Esstisch mikrofonieren?

Hallo,

ich habe da eine Podcastidee, die auch am Esstisch stattfinden soll.
Wie würdet ihr da mikrofonieren?
Jedem Teilnehmer ein Mikrofon?
Oder eines für alle?
Und welche Mikrofone?

Hallo…

Ein Esstisch hat den Vorteil, ein Mikrofon relativ nahe zum Sprecher (Tischstativ) aufstellen zu können.
Ich würde für jeden Teilnehmer ein eigenes Mikro nehmen.
Es bieten sich Kleinmembran Mikros mit Nierencharakteristik an (plus entsprechendes Interface.)

Was hast du, was willst du kaufen, womit nimmst du (willst du) aufnehmen, gibt es einen Etat ?

Ich mach das regelmässig für eine Radiosendereihe „Tischgespräch“, mit 5 Menschen, die essen und reden. Pro Person ein Beyerdynamic DT297 Headset, dann Auphonic drüber ohne Geräuschminderung, nur mit Crossgate (nur die aktive Spur kommt ins Resultat) und Levelling. Beim Aufnehmen kurze Übung vorher, aus welcher Richtung die Gabel nicht ins Mikro sticht, und ein Hinweis, dass bei der Aufnahme noch kein Crossgate aktiv ist, was Schmatz-Klickgeräusche addiert allen auf die Kopfhörer schickt, was dazu führt, dass alle recht leise essen, was gut ist, und nach kurzer Zeit vergessen sie es ohnehin. Der Mix ist immer schön, richtig schön. Wenn man will, kann man zart links-rechts ein Stereospektrum aufspannen, nicht zu viel, weil die jeweiligen Geräusche sonst auch hüpfen, das merkt man bei sanftem Stereo nicht.

Eventuell wäre Nackenbügel machbar, ohne Kopfhörer, aber dass sich die Leute über den Tisch hinweg beim Reden gut hören, wenn sie Kopfhörer haben, ist gar kein Schaden.

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Hier ist ein Ausschnitt aus dem Material (Rohaufnahme nach Auphonic), mit relativ starkem Stereodings, das ist wieder etwas weniger geworden.

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Tolles Resultat (Hörprobe) aber 1200€ nur für Mikros/Headsets plus vermutlich Interface etc.

meiner Erfahrung nach kann man mit Kleinmembraner Mikros (ein Kopfhörer ist bei einem Tischgespräch für alle Teilnehmer nicht nötig, nur für den „Aufnehmer“.) ähnliche Resultate erzielen und zwar mit Mikros in der der 50-100€ Klasse, sogar mit den „billigen“ Behringer C2, wenn den wenig Etat vorhanden.

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Ein Headset/Nackenbügel-Mikro pro Person dürfte der Gold-Standard sein. Selbst mit einem günstigen Nieren-Kondensator-Nackenbügel liegt man bei 5x 100-150,- pro Nase plus Interface, also ~700-1.000€
Und braucht entsprechende Nachbearbeitung (auspegeln, abmischen, …).

Für mich hat sich in RUHIGER Umgebung ein Zoom H2n bewährt - einfach in die Mitte zwischen den Leuten um den kleinen Tisch gestellt (das H2n hat dafür eine großartige Gehäuseform), Record gedrückt, fertig. Sehr mobil, minimale Setup-Zeit, ziemlich okayer Klang für den Aufwand. Dafür empfindlich auf Umgebungskrach, definitiv nichts für eine Kneipe oder eine Hotel-Empfangshalle - oder Umgebung mit auch nur überraschend wenig Wind. Kostet dafür auch nur knapp 150€, und ist auch prima für schnelle face-to-face-Interviews (gerade weil man als Interviewer automatisch immer die Level im Blick hat). Dafür kann es reichen, vorne und hinten abzuschneiden und fertig ist der Podcast.

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Wir sollten diese Frage noch an die Leute von Schöne Ecken weiterreichen, Cornelis @modnerd und Sven hatten eine Folge in der Kneipe (Jahresrückblick) mit bestem Sound

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Ich habe ein Zoom F1 mit OKM I, und ein UMC404HD samt Rechner und ein paar Großmembranmikrofone (die eher im Weg sein dürften) und eine Handvoll dynamische Mikrofone.
Ich dachte an einen mittleren ZOOM-Recorder mit XLR-Eingängen für die Aufnahme.
Und ich habe Bedenken gegen am Körper befestigten Mikrofonen, weil für mich mehr Unfallmöglichkeiten „dranhängen“…

Das wäre (4 Mikroeingänge) eine passende Möglichkeit des Recordens, auch dynamische Mikros (die üblicherweise eine Richtcharakteristik haben) sind via Interface eine passende Option.
Sofern du zwingend einen Fieldrecorder nutzen willst, sollte dieser eben die Anzahl an Kanälen/Inputs deiner gewünschten Gäste/Mikrofone haben, z.B. Zoom H6 für 4 externe Mikros oder eben die Interface/Rechner Variante.
Das „Bleeding“ (Übersprechen) sollte keine Probleme bei einem „Live“ Mitschnitt bereiten.
Kurz: Du hat schon vermutlich die richtige Ausstattung für ein Esstisch Podcast…
Und auch Grossmembran Mikros auf passenden Tischstativen (mit Spinne) sind natürlich problemlos einsetzbar.

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Ich denke, es ist auch eine Frage der Klangästhetik, die man haben will. Ich mache meine Zweiergespräche immer noch mit dem Zoom H2n in ruhiger Atmosphäre auf den Küchentisch. Auch wenn ich mittlerweile technisch besser ausgestattet bin. Beim Recorder auf dem Tisch kommt dann natürlich der Raum mit drauf. Aber gerade diesen Sound empfinde ich sehr homogen, so als wenn man mit am Tisch sitzen würde beim Zuhören.

Diese Aufnahmeweise hat natürlich ihre Grenzen, wie es auch @vtanger angemerkt hat. Bei Gesprächen im Café, wo es dann im Verlauf des Interviews voller geworden ist, oder in fast leeren Büroräumen, konnte ich selbst mit intensiver Postproduktion und Anti-Reverb-Plugin nur begrenzt noch was rausholen.

Viele wollen ja den intimen Klang beim Podcasten, da ist natürlich jeweils ein Mikro pro Person, und das möglichst nah am Mund, für den warmen Sound fast notwendig. Die Möglichkeit individuell die Lautstärke und Pegelspitzen/EQ beim Mischen zu bearbeiten, ist bei mir erst ab einer kleineren Gesprächsgruppe notwendig geworden.

Wir haben dafür meistens zwei Beyerdynamic M 58 verwendet. Das sind Reportermirkrofone (werden leider nicht mehr gebaut, aber bekommt man vielleicht noch gebraucht) die aus irgendwelchen Gründen (trotz Kugelcharakteristik) super gut darin sind, sowas zu machen. Die kann mann dann auch sehr dicht an den Mund halten und es klingt super toll. Quasi das Gesangsmikro für’s Podcasten in lauten Umgebungen :slight_smile:

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Erklär mal bitte etwas genauer. Wenn Du nen Esstisch betonst, sind das dann Gespräche beim gemütlichen Zusammen essen? Oder gemütliche Gesprächsrunde?
Wieviele sitzen am Tisch und wieviele passen an den Tisch?
Sollen die Leute sich sehen? Sollen die Mikros aus dem Weg sein oder können die vor den Personen sein? Sollen sie sich frei bewegen können?
Wie und wo ist der Raum? Und magste mal nen Photo von dem Tisch posten, mit ner Bierflasche drauf als Größenvergleich?

Das alles hat Einfluß auf die Mikrofonierung. Daher ist erstmal die Frage, was für nen Podcast wird das?

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Es geht um die Bewertung von Gerichten.
Der Tisch ist rund, 80cm hoch, 110cm Durchmesser und steht an einer Eckbank; eine Wand ist aber nur hinter einer Seite.
Es sitzen 3 am Tisch, und die Mikros sollen nicht im Weg sein, vor allem wenn jemand aufsteht (und seine Verkabelung vergißt).

Am besten vermutlich mit Richtmikrofonen wie dem AT875R (günstig und gut) um zu viel Raumanteil und Übersprechung zu vermeiden, und idealerweise mit Schwenkarmen montiert, weil Menschen reden leider immer auch mit den Händen, besonders wenn sie am Tisch sitzen :wink:

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Ist das in ner Lokalität oder in nem Raum, in dem Du schalten und walten kannst wie Du willst? Sind noch Andere im Raum und soll die Bewertung während des Essens sein oder hinterher?

„Es hängt davon ab“…
Wenn man sich 'drüber lehnt, „die Köpfe zusammensteckt“ und leidenschaftlich diskutiert - das ist was ganz anderes, als wenn man sich jeweils satt zurück in die Polster fallen lässt und nur noch erschöpft vor sich hin murmelt. Ersteres kann bei mäßiger Cafebesetzung noch funktionieren, letzteres auch dann vielleicht schon nicht mehr.

Ja

Nein

Da bin ich mir noch nicht sicher :smiley:

Ok, was Du versuchen kannst ist eine Mikrofonierung von oben. Das wird im Film häufig gemacht(@fernsehmuell weißt Du da evtl mehr zu?) . Dann sind die Mikros nicht im Weg und die Leute können sich frei bewegen.

Du brauchst vermutlich mehrere Mikrofone, die Du irgendwie so anbringen kannst, dass sie von oben herabhängen und vermutlich auch in Richtung der Teilnehmenden ausgerichtet, während der Teil des Mikros, der zum Tisch zeigt, etwas mit Schaumstoff abgedichtet werden sollte, um Tisch/Tellergeräusche etwas leiser zu machen.

Du wirst in der Nachproduktion eventuell viel regeln müssen, also je nachdem, wie stark sich die Leute bewegen beim Reden eine Spur an manchen Stellen leiser machen müssen, andere lauter, je nachdem was am Ende gut klingt(vielleicht gehts auch so aber das musst Du experimentieren).

Als Faustregel gilt: je mehr Komfort die Leute haben sollen bei der Aufnahme, umso mehr Aufwand musst Du betreiben. Wenn sie frei reden können sollen, musst Du mehr in die Mikrofonpositionierung und die Nachbearbeitung stecken. Wenn Du sie hinter ein Headset klemmst, hast Du weniger Arbeit, aber das schränkt die Leute eventuell ein und hat dann vielleicht Einfluss auf die Stimmung.

Speziell wenn sie essen währen der Aufnahme, wird Dir der Headset-Ansatz aber ohnehin nicht helfen, weil sie sonst das Headset vollschmaddern. Mikros von oben sind da dann echt praktischer und: im Gegensatz zum Headset hörst Du sie nicht schmatzen.

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Ich würde glaube ich Richtmikros in der Tischmitte aufstellen, eins pro Person. Sennheiser MKH 416 oder vergleichbar. Musst du dann am besten beim lokalen Verleih zumieten. Oder als Lowend-Lösung ein H4 in die Mitte als Kugel.

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