muss ich hier opt-out machen und wie zeige ich die jetzt an?
Sicher bin ich mir nicht, wie man das rechtlich wasserdicht handhaben kann. Ich fordere extreme Nervensägen mit einer selbstverfassten E-Mail auf, mir mitzuteilen, woher sie meine Daten haben, welche Daten sie haben und verlange, dass ich umgehend aus dem Verteiler genommen werde und mir das bestätigt wird.
Manchmal kommen tatsächlich zerknirschte Antworten, manchmal auch gar nix. Aber ich glaube, dass ich in solchen Fällen auch nie wieder was gehört habe von denen. Einmal kam von so einem Versender dann doch wieder was, aber das war nach einer weiteren, dann schon sehr ungehalten verfassten Nachricht, auch erledigt.
Man muss sich wahrscheinlich vor Augen führen, dass Adressenhandel ein einträgliches Geschäft ist. Früher gabs mal so eine Liste, in die man sich eintragen lassen konnte, damit man keine Werbung bekommt. Aber ich weiß nicht, ob es die noch gibt und ob die in der digitalen Welt überhaupt noch was bewirken könnte. Grundsätzlich fängt ein Spamfilter ohnehin das meiste ab und manchmal kann man das ja auch nachträglich noch erfassen, was da hängenbleiben soll.
für meine Mail verwendet. Es sind im Wesentlichen:
Art 17 DSGVO das ist das Recht auf Lösung
Art. 21 DSGVO Widerspruchsrecht gegen die Verarbeitung der Daten.
Man sollte also erst mit Art. 21 widersprechen und dann mit Art 17. verlangen, das alles gelöscht wird. Die müssen das eigentlich schriftlich bestätigen und wenn nicht, kann man sie über das Kontaktformular da anschwärzen. Mal sehen, wie es weitergeht.
Ich vermute, sie haben eine solche Mail nicht zum ersten Mal bekommen. Nur 2 Stunden später kam direkt vom „Privacy Team“ die Bestätigung: Wir haben alles gelöscht außer ihre E-Mail-Adresse, die wir brauchen, um uns zu merken, dass wir da nichts mehr hinschicken. Und Aufklärung über meine Rechte, alles ganz brav.