Interview Partner gewinnen

Hallo,

ein Großteil der Ausrüstung ist vorhanden und obwohl es gar nicht mein Plan war, würde ich wahnsinnig gerne einen einzelnen Podcast mit einer Person aufzeichen, die vor allem regional viel zu einen Pandemie-Thema recherchiert, viel Ahnung hat und Aussagen verschiedener Politiker kritisch hinterfragt.

Obwohl diese Person über Social Media sehr viel und kritisch publiziert, habe ich mir erst Mal einen Korb geholt, bei der Frage ob wir gemeinsam einen Podcast aufzeichnen. Die Person schreibt, dass sie sich nicht als Wortführer eigne und als Außenseiter nur recherchiert. Ich kenne aber niemanden anderen, der so gründlich und intensiv recherchiert und die Aussagen der Politiker zu dem Thema immer wieder mit Fakten widerlegt.

Zusätzlich werde ich auf irgendeine andere Person verwiesen, die ein offizielles Amt bei einer Interessensvertretung hat. Die will ich aber gar nicht sprechen, weil ich nicht weiss wie frei diese Person ist oder eben welche politische Agenda diese Person verfolgt. Ich suche halt jemanden der möglichst viel Klartext redet und genau das tut die angefragte Person.

Habt ihr eine Idee wie ich die Person für einen Podcast gewinnen kann oder andere Tipps?

Viele Grüße,
lupo

Na ja, kommt wohl darauf an, was die Person sich so wünscht. :wink:
Deine Person scheint an Öffentlichkeit nicht interessiert zu sein, da könnte es echt schwer werden. Das Wesentliche, das Podcasts bieten können, ist eben diese Öffentlichkeit. Jemand muss den Wunsch haben, seinen Standpunkt darzustellen.
Da dein Podcast neuist und somit keine sonderlich große Reichweite haben wird, kann es auch sein, dass es deiner Wunschperson insgeheim viel zu wenig Gehör ist. Wahrscheinlich würde sie bei einer Anfrage der Tagesschau ganz anders antworten.
Lange Rede kurzer Sinn:

  • Versuche den Wunsch der Person herauszufinden.

  • Zeige klar, welchen Nutzen sie durch eine Teilnahme hat

Toi, toi, toi

Vera

Die Idee würde ich aufgeben.

Zum einen hat sie ja offenbar klar gemacht dass sie nicht mitmachen will (ob sie das grundsätzlich nicht möchte, oder sie das nicht mit dir möchte, oder die Lebenssituation und Thema es nicht hergeben, etc. pp…) zum anderen würde ich spätestens nach der Anfrage hier, die sich böswillig auch subsummieren lässt als „Diese Person kriege ich vermutlich leichter dazu plakative Sachen zu sagen, welche die Person und Aussagen nachher angreifbar machen, als einen Profi“ würde ich ihr empfehlen das mit noch mehr Ausrufezeichen abzulehnen.

Es wird sich da draußen sichlich jemand finden, der zu den genannten Kriterien passt UND auch mitmachen möchte.

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Schwierig. Ich hatte immer wieder Leute, mit denen ich aufgrund ihrer Kompetenz oder besonderen Kenntnis/Position ein Interview führen wollte, die abgelehnt haben. Manch einer möchte sich nicht öffentlich positionieren oder auch nur als Person sichtbar werden.

Drei Punkte fallen mir ein, die ich bei solchen Situationen noch nutze:

  • Du kannst versuchen, in einem zweiten Kontaktanlauf nochmal den Schwerpunkt darauf zu legen, warum du gerade ihn als Gesprächspartner*in hättest und ihm damit nochmal verdeutlichen, dass es dir um sie/ihn geht und nicht um irgendeinen Gespächspartner zum Thema. Schriftlich aber schwieriger als im persönlichen Gespräch. Romane sollte man in der Situation auch keine schreiben.
  • Du kannst ihm/ihr anbieten, das Gespräch unter Pseudonym oder anonym zu machen, dass ihre Privatsphäre nicht durch den öffentlichen Auftritt bei dir gefährdet wird. Notfalls auch mit Nachbarbeitung mittels Effekten auf der Stimme.
  • Du kannst ihm/ihr anbieten, die fertig produzierte Podcastfolge vor Veröffentlichung gegenzuhören und abzunicken. Auch hier war das bei schriftlichen Artikeln immer einfacher als bei Audio/Video. Viele wollten das „gegenhören“, hatten aber nicht mehr die Zeit dafür.Das kann sich hinziehen. Ich biete es dennoch immer noch jedem meiner Gesprächspartner an.
    Allerdings akzeptiere ich nur, evtl. bestimmte überschaubare Passagen nachträglich rauszunehmen, wo der Gesprächspartner sich in seiner Wahrnehmung ungünstig oder falsch ausgedrückt hat. Wenn er zu sehr Einfluss nehmen will auf das fertige Produkt, behalte ich mir vor, die Folge nicht zu veröffentlichen. Final cut liegt also bei mir als Autor :wink: Bleibt natürlich die Gefahr, dass der ganze Aufwand für nichts war, wenn man sich nicht einigen kann …

Was Eris2Cats sagt. Ergänzend dazu: Du kannst niemanden zwingen, Dir ein Interview zu geben. Das ist aus naheliegenden Gründen rechtlich nicht drin und Du hättest mutmaßlich auch am Ergebnis keine Freude, wenn Dein Gegenüber nur unwillig teilnimmt. Es kommt immer wieder vor, dass Menschen sich aus welchen Gründen auch immer nicht in der Position sehen, ein Interview zu geben. Ich persönlich denke nicht einmal, dass jemand diese Gründe wirklich benennen oder sich sonst wie rechtfertigen muss. Zumal nicht als Privatperson gegenüber jemandem, der einen Hobbypodcast produziert. (Anders sähe es beispielsweise bei Behördenvertretern gegenüber der Presse aus, da gibt es eine Auskunftspflicht, die aber auch nicht uneingeschränkt gilt.)

Der andere Punkt, der hier noch nicht zur Sprache kam, ist ähnlich zum Recht am eigenen Bild. Selbst wenn Ihr ein richtig gutes Interview führt und Du schon im Gespräch merkst, dass das jetzt die beste Podcastepisode der Welt werden muss, ihr miteinander gelacht, geweint und gesoffen habt, kann Dein Gesprächspartner danach aufstehen, sich freundlich verabschieden, Grüße an die Familie ausrichten und im Gehen beiläufig erwähnen, dass er nicht möchte, dass dieses Gespräch in irgendeiner Form veröffentlicht wird. Und dann hast Du keine Wahl, als das Material zu löschen.

tl, dr: Du hast scheinbar schon eine Menge probiert und warst erfolglos, ich würde es an Deiner Stelle sein lassen, so schade das auch sein mag.

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Danke für Euren Antworten, da sind sehr hilfreiche Ideen und Impulse dabei! Ich habe es ein Mal kurz und freundlich probiert. Bevor ich einen zweiten und letzten freundlichen Anlauf nehme, wollte ich reflektieren und Danke für Eure Aussenperspektive.

Viele Grüße, lupo

Edit: P.S. Es war nie mein Ziel irgendjemanden zu zwingen.

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