Freie Musik Streamen - Geht das wirklich so einfach?


#1

Hi,

ich überlege, für eine Veranstaltung aus dem hacker-Umfeld einen Livestream mit Sprechenden zu machen. Im Prinzip den Sendegate-Tisch vom C3 nachgebaut in weniger professionell. Zwischen den Gesprächsrunden würde ich gerne einfach Musik über den Livestream senden.
Nun gibt es ja zahlreiche Quellen für CC-BY oder gar komplett freie Musik. Darf ich diese Musik dann einfach streamen oder macht mir dann trotzdem die GEMA einen Strick daraus? Ich hörte mal, dass selbst Veranstalter von CC-Musik Parties, auf denen garantiert keine GEMA Musik lief, Stress mit der GEMA bekamen.
Habt Ihr Erfahrungen? Kann ich einfach fröhlich strömen oder sollte ich lieber keine Pausenmusik einsetzen?

Bin für jeden Tipp dankbar.


#2

Ja. :sunglasses:
Zu den Anfangszeiten der Plattform 1000Mikes habe ich, als damit dann der Studiobetrieb möglich wurde, in die Talksendungen auch Musik in den Pausen eingebaut. Sowohl ich wie auch andere Kollegen vorn mir haben zu diesem Zweck auf Angebote von CCL-Musik zurückgegriffen. Allerdings muss dabei die genaue Lizenz beachtet werden (z.B. zwingende Nennung von Interpret und Titel, keine Nach- oder Umarbeitung etc. pp.).

Stress mit der GEMA gab es dabei nie, auch wenn das intern immer wieder diskutiert wurde. Letztlich war aber jeder Kanalbetreiber = Radiomacher = Webcaster für den Betrieb seines Kanals = Sender verantwortlich. Aber wer glaubhaft versichern kann, ausschließlich CCL-Material zu spielen, dem kann auch die GEMA nicht an den Karren fahren.

Es gibt lediglich eine theoretische Falle: Künstler, die im CCL-Bereich begonnen haben und dann doch so erfolgreich wurden, dass sie mittlerweile über ein Label veröffentlichen, löschen ggf. ihre Werke nicht mehr von den CCL-Plattformen, obwohl die Künstler in ihrer Gesamtheit nunmehr lizenzpflichtig wären.
Aber das sind m.E. Klein-Scharmützel.

Die GEMA kann nur da tätig werden, wo sie vermutet, dass Rechte der von ihr vertretenen Mitglieder verletzt werden - oder für Unternehmen, in deren Namen sie Inkasso betreibt (GVL, Noten etc.).


#3

Ich bin Teil des Orga-Teams des KnowledgeCamps, ein Barcamp zu Wissensmanagement und Lernenden Organisationen. Dort gab es neben den Barcamp-Sessions einen Strang mit ausgewählten Vorträgen, die über YouTube Live gestreamt wurde.

In den Vortragspausen haben wir das Album Best Bytes Vol. 2 von Toucan gespielt (CC BY NC 3.0). Wir haben VLC als Player verwendet, da dort alle Titel bei Beginn eingeblendet werden. Auf der Seite zum Camp haben wir das Album auf Free Music Archive und auch den Lizenztext (ist bei CC auch gefordert) verlinkt: http://www.gfwm.de/gfwm-track-2018/

Mit Youtube oder Gema gab es (bis jetzt) keine Schwierigkeiten.


#4

Wir habt Ihr das mit der Namensnennung im Audio gelöst? Reicht es, die Playlist zu veröffentlichen? Muss ich alle drei/fünf/zehn Titel mal vorlesen, was bis jetzt lief oder gleich laufen wird?
Das meiste, was ich finde, ist CC-BY, und das finde ich auch fair. Ich weiß nur nicht, wie ich bei z.B. 2h Pause mit Musik den BY-Teil ordentlich umsetzen soll.


#5

Da 1000Mikes von der Grundidee ja eine Talk-Plattform war (ursprünglich eigentlich: Via Telefon spontan von unterwegs aus streamen) und nicht für Musik-Kanäle gedacht war, kam die Musik auch nur sporadisch zum Einsatz: Opener & Closer, kurze Pausen vor der nächsten Runde.
Da ließen sich alle Informationen zu zuletzt gelaufenen Titel locker in die laufende Moderation einbinden, dabei gleich noch ein wenig das Release bewerben - oder aber es hieß " Wir machen eine kurze Pause mit Musik, auch die kommt von…".

Drei oder fünf bis zehn Titel im Block kamen bei den von mir genutzten oder daran beteiligten und auch abgehörten Kanälen nicht vor. Für diese Variante muss ich passen.

Da fällt mir ein: Man könnte vielleicht mal beim Webmontag Frankfurt (#wmfra) anklopfen; soweit ich weiß, lassen die in der Pause auch Musik laufen und ich glaube kaum, dass dafür noch Lizenzkosten anfallen sollen. Dürfte also auch Creative Commons sein, aber wie die das machen…?