Kopfhörer für Produktion (HD25 Alternative)


#1

Hi,

Ich bin auf der Suche nach guten Kopfhörern für die Audioproduktion. Ich meine ausdrücklich Kopfhörer und nicht Headsets, denn die HMC660 hab ich und mag ich, aber ich brauche ein Paar, das ich zur vernünftigen Produktion verwenden kann, d.h. vor allem zum Abhören nach der Aufnahme, bzw. bei der Aufnahme wenn ich nicht Podcasts sondern Video produziere.

Ich fand die Sennheise HD25 immer spannend, und wenn ich sie aufhatte, war der Klang auch hervorragend. Leider sind das on-ear kopfhörer, die gerade als Brillenträger irgendwann echt unangenehm werden. Das sehen auch viele Reviewer online so.

Deswegen meine Frage: Habt Ihr Tips für vernünftige Monitorkopfhörer zwischen 50 und 200 Euro, die auch mit Brille bequem sind und ein ausgewogenes bzw. neutrales Klangbild haben? Ich will nicht, dass Musik möglichst gut klingt, ich will dass ich vernünftig den EQ und die Dynamics abmischen kann, bei vielen Varianten der Audioproduktion.

Ich freu mich auf Eure Tips :slight_smile:


#2

Beyerdynamic DT-770 - Auch als Brillenträger hervorragend geeignet, trotz der Overear Bauweise.


#3

Als geschlossene Variante ist der für die Aufnahme gemacht. Fürs Abhören hat Beyerdynamic den offenen DT 990 gemacht. Den kann ich auch empfehlen. Für langes, alltägliches Tragen besser die „Edition“ Variante mit 0,7N weniger Anpressdruck wählen.
Alle Modelle gibt‘s mit diversen Impedanzen. Bitte darauf achten, eine passende zu wählen.


#4

Nutze schon seit Jahren den Sony MDR 7506 und bin sehr zufrieden.


#5

Nutze auch als Brillenträger die DT-770 250 Ohm, sehr problemlos zu tragen. Die offenen DT-990 sind luftiger im Klang und beim Tragen, aber eben auch offen, daher nicht fürs Monitoring geeignet.

Jeweils 250 Ohm, nicht 80 Ohm, weil die einen Hauch besser klangen im Vergleich, und aber sogar auch noch an meinem iPad ausreichend laut sind.

Die HD-25 hatte ich mal als Monitorhörer während Aufnahme bei Interviews in Erwägung gezogen, d4ücken aber zu stark. Mit Brille unangenehm, daher mobil dann die DT-250.


#6

Vielen Dank für die Tips.
Ich werde mir jetzt mal den DT-770 80 Ohm holen und ausprobieren. Ich habe mich gegen 250 Ohm entschieden, weil ich den an vielen Geräten (MBP, Dell-Gurke, Zoom H1, iPhone, iPad, Kamera) betreiben können möchte, und 250 Ohm können manche Geräte dann doch nicht zuverlässig versorgen.
Und die geschlossene Variante bekam den Zuschlag, weil ich damit auch im Büro arbeiten möchte, wo ich nicht die Menschen um mich rum mit Restschall aus dem Kopfhörer belästigen möchte.
Ich schreib dann irgendwann noch mal final hier rein, ob der DT770-80Ohm mich final happy gemacht hat.


#7

Ich habe auch kürzlich gut um die 20 Kopfhörer bis zur Erschöpfung getestet und habe mich dann am Schluss für zwei (statt geplant: einem) entschlossen.

YAMAHA HPH-MT8

Geschlossen.Over-Ear.
Beweglich (einklappbare Bügel für Transport, 1-Ohr Monitoring möglich)
LEDER-Polster (supersoft und bequem, kein Druck - auch nicht mit Brille. Stundenlang tragbar ohne Schmerz).
Gut verarbeitet (heisst: stabil und ohne Sollbruchstellen).
Er ist im Bassbereich eher devot, dafür hörst Du jedes auch noch so kleine Geräusch bis hin zu feinstem Rauschen, OHNE dass er zu hell klingt wie z.B. die Beyerdynamics (auch das DT770), die mir regelmässig in den Höhen schmerzten, weil sie dort meiner Auffassung nach eine völlig verzerrte Übertonung haben.
Kommt mit Transporttasche (naja) sowie 2 Kabeln, 3m glatt und 1.5 m geringelt sowie 6,3 Klinkenadapter.
Kabel passen auch gut aufs Handy und Tablet - selbst wenn diese mit Covern ausgestattet sind, die eine
leichte Erhöhung zur Kopfhörerbuchse verursachen und die Stecker somit tiefer “eintauchen” müssen.
Lautstärke auf mobilen Geräten absolut OK.
Minuspunkte: Die Basswiedergabe ist ein wenig zu neutral aus meiner Sicht, aber das ist bei unserem Anwendungsbereich verschmerzbar.
Ersatzohrpolster habe ich bislang nirgendwo entdeckt, im Moment nicht so akut, weil neu,
aber irgendwann sind die mal fällig. Ich hätte mir ein Ersatzpaar als Zugabe gewünscht, wäre beim Preis
von €179 durchaus drin gewesen, finde ich.

https://www.kopfhoerer.de/test/yamaha-hph-mt8/

Shure SRH-840

OVER-EAR mit (Kunst-)Leder-Ohrpolstern.Geschlossen.
Wie dieser Kopfhörer als - vor allem NEUTRALER - Studiokopfhörer bezeichnet werden kann, ist mir
absolut schleierhaftig. Als HIFI-Kopfhörer finde ich ihn nicht schlecht. Die Bässe sind überbetont, ohne jedoch dabei zu vibrieren, das macht den Sound fett und satt, ohne dass man Kopfschmerzen davon bekommt. Dafür fehlt ein gerüttelt Maß an Auflösung in den Höhen, sodass eine Komprimierung wie
z.B. bei den HMC660 entsteht. Hier allerdings dann doch ein wenig ausgewogener, vor allem deutlich
bequemer, denn die Ohrpolster sind trotz deutlich stärkerem Anpressdruck als beispielsweise beim Yamaha (aber weniger als beim HMC) recht angenehm. Während ich den Yamaha den ganzen Tag tragen könnte,
den HMC660 nach 30min absetzen muss, halte ich mit dem Shure vielleicht 60-90 Minuten durch. Nach
einer kurzen Pause kann ich ihn mir wieder aufsetzen. Den HMC … eher nicht. Wenn es sein muss, gebe ich dem HMC nach 30min und kl. Pause nochmal 15 Min - vor allem mit (Lese-)Brille. Danach reicht’s dann aber beim HMC. (Ja: ich bin sensibel!)

Warum habe ich den Shure behalten?
Ehrlich? Ich fand ihn für u.g. Szenarien recht ansprechend, aber letztlich hatte ich die 30-Tage Rückgabefrist verpasst. Ich hab’s sozusagen “in Kauf genommen”, haha :grimacing:
Ich mag seine Bässe und Komprimiertheit verbunden mit dem guten und bequemen Sitz.
Wenn ich mit ihm Aufnahmen mache, spreche ich ganz anders:
Lauter, dominanter, nicht so akzentuiert, mit deutlich weniger Nuancen, da ich die gar nicht mitbekomme.
Ich bin ja eher so der Märchenonkel und Erzählertyp, aber mit dem Shure kann ich Passagen wie
“Eine falsche Bewegung und ich puste Dir das Hirn weg!” sehr überzeugend darstellen.
Der Shure dämpft Aussengeräusche intensiver als der Yamaha, schottet Dich mehr ab, sodass man sich fast nur über die Ohrmuscheln hört. Das stelle ich einfach nur fest. Es gibt Situationen, da kann das vorteilhaft sein.
Und zum Musikhören ist er auch nicht verkehrt - je nach Genre. :slight_smile:

Zum Mixen jedoch aus meiner Sicht: Definitiv ungeeignet.

Zubehör: Tasche (naja) aber: Ersatzpolster sind dabei! Dafür fehlt ein zweites Kabel, nämlich ein gerades
3 m Kabel. Sehr schade.
Ein großes Ärgernis ist die Sollbruchstelle der teils aussen geführten Kabel. Ich weiß nicht, warum Shure das macht - auch bei dem von mir getesteten Mikro SM7B ragte so ein hauchdünnes Käbelchen über
eine ordentliche Teilstrecke aussen heraus. Irgendwann macht es - zack -! Das ist vorprogrammiert. Und wahrscheinlich gewollt (sichert Reparatureinnahmen über die Menge und die Zeit). Aus Kundensicht: Ein No-Go.
Und noch etwas: Bei sowohl meinem Handy als auch Tablet ist die Lautstärke ausreichend, nur - leider, leider - … Richtig einstecken kann ich das Kabel nur, wenn ich das Cover bei beiden abmache(!).
Die Abgrenzungslasche des Steckers ist zu tief angesetzt.
Resümee: Eigentlich kein schlechter Hi-Fi Kopfhörer, aber aus meiner Sicht zu viele Minuspunkte, insbesondere bei einem Preis um €130. Er erfüllt seinen Zweck (als HiFi-Kopfhörer), es gibt deutlich schlechtere, jedoch auch einige, die es besser machen - dann womöglich für gleiches oder gar weniger Geld.

https://www.kopfhoerer.de/test/shure-srh840/


#8

Absoluter frischer Ersteindruck:

Geil. Sitzt gut, trotz Wärme, klingt extrem gut. Mag ich.
DT-770 80 Ohm wirkt wie eine gute Wahl.


#9

\o/ sehr schön! Viel Spaß damit!