Ew, akg, tqg, ... -wtf?


#1

Hi,

Bei dem Klicken und Schauen bei thomann stolpere ich immer wieder über Anschlüsse wie EW, AKG, TQG und sonst etwas.
Was sind das eigentlich für Formate und sind diese tatsächlich so proprietär, wie sie scheinen, oder ist sind das einfach nur fancy Namen für die selben Stecker-Designs?

In Folge dessen: Wie kompatibel sind denn die Stecker, wenn man Adapter braucht, bspw. von EW-Klinke auf XLR, von AKG-Mini-XLR auf XLR oder von etwas ganz anderem auf Klinke?


Aufnahme mit 3 Nackenbügel-Mikros für unter 100 EUR
#2

Du meinst bestimmt die Stecker von Ansteckmimros, oder? Die verschiedenen Hersteller haben da tatsächlich oft was eigenes gebastelt, oder zumindest eine eigene spezielle Beschalltung.

Hier ein paar interessante Links:



#3

Tatsächlich kocht da jeder Hersteller sein eigenes Süppchen; in diesem Markt ist so ziemlich gar nichts genormt.
Wäre ja noch schöner, wenn Du ein Shure Headset “einfach so” an einen Sennheiser Taschensender packen könntest - oder vice versa. Nimm’ jetzt noch AKG, Audio Technica und, als externe Hersteller, DPA und Røde hinzu, dann ist das Chaos perfekt.
- Sorry, wenn ich jetzt einen vergessen habe, ist so aus der Hüfte geschossen -

Hersteller wie DPA und Røde lösen das über Adapter. Bei Røde hast Du auf der Zubehör-Seite einen ganz guten Überblick über die MiCon-Produkte (auf der einen Seite Røde Universal, auf der anderen dann herstellerspezifisch).
Um Dir Beispiele zu liefern, wären MiCon-1/3/4/6/7/8/10 die Produkte, die Dir einen Einblick in das Wirrwarr geben: Schau Dir nur mal die verschiedenen Stecker und Buchsen an!

Hinzu kommt, dass Miniklinke auch nicht gleich Miniklinke ist: Die verschraubbare Sennheiser (die ich sehr schätze!) passt z.B. wegen ihrer Bauform nicht zwingend auf jede andere Miniklinkenbuchse (Stichwort: Pocketrecorder).

Und dann ist da noch das Smartphone, das hinsichtlich seiner TRRS-Klinke vs. “klassische” TRS-Klinke beim Aufnehmen für reichlich Verwirrung gesorgt hat (beim Hören nicht, zum Glück).
Auf die Sauereien aus den Anfängen will ich gar nicht mehr zurückkommen - da soll es nämlich TRRS (iPhone) ≠ TRRS (alle anderen Hersteller) gegeben haben. War aber zum Glück vor meiner Smartphone-Zeit, wenn es denn stimmt. Die Apfel-Spezialisten müssten so was eigentlich wissen. Sei’s drum, die Probleme gibt es meines Wissens nicht mehr.

Zurück zu Deiner Frage: Durch den Link kannst Du visualisieren, was da so alles an Steckern und Buchsen im Markt umherschwirrt. Da für alles Adapter zu produzieren und vorzuhalten - ähm, nein.

Mit dem Kabel …

… sprichst Du vermutlich das CL-2 an (dynamisches Kabelmikrofon auf Taschensender). Ist aber auch nur dann sinnvoll, wenn man ohnehin schon eine Funkstrecke mit Taschensender hat und keine zusätzliche Handfunke auf gleicher Frequenz zur Verfügung steht.

Es gibt auch noch das CL-1, aber das ist eher ein Exot. Hier geht es aus dem Taschen empfänger (!) in den Pocketrecorder bzw. das Mischpult oder sonstige Einspeisung (wird bei Sennheiser im Produktkatalog gar nicht geführt; ist eine verschraubbare Miniklinke auf XLR male).
Taschenempfänger sind eigentlich die Kameramodule für den drahtlosen Empfang des Tons in der Kamera der Profi-Berichterstatter; es kann aber auch kreativ “missbraucht” werden. Wir hatten das mal in einem großen Bürgerhaus im Einsatz, um den Ton ohne Kabel auf zwei Ebenen über lange Distanz zu übertragen.
Für den Podcaster-Einsatz halte ich diese Kombination aber für übertrieben.

Bei AKG & Co. kenne ich mich leider nicht aus, als dass ich da eine hilfreiche Antwort geben könnte.

Bringt Dich das ein wenig weiter? Wo speziell liegt Deine Anforderung? Vielleicht gibt es ja eine vergleichsweise einfache Lösung dafür.


#4

Es bringt mich eine Menge weiter - auch, wenn ich etwas enttäuscht bin, dass der Markt wirklich so diversifiziert ist. Aber dafür kannst du ja nichts. :wink:

Mein Hintergrund ist weiterhin die Realisierung von einem mobilen Set für Interviews mit mehreren Leuten und zugleich unerfahrenen Leuten, was Interviews/Audiotechnik betrifft.
Und ich bin nun bei thomann über die t.bone HeadMiKe’s gestolpert, die für meine Zwecke ausreichend scheinen - auch die Tonqualität ist ausreicehnd. Nun würde ich die aber gern an einen Zoom H6 anschließen und da nimmt das Dilemma seinen Lauf…

Also, wenn du da konkret helfen könntest - you’re my friend :wink:


#5

siehe hier: https://m.thomann.de/de/sennheiser_mza_900_p.htm


#6

Ach JETZT weiß ich, wo die Reise hingehen soll … okay, verstehe.

Nach meiner aktuellen Einschätzung verrennst Du Dich da ein wenig. Klar, Du hast die günstigen Preise für die schlanken Headsets gesehen und die Augen begannen zu leuchten… und jetzt kommt das ABER. :worried:

:exclamation: Das sind alles Modelle für den Anschluss an Taschensender = Funkstrecken, bestehend aus einem Sender und einem Empfänger = Material und Geld. In aller Regel brauchst Du nämlich pro Gesprächsteilnehmer eine Funkstrecke; den Rest kannst Du Dir selber schnell ausrechnen.

Die Anforderung

… dürfte mit dem Funkstrecken-Modell erst mal vom Tisch sein, schätze ich.

Den von @fernsehmuell vorgeschlagenen Speiseadapter sehe ich mit gemischten Gefühlen.
Gleich vorab: Ja, er funktioniert gut (selber getestet). Doch bei dem aktuellen Straßenpreis (multipliziert mit “mehreren Leuten”) …
a) artet das kostentechnisch aus und
b) ist mit dem dann doch eher “billigen” thomann-Zeug nicht ganz so passend.

Ich hatte mal 4 Sennheiser Funkstrecken im Rack (mit dem Combiner und Stromverteiler, klar), abgesetzten Antennen, Handsendern und einem von den feinen Headsets von Sennheiser. Und dem erwähnten MZA 900. Okay, das war gewerblich, aber schon damals™ eine verdammt amtliche Investition.
Beim Privatgebrauch habe ich da gewisse Bauchschmerzen, nimm’ es mir bitte nicht übel.

Die Grundidee - ich nehme ein günstiges Headset für Funkstrecken und packe es mittels XLR-Adapter an das H6 - ist zwar verführerisch, klappt aber nicht so einfach.
Neben der erwähnten Sennheiser-Variante (über 200 €) gäbe es dann noch die Røde-Lösung. Hier ist der MiCon-5 zwar günstig, aber durch den nur für Røde vorgesehenen Universal-Anschluss sind passende Lavaliers oder Headsets wiederum so teuer, dass wir schnell wieder an den 200 Euro je Teilnehmer kratzen.

Nochmals: Im Grunde bewegst Du Dich hier im Markt für Funkstrecken und Zubehör - und die kosten nach wie vor höllisch viel Geld.

Wenn Du also auf der Zielgeraden nicht doch auf das hier so stark favorisierte HMC irgendwas einbiegen willst - irgendwann hole ich mir das mal zum Test und mache eine Probeaufnahme mit meinem H5 -, rate ich Dir im Grunde nur zu dynamischen Headsets mit XLR-Anschluss.
Auf diesem Sektor habe ich mal das WH-20 von Shure angesprochen - und finde es klanglich ziemlich doof, aber wollen wir mal meine Ohren nicht als Maßstab nehmen. Ob das Audio-Technica Pro 8 HEx, zufällig bei der Recherche gefunden, da besser ist? Schwer vorstellbar.

Andererseits: Da das Superlux HMC hier als “Profi-Sound” betitelt wird - nun, einen XLR-Anschluss findest Du auch an dem Gerät.

Ich schätze, das wird in Deinem Fall eher eine strategische Entscheidung.


#7

Das billige t.bone Headset für AKG/ mit TQG passt vom Stecker her an den Superlux Adapter PS418 (20€). Für einen Test ist das Risiko Geld hinauszuwerfen in diesem Fall gering.

Und zwei der Headsets sollten sich mit einem Y Kabel an der Stereo-Mikro-Klinkenbuchse an der Rückseite der Hx-Recorder betreiben lassen


#8

Wenn das funktioniert, wäre ich mal auf eine Hörprobe gespannt.


#9

Zwischenfrage: Hast Du das mittlerweile getestet und gibt es hörbare Ergebnisse, anhand derer man sich dafür erwärmen kann (resp. besser nicht)?


#10

Beim WH-20 hast Du aber auch gerade das Nackenbügelmikro ausgesucht, das für Bewegung&Sprache optimiert ist, also klassischerweise Aerobic-Trainer u.ä. Da sind dann anscheinend Kompromisse hinsichtlich Sound und Größe gemacht worden (dynamische Mikros sind halt prinzipbedingt schwer zu miniaturisieren).

Ich finde ja das Nackenbügelmikro beyerdynamic TG H34c ziemlich brauchbar (und günstig, incl. XLR-Phantomspeisungsadapter) - unter dem Link habe ich das mal einem Direktvergleich mit einem Shure SM-58 getestet.


#11

Schlimmer noch: Ich habe mal ein No Name-Headset bestellt, extrem günstig, bei dessen Qualität ich dennoch angetan bin.
Aufnahmen reiche ich nach.


#12

Hier die Ergebnisse bzw. das fertige Setup, wenn es wen interessiert: