CC BY-NC 4.0 was ist da lizenztechnisch möglich?


#1

Grüß euch!

Ich arbeite gerade an einem neuen Podcast Project welches ich unter CC BY-NC 4.0 veröffentlichen möchte. Weiters würde ich gerne ein Intro verwenden welches unter selbiger Lizenz gepublished wurde. Ist diese Form der Lizenzierung überhaupt anwendbar wenn zB ein PayPal Button, Amazon Wishlist oder Patreon Kampagne eingebunden wird? Bei Sponsoring durch Dritte wäre mir das Ganze klar aber nicht so ganz bei den genannten Punkten.

Via Suchmaschine konnte ich keine brauchbare Antwort finden aber eventuell kennt sich von euch jemand mit der Thematik aus.

Gruß

Thomas


#2

Fließt Geld? Ja? Dann ist der Fall zumindest für die Steuer auch schon klar genug…


#3

Steuerlich muss ich mir keine Gedanken machen, meine bisherigen Projekte waren in Sachen spenden Überschaubar und nach unserem in Österreich gültigen Steuerrecht noch im nicht pflichtigen Bereich. Mir geht es hier rein um die Lizenzthematik, da ich mich ungern mich mit der Thematik Abmahnung wegen Lizenzverstoß beschäftigen möchte.


#4

Ok, ich formuliere anders: Sobald Du ein Projekt mit der Absicht (oder unter Inkaufnahme) Einnahmen zu erzielen betreibst gibt es ein kommerzielles Interesse. Wenn man es also streng auslegt verbieten sich NC Lizenzen dann.


#5

Die Lizenz definiert NonCommercial wie folgt:

NonCommercial means not primarily intended for or directed towards commercial advantage or monetary compensation. For purposes of this Public License, the exchange of the Licensed Material for other material subject to Copyright and Similar Rights by digital file-sharing or similar means is NonCommercial provided there is no payment of monetary compensation in connection with the exchange.

Nach meiner Einschätzung sind die Arten, durch die du Geld verdienst (zumindest PayPal und Amazon Wishlist), nicht “primarily indended for commercial advantage”, da du ja sicher nicht davon ausgehst, davon leben zu können. Außerdem sind die Gegenleistungen auf rein freiwilliger Basis. Aber dafür kann ich nicht die Hand ins Feuer legen, IANAL.

Gerade bei Patreon wäre ich wahrscheinlich eher vorsichtig. Im Zweifel kannst du ja den Urheber des Intros fragen, ob er mit deiner Nutzung ein Problem hat. Wenn der Autor zustimmt, hast du im Endeffekt eine Lizenz zu abweichenden Bedingungen erhalten.


#6

Wir sind hier alle keine Rechtsexperten, aber nur so viel: Dem Deutschen Recht nach zumindest ist es für die generelle Einstufung egal ob Du davon ausgehst von etwas leben zu können oder ob Du die Zahlung freiwillig ist. Sobald ein PayPal Button oder ein Patreon Link existiert wird etwa bei der Beurteilung bestimmter Webseitenpflichten und der Einstufung in Steuerfragen erst mal von einem kommerziellen Interesse ausgegangen.

Um es mal zusammenzufassen:
Was @tweezerAT vermutlich gerne lesen möchte ist “alles kein Problem, ist ja nur Hobby” :wink:
Was er aber von uns bekommt ist ein Bündel an Meinungen und von mir jetzt den Rat: Wende Dich an einen Experten wenn Du es genau wissen willst, denn es gibt durchaus ein gewisses Risiko, dass Du eben doch kommerziell im Sinne der Lizenz unterwegs bist, einfach weil ein Geldfluss ermöglicht wird.

//D


#7

Völlig korrekt. An dieser Stelle sollten wir aber unterscheiden, was Steuergesetze und das Telemediengesetz sagen und was die Lizenzbedingungen sagen. An denen hängt es am Ende, nicht am allgemeinen Wortsinn.

Würde ich auch raten. Ein Anwalt haftet dann auch für die Beratung, die er dir gibt. Damit bist du (für einmalige Kosten) auf der sicheren Seite.
Die andere Möglichkeit ist (wie oben erwähnt), dich direkt mit dem Urheber in Verbindung zu setzen. Vielleicht ist deine Nutzung für diesen ja sogar in Ordnung.


#8

@lukasbestle den Urheber habe ich bereits angeschrieben, der hat mir als Antwort nur die FAQs seiner Website geschickt die ich davor schon gelesen habe :wink:

@dirkprimbs warum kommst du auf die Idee dass ich “es ist nur Hobby das geht schon in Ordnung” lesen möchte? Nein mir geht es darum das mal genauer zu verstehen, ich hätte bereits die Suchmaschine meines geringsten Misstrauens angeworfen, aber hier ich zu keinem brauchbaren Ergebnis gekommen außer “wo klein Kläger da kein Richter”. Genau auf etwas in dieser Art möchte ich mich ehrlich gesagt nicht einlassen.

In Summe dürfte NC wohl wirklich so sein wie ich vermutet hätte. Thx


#9

Mir schien es einfach so als ob Du eine entspanntere Definition vermutest als ich und die auch bevorzugst :wink:
Letztlich kommt es auf die Definition von “kommerziell” an, insbesondere wo die Grenze für “not primarily intended or directed towards commercial advantage or monetary compensation” verläuft.
Und um es extra kompliziert zu machen mag dann noch die Rechtsprechung je nach Land unterschiedlich streng ausfallen.
Wenn ich auf Nummer Sicher gehen wollte würde ich jeden Geldfluss als problematisch sehen.
Wenn ich versuchen würde das Risiko abzuschätzen Ärger zu bekommen, dann ist vermutlich ein kleines Spendenaufkommen in Ordnung solange das dazugehörige Projekt erkennbar privat getrieben ist.

Bin jedenfalls gespannt zu lernen was Du herausfindest!


#10

Du antwortest Dir schon selbst: Derjenige, der Dir Geld über einen Paypal Button oder eine Patreon Liste zukommen lässt, ist ein “Dritter”, Amazon ist ebenfalls ein “Dritter”.


#11

Das Beste und Einfachste ist: Frag den Urheber. Wenn dieser sacht “Mach”, geht das klar.
Notfalls noch schriftlich bestätigen lassen und alles ist schick.