Ein Podcast mit „gast“ im anderen Land


#1

Hallo. Ich schreibe gerade mit einer Freundin. Und wir fragen uns wie wir es anstellen können zusammen einen Podcast zu starten obwohl wir in 2 unterschiedlichen Ländern sind.

Ich nehme meinen mit einen iPad auf. Könnte übers iPhone telefonieren bzw über WhatsApp sprechen.
Aber wie bekomme ich ihre Stimme drauf? Muss sie es selber aufzeichnen und mir dann die Datei senden und ich misch es dann?

Oder?


#2

Sprachnachrichten zu einem Podcast zu mischen ist eine Möglichkeit, ist aber auch recht viel Puzzlearbeit und mutmaßlich wird keine richtige Gesprächsatmosphäre aufkommen. Sprich: Man wird als Hörer bemerken, dass es Sprachnachrichten sind. Das kann mal ein schönes Stilmittel sein, hört man gelegentlich bei Esel & Teddy, ob es dauerhaft trägt, kann ich nicht seriös einschätzen.

Ich bin da so gar nicht im Thema, aber bei der Subscribe 10 gab es einen Erfahrungsaustausch zu dem Thema von dem es einen Videomitschnitt gibt, vielleicht hilft Dir das: https://media.ccc.de/v/subscribe10-55-erfahrungsaustausch-podcasting-mit-tablet-smartphone

Tablet und Smartphone können imho ein guter Start ins Podcasting sein (für ios-Geräte sind die Mikrofone von iRig total super). Langfristig rate ich eher zu Lösungen wie Studiolink und Ultraschall, das bedeutet aber auch Investitionen in Hardware.


#3

Danke für Deine Info.

Nun ich lebe Dauerhaft im van - habe ein digitales Mikro mit Lightning Anschluss von Shure. Das find ich ziemlich gut.

Mit Sprachnachrichten find ich ziemlich aufwendig. Auch muss ich die erst mal vom
Handy bekommen.

Meine Idee war, beide nehmen ihre “Spur” auf. Ich im
Moment mit der app Ferrite. Dann schickt mir der part diese zu und ich lege sie übereinander.

Ist das eine Idee die gehen könnte oder sagt ihr Schwachsinn?


#4

Klassischer Double-Ender, so haben wir das vor Studiolink alle gemacht.


#5

Vielleicht bietet sich ein geteilter Account von Anchor an. Ich habe das selbst nicht ausprobiert, aber im Grunde ist das doch ein Editor der auf so einzelnen Sprachdateien basiert.


#6

Danke. Was ist “studiolink”?

Anchor. Ok… habe gerade mal geschaut. Das Teil ist ja komplett kostenlos. Hmmm

Wie wird es finanziert? Wo ist der Haken?


#7

Es gibt in der App die Möglichkeit Werbung im Podcast zu schalten und Abos für Hörer*innen anzubieten, da dürften sie einen Teil von nehmen. Und Anchor gehört seit kurzem Spotify.


#8

Anchor habe ich selbst noch nicht probiert, aber soweit ich weiß, gibt es da eine Obergrenze von einer Stunde.

Die einfachste Lösung wäre in der Tat, dass ihr beide euch jeweils “auf der eigenen Seite” aufzeichnet - bspw. mit Ferrite oder einer eingebauten Voice-Memo-App (sicherheitshalber etwaige Aufnahmelimits checken). Das eigentlich Gespräch könnte dann über Skype oder Telefon laufen. Muss dann aber wohl ein zusätzliches Gerät sein - man kann nicht beides gleichzeitig machen (zumindest nicht auf iPad/iPhone, bei Android weiß ich es nicht).

Alternativ schaut mal auf Konferenzlösungen wie Zoom (https://zoom.us/). Dort hat man quasi ein Skype-Gespräch (mit oder ohne Video, wie man will) und kann das gleichzeitig aufzeichnen lassen (Audio und Video). Kann man kostenlos testen.


#9

Studiolink bietet VoIP-Verbindungen in Hifi-Qualität und mit geringer Latenz. Soweit ich weiß gibt es das aber ohnehin nicht als App, mit dem Tablet kommst Du da nicht weit.


#10

Ich sehe 3 Optionen, die ich mal nach meiner persönlichen Vorliebe (und nach Klangqualität und Nutzer:innenfreundlichkeit) geordnet habe:

  1. Ultraschall und Studiolink - Studiolink ist quasi das Skype für profis und direkt mit der Schnittsoftware verknüpft. Vorteil: Nach der Aufnahme kann es direkt in den Schnitt gehen, die Spuren sind synchron und in hoher Qualität. Der Nachteil ist: Funktioniert nur unter Windows und MacOS, nicht unter iOS, beide Seiten müssen Software installieren und sich etwas einarbeiten. Dafür ist das Ergebnis das beste.
  2. (Skype) Double Ender - Beide Seiten zeichnen sich lokal auf und telefonieren über Skype oder so. Dann laden beide ihre Aufnahme in die dropbox o.ä. und am Ende werden beide Lokalaufnahmen in der Schnittsoftware synchronisiert. Nachteil: Aufwand, die Spuren synchron zu kriegen, längere Zeit zwischen Aufnahme und Schnitt. Vorteil: Funktioniert mit beliebiger Schnittsoftware und mit wechselnden Gästen. Technisch relativ unkompliziert.
  3. Direkt von Skype o. Mumble aufzeichnen - mit geschicktem Audiorouting werden die Audiosignale direkt von Skype oder Mumble aufgezeichnet. Das Resultat klingt besch…eiden. Vorteile sind die vermeintlich einfache Einrichtung, die dann aber doch oft genug fummelig ist. Nachteile sind der schlechte Klang und die mitunter lästige Einrichtung.

Anchor oder Sprachnachrichten habe ich noch nicht selber ausprobiert. Ich habe aber auch noch von keinem Gesprächspodcast gehört, der darauf setzt. Ich nutze Nr. 1, und würde das immer wieder nutzen.


#11

Danke. Werde mir mal „Anchor“ anschauen, ist erstmal ganz interessant.

Bei mir muss es über iOS am besten übers iPad laufen. Bei dem Gesprächspartner über android und einen Windows Notebook.

Feritte gibt es meines Wissens nur für äs iOS. Gibt es einen gute Alternative für android?

Hätte zu der Migration eines bestehenden Podcast zu anchor noch eine Frage. Welches ist denn hier die passende Kategorie?

Danke


#12

Ihr könnt natürlich auch mit Eurer vorhandenen Hardware einfach einen Double Ender aufzeichnen und dann z.B. auf dem iPad mit Ferrite schneiden oder auf dem Windows Notebook mit Audacity (Ultraschall läuft übrigens auch unter Windows).

Wenn Du Anchor ausprobierst, berichte doch mal hier, ob das alles klappt, wie Ihr Euch das vorstellt.


#13

Bin gerade über Cleanfeed gestoßen. Wie Studiolink aber doch irgendwie anders. Weiß jemand was darüber?


#14

Wurde im Sendegate schon hier und da andiskutiert und steht auch auf meiner “Muss-ich-mal-testen”-Liste. Hier gibt’s ein Podcast-Interview mit jemandem von Cleanfeed: https://beyondpodcasting.com/cleanfeed-remote-recording-and-live-broadcasting-thats-better-than-a-double-ender/. Ursprünglich gedacht ist das ja für die Kooperation entfernter Tonstudios (Musik).

Tutorial: https://www.youtube.com/watch?v=5zA_cd1P-Lw


#15

Mir fällt noch https://palava.tv ein, die können Video und Audio, Video ggf. abwählen.
Audioqualität fast wie Studio-Link. Open Source, kostenfrei, werbefrei, kein Account nötig.


#16

ach ja, zencastr ist auch ne web option