Audio im Feed Brauchbar bis unhörbar – je nach Abspielgerät


#1

Fröhliche Weihnachten zusammen!

Ich bin mit meinem Latein gerade so richtig am Ende. Eigentlich wollte ich zu Weihnachten gestern “nur” eine lange Folge Segelradio online stellen. - Habe ich auch gemacht. Aber heute morgen dann der Hinweis: “Schade, dass man den Interviewer auf Youtube nicht hört…” ???

Zuerst gedacht, ok, da hat Youtube wohl was verschlimmbessert, aber auch der Feed klingt auf einmal merkwürdig nach Walkie-Talki… stellt sich heraus:

  • auf dem Macbook nicht großartig, aber soweit ok.
  • auf dem iPad ein bisschen wie “Übersprechen von der Nebenspur”, extrem leise und ohne Bässe
  • auf dem iPhone wie durch einen Hochpassfilter mit 19000 Hz

Und alles nur auf “meiner” Spur.

Was ist da los??? Wie kann das angehen???
Ich nutze ja Auphonic vor allem, damit die Spuren schön gelevelt sind und es gut klingt.

Mein Workflow

  • Aufnahme in Reaper
  1. Spur: Ich (HMC660 -> H6 -> Macbook)
  2. Spur: Segelyacht Inti aus Polynesien per Skype
    3.Spur: (Muted) Doubleender von Bord, leider nicht zu gebrauchen
  3. Spur: Reaper Soundboard

Nachdem es mit dem Ducking bei meiner Musik etwas Probleme bei Auphonic gab, habe ich von Mixdown auf
Multitrack (3x Wav) umgestellt und alles bei Auphonic hochgeladen.

Die Auphonic Ergebnisse habe ich nicht mehr angefasst.
Zur Folge: http://www.segelradio.de/mit-der-inti-um-die-halbe-welt/
bzw.: https://www.youtube.com/watch?v=RWiyr53bANo


#2

Nur mal ne ganz blöde Idee, aber manchmal sinds genau die, die am Ende helfen:

Hast Du vielleicht aus Versehen ne falsche Spur hochgeschickt? Sprich, klingen die Einzelspuren in Auphonic noch sauber?
Nicht dass Du aus Versehen die Doubleender-Spur exportiert und hochgeladen hast und Auphonic beim Nachregeln in den Wahnsinn treibt(weiß jetzt nicht, warum der Doubleender nicht zu gebrauchen war, daher kann ich da nix genaueres sagen…)

PS: Mal kurz reingehört, es scheint eventuell ein Phasenauslöschungsproblem zu sein, soweit ich das grad mit meinem Equipment hier einschätze.
Du kannst mal Folgendes versuchen in Reaper direkt.
Schalte alle Spuren, die Du bei Auphonic hochgeladen hast, auf hörbar. Alle anderen auf stumm.
Dann stell folgendes im Master-Channel ein:

Dann hör nochmal rein. Wenn es genauso seltsam dünn klingt, ists ein Phasenauslöschungsproblem. Wenn nicht müssen wir weiter schaun…


#3

Ok… Danke. das ist spannend. Was auch immer ein Phasenauslöschungsproblem ist, Du hast es offenabr gefunden. – Wenn ich Deine Anleitung befolge, verschwindet meine Stimme fast vollständig aus dem Mixdown, Track 2 und Track 3 bleiben unverändert kräftig.


#4

Ich habe gerade mal meine Spur vergrößtert

Damit stellen sich die Fragen

    1. Wie passiert sowas?
    1. Wie bekommt man wieder weg?

Ich habe keine Idee, wo ich das “eingebaut” haben sollte.

…und überhaupt… warum ist das eine Stereo-Spur???


#5

Ne Phasenauslöschung passiert, wenn Du das gleiche Signal zweimal hast, das eine jedoch nur gaaaaaaanz klein wenig verschoben (gaanz platt gesagt). (Minimalstes Echo kann sowas verursachen, also so minimal, dass Du es nicht mehr als Echo wahrnimmst).

Um das weg zu bekommen,versuch mal Folgendes, was aus 2 Schritten besteht.
Zum Einen, drehst Du das die Balance(Panning) von Deiner Sprachaufnahme auf links. NICHT der Spur, sondern von den Aufnahmen direkt! Je nachdem, wieviel Du geschnitten hast, musst Du das für alle Audioaufnahmen Deiner eigenen Sprachspur machen.
Danach stellst Du width für die Spur, auf der Deine Sprachaudios liegen, auf 0%

Das siehste am Besten im folgendem Gif(nicht wundern, bei mir sehen die Audioschnipsel etwas anders aus, aber der Weg funzt bei Dir trotzdem.)

Wichtig! Vorher musst Du, was ich Dir vorhin im andern Gif für die Master-Spur gezeigt habe, wieder rückgängig machen!

Wie es zu Phasenauslöschung kommt kann vielfältig sein und wäre ist an sich nen eigenen Podcast wert und geht tief in die (sehr spannenden) Grundlagen von Audio.
Aber als Praxistipp: Normalerweise bist Du auf der sicheren Seite, wenn Du Dich in Mono aufnimmst.
Und wenn Du, vor ner Aufnahme, nochmal prüfst, ob Du in der Aufnahme gut klingst oder ob Du nach “dem inneren einer Röhre” klingst oder so seltsam wie bei Deinen obigen Beispielen.
Sollte es seltsam klingen, etwas anders hinsetzen, solange bis es gut klingt(ruhig experimentieren).

Funfact: Karaoke-Programme nutzen diesen Effekt, um die Stimme aus nem Song rauszufiltern, so ähnlich wie es Dir passiert ist.
Mach also ein Transkript und dann soll Deine Hörerschaft dazu Karokeartig Deine Fragen “einsingen” :wink:
(Ok, jetzt werd ich albern :wink: )