Interface für Shure SM7B

Hallo zusammen,

ich schaffe neues Equipment an und möchte im Setup mit zwei Shure SM7B-Mikrofonen aufnehmen. Nun suche ich ein Interface mit ausreichend Gain/Vorverstärkung, sodass kein FetHead/Cloudlifter nötig ist. Ich tendiere nun zum SSL 2+, Behringer UMC404HD oder Audient iD14 MKII. Was meint ihr? Macht es einen Unterschied, ob ein oder zwei Mikrofone am Interface angeschlossen sind bzw. „teilen“ sich die Mikrofone das Eingangssignal oder wäre bei allen drei Interfaces ein rauscharmer Betrieb von zwei Shure SM7B-Mikrofonen möglich?

Vielen Dank!

Hi! :wave:

Hier steht vieles zu deiner Frage, inklusive Empfehlungen:

Wenn Du eines zufriedenstellend betreiben kannst, gehen auch zwei.

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Ich hatte mal einen alten mixpre in der Bucht geschossen. Der ist jetzt fester Bestandteil meines SM7B-Setups. Der hat nicht nur genügend rauscharmen Gain für die beiden XLR-Kanäle, sondern besitzt für jeden Channel auch noch den bekannten Sound Devices-Analoglimiter.

Für ein 2x SM7B-Setup vielleicht eine nicht billige, aber lohnende Anschaffung?! Unkaputtbar erscheint er mir jedenfalls.

Ich habe hier ein SM7B am Audient iD4 MKII und finde es sehr rauscharm und genug Gain, auch wenn schon am Anschlag. iD14 hat die gleichen PreAmps etc. Wird mit zwei Shures genauso gut klarkommen :slight_smile:

Am MixPre-6 klingen die Mikrofone besser, das Interface bzw. Rekorder kostet aber auch knapp 1k€.

Alternativ noch Motu M2, aber die Dinger sind überall ausverkauft.

Ich habe heute hier das SSL2 getestet und fand das enttäuschend, vielleicht muss ich noch was anders einstellen, aber den Gain musste ich voll aufdrehen, und dann ist das Rauschen dann doch zu hören.

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Oh nein :confused: Ich hab diese Woche ein SSL2+ bestellt und werde es dann auch testen. Allerdings wundert es mich, denn Audient iD4 MKII sollte ja ein paar dB weniger haben als SSL2+ und die Audient wird ja immer gelobt …

Wenn die 44,1kHz kein Problem darstellen, wäre auch das Podtrak P4 eine Option. Macht satte 70dB Gain. Damit kann das SM7B gut betrieben werden. Das braucht glaube ich etwa 60dB.

Ja, ich war auch überrascht. Wie gesagt, vielleicht habe ich was falsch eingestellt. Aber dann haben wir deinen unabhängigen Test noch. Vielleicht verlange ich auch zu viel?!

Ich habe ein SSL2+ und bin mit dem SM7B daran sehr zufrieden, habe aber auch einen Fethead dazwischen. Falls es hilft, kann ich gerne mal ein Testaudio (mit und ohne FetHead) aufnehmen und hochladen.

Okay, mit Fethead ist klar, dass es reicht. Aber eigentlich hatte ich das SSL2 bestellt, weil es hieß, das liefere genug Power ohne Fethead.

Wenn du @HerrHochhaus ohnehin gerade aufnimmst, dann gerne. Ich habe das SSL2+ eigentlich auch deshalb gekauft, weil ich den FetHead (ich nehme mit 2 Mikros auf und bräuchte daher sonst 2) eigentlich vermeiden wollte.

Cool wäre natürlich ein Vergleich: gleicher Gain mit und ohne Fethead usw. Aber natürlich nur, wenn Du Bock hast.

Was wären denn eigentlich empfehlenswerte USB-Interfaces, die dann eine Preisklasse höher tatsächlich ausreichend Gain liefern (außer den MixPre-Rekordern).

Was ist „ausreichend“? Reicht dir das Audient nicht aus? Wenn man in Post noch den Pegel anhebt, dann reicht es mMn aus. Wenn man vielleicht live streamt und mehr Pegel braucht, dann eher nicht.

So viel, dass man nicht bis fast zum Anschlag aufdrehen muss und dann doch das Rauschen beginnt hörbar zu werden, irgendwas mit 70 bis 75 db?

Wie gesagt, ich habe ein iD4 MKII und am Anschlag ist minimales Rauschen zu hören, nicht wirklich mehr als beim MixPre.

sm7b_id4_mkii_sample.zip (1,4 MB) -> hier habe ich kein Ultraschall Dynamics, aber die Verstärkung des Masters drin. Man hört eher meinen Atem als das Rauschen des Preamps.

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Ich habe mal ein paar Variationen aufgenommen.

Zunächst die Versionen ohne FetHead

SM7B am SSL+ ohne FetHead mit Gain auf 12 Uhr

SM7B am SSL+ ohne FetHead mit Gain auf 3 Uhr

SM7B am SSL+ ohne FetHead mit Gain auf etwa Viertel nach 3 Uhr

SM7B am SSL+ ohne FetHead mit Gain auf Max/10

Mit FetHead als Referenz

SM7B am SSL+ mit FetHead mit Gain auf 12 Uhr

SM7B am SSL+ mit FetHead mit Gain auf 3 Uhr

Das Mikro steckt im ersten Kanal des SSL+ mit aktivem 4K Legacy Button, verbunden mit einem MacBook Pro M1 via USB-C als Stromquelle. Aufgenommen in Reaper 6.27 und unbearbeitet als Flac exportiert.

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Kurz nebenbei:
Ein Rauschen bei hohen Gainsettings muss nicht zwingend schlecht sein. Immerhin wird ja das aufgenommene Signal dadurch auch lauter. Entscheidend ist das Verhältnis von Rauschen zu Signalstärke. Üblicherweise ist dieser Vergleichswert bei höheren Gainsettings gar besser als bei tieferen. Hier gut illustriert:

Sind die Preamps also rauscharm genug, gewinnt man mit einem FetHead o.ä. nur wenig, da man auch in der Postproduktion boosten kann.

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@HerrHochhaus danke, dass du dir die Zeit genommen hast! Was meint ihr dazu? Für mich hört sich die Aufnahme „SM7B am SSL+ ohne FetHead mit Gain auf 3 Uhr“ schon sehr in Ordnung an. Oder würdet ihr dennoch zum FetHead greifen. @HerrHochhaus was meinst du? Warst du mit den ersten Aufnahmen in der Nachbearbeitung unzufrieden, weil du zum FetHead gegriffen hast?

Ganz ehrlich, den FetHead habe ich drangemacht, weil alle immer sagen, man bräuchte einen und ich den sonst in der Schublade hätte.

Für meine Ohren ist es aber wie bei deinen. Kurz nach 3 ist für mich ohne FetHead absolut passend, zur Not etwas Gain in der Post-Production und es passt. Wäre ich du, würde ich zwei SM7B direkt am SSL2+ betreiben, etwas Mikro-Disziplin an den Tag legen und mich über den ausreichenden Gain freuen :slight_smile:

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