Gate oder nicht Gate bei Mehrspuraufnahme vor Auphonic


#1

Wenn ich in einem Cafehaus mit lautem Hintergrund mit drei Headsets aufnehme und einen Dynamic Sound Professor reinhänge, werden über das Gate immer zwei Headsets gemutet, auf denen nicht gesprochen wird. Das “sprechende” Headset hat einiges an Hintergrundlärm.

Frage: Braucht Multitrack-Auphonic eigentlich die Geräusche aus den zwei “nichtsprechenden” Headsets, um die Geräusche aus der Spur mit dem “sprechenden” Headset herauszurechnen und ist daher das Gate über den Soundprocessor vor der Aufnahme kontraproduktiv?


#2

Das kommt drauf an was du machen willst: für Crossgate und Noise Reduction ist es wahrscheinlich schon hilfreich, wenn alles da ist und vorher nicht gegated wird.
Ansonsten sollte es egal sein.

Aber am besten du probierst das mal aus, generelle Aussagen kann man da schwer treffen.
Bekommst dann gerne die Credits zurück wenn du experimentierst …


#3

Ich finde hier kommt auch ein sound-ästhetischer Aspekt mit rein: ein (weiches) Gate sollte man m.E. vor allem einsetzen um rauschende Mikros etwas einzudämmen sowie Lüftergeräusche, Kühlschrankbrummen etc. anzugehen.

Bei Ambient-Geräuschen wie Straßenatmo, Cafehauslärm etc. würde ich gar nicht oder zumindest nur sehr vorsichtig eingreifen. Das ist dann schlicht mal Atmo. Als Hörer finde ich es absolut ätzend, wenn ständig ein Gate mit digital 0 auf- und zugerissen wird, ich also mitbekomme dass da eigentlich noch andere Geräusche sind die mir aber ständig vorenthalten werden.

Aus dem Grund ist unser Ultraschall-Preset für den Dynamic Sound Processor auch so sehr weich eingestellt für das Gate (und im Kompressorteil so harmlos, dass @auphonic sagte “bringt eh nix”)

Im Sinne einiger Vorträge auf dem #ppw15a: gegen Rauschen, für Atmo!


#4

Ja, wenn man die Atmo in der Aufnahme dabei haben will, ist das Gate natürlich nicht notwendig!

(Bei uns wird das Gate nicht digital auf- und zugerissen, also so arg wird es nicht klingen …)


#5

Ich werde das jetzt demnächst umfassend ausprobieren.

Mein Gedanke wäre nämlich: Gate hin oder her - Auphonic erfasst über Mic 2 und Mic 3 die Caféhaus-Atmo und verwendet diese Daten, um sie aus Mic 1 (Sprechende) heraus zu rechnen.

Wenn das ohne Zerstörung funktionierte, wäre das ein völlig anderer Ansatz, als ein Gate einzusetzen, das auf- oder zumacht.

(Das Ambiente ist mir hier relativ egal, ich möchte maximale Verständlichkeit in einer - wie wir in Wien sagen - “gschissenen” Umgebung.)


#6

Du kannst mir dann ja mal den Link zu deiner production schicken - dann kann ich mal reinhören …


#7

So, fertig produziert. Nachträglich ist es zu viel Gate. Aber es waren die Kinder mit, der Hund, Anbetracht der Umstände… ;=)

Das Kapitel mit Heidrun Singer, ab 1 Std. 20 min, zum Beispiel hier: http://www.bienenpodcast.at/bg013-belegstelle-und-koenigin/#t=1:40:04.275

Ich habe die Hauptgesprächspartnerin (Headset 3) schlecht hingesetzt: in ihrem Rücken waren die Leute. Anfängerfehler. Bei mir (Headset 1) und bei Ingrid (Headset 2) passt es viel besser. In leichter Panik habe ich dann den Gate raufgeschraubt.

Für Verbesserungen/Vorschläge danke ich innigst :=)

PS: Schöne Ecken 95 hat bisher am besten gemacht. In der Weinbar.


#8

@Georg: UUID: HgA5NS3np4eUjkjyVxjoUd


#9

Verstehe: ja, hier ist es von Vorteil das Gate bei uns auszuschalten, das Crossgate kannst du eingeschalten lassen!

Hast du da vor Auphonic auch schon gegated?


#10

Ja eben, und wie ich gegated habe. Und wie… Aber den ausführlichen Test, den mache ich bald.