DT 297 - Go Wireless


#1

Hallo,

heute hätte ich da echt bedarf gehabt, das DT 297 schnurlos zu machen. - Ging halt nicht, war im Endeffekt auch nicht so schlimm. Trotzdem lässt mich das nicht los, ist sicher viel zu teuer und störanfällig. - Aber fragen kostet erstmal nix.

Geht das?
Was kauft man da, braucht man da?
Hat das schon jemand gemacht?

Im Grunde braucht man ja Kopfhörerverstärker und Mikrofonverstärker in einem Paket, störfrei etc…


#2

Ganz klassische Funkstrecke. :slight_smile:

  • Mikrofon: Aufstecksender mit XLR-Buchse.
    Empfänger am Aufnahmegerät: Entweder normal (stationär) oder in der kompakten, mobilen Variante (z.B. für Kameras).

  • Rückleitung (Kopfhörer): Übliches IEM-System (hier aber nur Sender und Empfänger) plus Adapterstecker von (ggf. verschraubbarer) Miniklinke auf 1/4" Stecker - je nach Hersteller.

Teuer? Ja, in jedem Fall. Locker vierstellig.

Störanfällig? Nicht unbedingt. Kommt auf die verwendete(n) Frequenz(en) an. Finger weg vom 2,4 GHz-Band, das geht nach meiner persönlichen Erfahrung schief. Eine simple W-LAN Scan-App auf dem Smartphone offenbart da schon den reinen Horror.
Mit den sogenannten “LTE-Mittenlücken” bin ich auch schon bös’ auf die Nase gefallen. Dazu habe ich mich an anderer Stelle im Sendegate bereits blutdrucksteigernd aufgeregt.

Wenn man es geschickt anstellt, kann man herausragende Ergebnisse erzielen. Wir haben über eine “Taschensender auf Kameraempfänger”-Verbindung schon einen Ausstellungsraum von Etage zu Etage mit Hintergrundmusik beschallt, weil Kabelwege aus verschiedenen Gründen nicht möglich waren.
Hat 1a geklappt. :sunglasses: :+1:


#3

Uff… Okay, ich frage in ein paar Jahren noch ein Mal.
Aber danke für die Background-Infos zu Frequenzen.


#4

Ich habe jetzt nicht jeden Preis nachrecherchiert, aber wenn’s amtlich sein soll, bleibe ich dabei. Bei Chinakrachern möchte ich dann nicht mehr mitreden. Zur Qualität von Røde kann ich noch nichts sagen, aber die bieten ja auch nur den Hinweg (Mikrofon) an.

Rein auf dem Mikrofon-Funkkanal bleibst Du dreistellig, das ist nicht das Thema. Die Funk-Rückleitung (Kopfhörer) bricht Dir das Genick… Du brauchst schließlich zwei Funkstrecken. Selbst wenn Du es ohne IEM realisierst, sondern mit der doppelten Funkstrecke… ich rechne es mal durch.


#5

KORREKTUR!

So 'n Headset braucht ja 'ne Phantomspeisung - die liefert der Aufstecksender natürlich nicht!
Da müsste noch 'n Speiseadapter (Einbahnstraße!) dazwischen, also weiterer Kostenfaktor.

Bei den klassischen “Beltpacks” für Lavaliere oder Headsets (ohne Kopfhörer, also die TV-Teile) reicht in aller Regel die 5V Tonaderspeisung, aber beim Aufstecksender sieht die Welt wieder 'n bisken anders aus.
Mist!

Sorry, ich lebe einfach nicht in eurer Headset-Welt, ich komme aus einem anderen Universum.


#6

Die meisten Aufstecksender können Phantomspannung liefern. Ansonsten wär ein Großteil der aktuellen Verwendungszwecke hinfällig. Beltpacks hingegen haben die Möglichkeit meistens nicht.


#7

Also, zumindest für die Senderseite (Mikrofon) gibt es eine Lösung von Røde, die 48V Phantomspannung fürs Mikro liefert:
Rode TX-XLR Transmitter https://www.amazon.de/dp/B071RRX2FN/ref=cm_sw_r_cp_tai_PaOlCbC48EBYQ

Mit der Übertragungsqualität habe ich bisher nur beste Erfahrungen gemacht, obwohl 2,4 GHz Technik.

Für den Stereo-Rückkanal zum Kopfhörer müßte es doch ein einfacher, schwacher (und damit zulassungsfreier) UKW-Sender und ein UKW-Taschenempfänger (Radio) tun, oder nicht?


#8

Sennheiser nicht, und allzuviele (brauchbare) Aufstecksender kenne ich nun auch wieder nicht.

Korrekt, aber die gängigen Headsets und Lavaliers lassen sich darüber bestens speisen - und dazu sind sie schließlich da.

Ah, interessant, das habe ich noch nicht gesehen.
Allerdings 2,4 GHz.

Ja, die Qualität wird gut sein. Das sind ja die Grundlagen der drahtlosen Übertragung:

  • Je höher die Frequenz, desto hochwertiger die Qualität.

Aber auch:

  • … desto geringer die Reichweite
    … und …
    … um so störanfälliger reagiert die Verbindung auf Einflüsse im Signalweg (ich hatte es mal mit einer Wendeltreppe aus Stahl zu tun, unter der der Technikplatz eingerichtet werden musste, und die Funkverbindung setzte trotz Sichtkontakts (!) immer wieder aus. :flushed:).

Wir sind mittlerweile so weit. dass in einem Konferenzraum auf 50 Meter zwischen Rednerpult und FOH eine aktive Richtantenne eingesetzt werden muss.

Es kommt letztlich auf die Location an, aber (gut) zahlende Kunden werden da sehr schnell sehr nervös. In einem Fall wurde innert 24 Stunden eine Event-Technik-Firma gefeuert und eine andere kurzfristig engagiert. Vielleicht bin ich aus diesem Grund etwas neurotisch.
Manche Dinge dürfen einfach nicht schief gehen.

Ach ja, auch die Steuerung von Lichteffekten über W-DMX läuft nicht immer störungsfrei, obwohl hier die Komplexität des Signals vergleichsweise gering ist.

Nur mal so als Anmerkung.


#9

Ja, die Røde Link haben etwas weniger Reichweite als die entsprechenden (und meist ca. doppelt so teuren Sennheiser Funkstrecken) und strahlen auch nicht durch Bunkerwände, aber die Übertragung war bei mir bisher immer störungsfrei.

Während der Photokina hatte ich mal ein paar ausländische Kamerateams, die ebenfalls damit arbeiteten, zu ihren Erfahrungen damit befragt. Und die sagen mir unabhängig voneinander, dass sie die Sennheiser Funkenstrecken zwar auch sehr mochten, aber die Røde weniger Dropout (kurze Unterbrechung/Stille) und bisher keine Knackser produzierten. Alle rundum glücklich damit.

Aber höchstwahrscheinlich arbeiten wir (also die Kollegen und ich) nicht mit so einem außerordentlich hohen Anspruch bzw. nicht in so schwierigen Aufnahmesituationen wie Du.

Mir ging es lediglich darum, dass Du und die anderen Mitlesenden hier zumindest mal von der Alternative gehört haben. Wem es wieviel taugt muss dann vermutlich jede® individuell und angemessen zur jeweiligen Situation entscheiden.