Kultur- und Identitätspodcast_Feedback zu Podcast-Idee gesucht

Hallo zusammen,

eine Kollegin und ich würden gerne einen neuen Podcast starten und würden uns freuen, wenn ihr uns ein erstes Feedback zu unserer Idee gebt.

Zunächst zu unserem Background:
Wir sind zwei Restauratorinnen für Wandmalerei und Architekturfarbigkeit. In unserem bisherigen Berufsleben haben wir festgestellt, dass sich die Restaurierungs- und Denkmalszene sehr um sich selbst dreht (leider).
Wir sind zu dem Schluss gekommen damit das Kulturgut, was wir schützen wollen auch als schützenswert erkannt wird muss es Menschen geben die um diese Werte wissen.
Beide Podcasterinnen sind gebürtige Deutsche aus Ost- und Westdeutschland. Die eine (ich, 26) bin einem kleinen westfälischem Dorf aufgewachsen und habe viel Familien- und Regionalgeschichte mitbekommen und bin auch generell sehr geschichtsinteressiert. Insgesamt eine deutsche Kartoffel wie sie im Buche steht.
Meine Kollegin hat wenig persönliche Verbindungen zu deutscher Geschichte und lernt dieses Land nach einem langjährigen Aufenthalt in Mexiko zusammen mit ihrem mexikanischen Ehemann wieder neu kennen.

Unsere Mission:
Wir wollen Kultur- und Geschichtsinteressierte Menschen aus möglichst allen Gesellschaftsbereichen ansprechen.
Denn um unser Kulturgut schützen zu können braucht es möglichst viele die es erhalten wollen, denn es ist genauso divers wie die Bevölkerung.
Das Gilt für den Kölner Dom genauso wie für die kleine Dorfkapelle in Entenhausen oder die erste Moschee aber auch für die verschiedensten Kulturtechniken wie z. B. das Köhlern im Schwarzwald.
Uns ist wichtig, dass wir die Vergangenheit als einen wichtigen Teil unserer Identität begreifen aber einen gesunden Umgang mit dieser Finden. Uns ist es wichtig, dass wir aus der Geschichte lernen und uns nicht von identitären Ideen oder Geschichtsverdrehungen a la Vogelschiss ins Bockshorn jagen lassen.

Unser Konzept:
Deutschland gemeinsam beim podcasten entdecken.
In jeder Folge stellt die eine der anderen eine Region in Deutschland vor. Betrachtet werden sollte all das, was die Region ausmacht wie z. B.:
Geschichte
Architektur
Topografie
Bräuche
Trachten
Essen und Trinken (z. B. das lokale Bier, was auch während des Podcasts gerne verköstigt wird :wink: )
Dialekte
Musik
etc.
Ggf. können auch Sonder-Sendungen zu einzelnen Themen oder Traditionen (Oster-, Weihnachts-, Neujahrsbräuche) vorbereitet werden.

Die Idee ist es so über die Unterschiede und Gemeinsamkeiten einzelner Regionen zu reden und so aufzuzeigen wie divers dieses Land ist und wie wichtig es ist vor allem auf lokaler Ebene unbedeutend scheinende Kulturgüter zu erhalten.

Unsere Frage:
Glaubt ihr, dass wir mit unserer Idee Menschen für Kulturgüter und Denkmalpflege begeistern können?
Was sagt ihr zu unserem Konzept? Ist es zu kurz Gegriffen?

Wir freuen uns auf euer Feedback :slight_smile:

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Hallo,
ich finde die Idee echt toll!
Das ganze klingt aber auch nach viel Arbeit.
Lasst euch davon nicht aufhalten :wink:

Grüße

Gero

PS:
Mir würde es super gefallen, wenn die Menschen aus der jeweiligen Region zu Wort kommen würden.

Interessante Idee! Tatsächlich finde ich Regionale Besonderheiten und Unterschiede sehr spannend, daher wäre die Kernidee auf jeden Fall was für mich.

Habt ihr euch schon Gedanken darüber gemacht, wie das ganze Umgesetzt werden soll? Eher eine Art Solo-Doku, oder ein Zweiergespräch?

Bei uns im Podcast erzählen wir „uns gegenseitig“ Anekdoten aus der Geschichte, damit es nicht zu sehr nach einem Vortrag klingt und eine Interaktion und (hoffentlich) Spaß am Zuhören entsteht. So eine Art Umsetzung könnte ich mir auch gut bei euch vorstellen. Speziell da ihr euch Region für Region vornehmt, würde durch so eine Herangehensweise keine Langeweile entstehen.

Bin sehr gespannt wie sich die Idee weiterentwickelt :slight_smile:

haha wie in fast jeder Disziplin. Diesen Selbstfokus aufzubrechen ist echt schwierige Aufgabe, aber dafür eine sehr wichtige!

Zu Eurem Konzept:

Ihr wollt ganz schön viel auf einmal machen. Es erinnert mich ein bisschen an „Mit Offenen Karten“ auf Arte, wo eine Region anhand von Karten vielschichtig dargestellt wurde. Da geht es zwar viel um Politik, aber auch um Kulturgeschichte und Landnutzung. Wenn Ihr alle Aspekte einbringen wollt, dann solltet Ihr eine Meta-Narrative im Kopf haben, die das alles in Bezug zueinander setzt:

In dieser Region wird Weizen angebaut, was sich im Bier wiederschlägt. Außerdem gibt es durch die Brauerei einen Bedarf ein Heizholz, wodurch das Köhlern sich dort etabliert hat.

Was ich sagen will: wenn Ihr nur aufzählt, was die lokalen Technologien und Biere sind (sorry für die Vereinfachung), dann wird es schwieriger, das spannend zu machen. Ich bin mir aber sicher, dass Ihr bestimmt auch einen größeren Rahmen im Kopf habt, den Ihr erzählen wollt.

Zum Schluss noch: meiner Erfahrung nach lohnt sich der Fokus auf ein paar Fixpunkte. Lieber nur das Köhlern im Schwarzwald besprechen, und das dann ausführlich, als den ganzen Schwarzwald mit allen Facetten, die jede für sich zu kurz kommen.

Ich hätte auf jeden Fall Spaß an einem solchen Format, das mir bisher unverstandene Konzepte zugänglich macht.

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Die Idee finde ich sehr spannend, aber ich frage mich, wie ihr von Dialekten den Bogen zur Denkmalpflege schlagen wollt. Auch um den Aufwand halbwegs überschaubar zu halten, finde ich es wichtig, sich auf einen konkreten Punkt zu konzentrieren. Zum Beispiel die Architektur einer Region oder etwas anderes Typisches. Dazu als Goodie eingewoben, in Fernsehserien würde man von der B-Handlung sprechen, was zur Kulinarik, Dialekten oder Traditionen.

Ich bin sehr gespannt, was ihr auf die Beine stellt!

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Ideen sind Schall und Rauch :slight_smile: Umsetzung ist alles!
Das gilt besonders im Podcast-Bereich, wo es gilt Inhalte in eine Form zu gießen, die dann auch noch ankommen sollen.

Das beste ist, ihr bastelt einen Prototypen. Der muss jetzt nicht perfekt sein. Aber dann merkt ihr schnell, wie die Produktion funktioniert und was man vielleicht ändern muss. Dann gerne auch mal hier reinstellen, um es probezuhören :slight_smile:

Viel Erfolg!

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Das ist vermutlich der beste Tipp, der hier bisher gegeben wurde! Als Ergänzung vielleicht noch: Niemand erwartet, dass ihr gleich mit den ersten Episoden einen Volltreffer landet. Podcasts dürfen sich weiterentwickeln und verändern.

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Ich vermute, eine notwendige, wenn auch nicht hinreichende Bedingung für dieses Konzept ist eine gute Audioqualität. Es gibt bereits viele hervorragende Geschichtspodcasts und das Breiteninteresse speziell an Denkmälern ist zu begrenzt, als dass es sich viele Leute gegen auditive Widerstände anhören würden.

Wenn sich aber zwei sympathische Podcasterinnen mit gutem Ton und noch ein wenig geschärften Konzept über das Thema unterhalten, könnte das mit der Zeit sein Publikum finden.

Was ziemlich sicher nicht geht, damit alle Gesellschaftsschichten zu erreichen. Zusammen mit Eurer Agenda, das Bewusstsein für Kulturgüter zu schärfen, spricht das recht eng ein bildungsbürgerliches Publikum an. Wenn Ihr es mit eurer Agenda aber ernst meint, ist es ja auch gerade dieses Publikum, auf das Ihr hoffen dürft, dort eure Botschaften platzieren zu können. Andere Lebensstile hören euch bei Sympathie evtl. im Zug oder zum Einschlafen, aber das folgenlos. :wink:

Wenn Ihr auch inhaltlich in einer guten Qualität produziert, wäre es mit diesem Thema vielleicht denkbar, dass Ihr eine Förderung findet. Irgendwelche Kulturförderungsdingens.