Zoom H6 + Live-PA?

Danke dir, Johannes! Du hast natürlich Recht damit, dass sachgerechtes Equipment immer am besten ist. Aber deine Erfahrung scheint ja zu zeigen, dass es notfalls auch mal so geht. Das ist bei mir ähnlich. Ein L12 ist budgetmäßig nicht drin, und auch einfach zu groß für mich. Der H6 ist eigentlich für mich ideal, da so vielseitig (und auch als USB-Interface einsetzbar).
Adapter, Kabel etc. würde ich natürlich mitbringen. In meinem Fall ist die Location eh auch recht klein.

Statt des A&H Zedi10 würde ich im selben Preisrahmen eher zu einem Soundcraft EPM 6 bzw. dem nächstgrößeren EPM 8 oder auch dem Mackie ProDX12v2 raten: dort dann den Live-Mix machen, und für den Podcast dann neben dem Stereo-Livemix (vor! Saal-Equalizer) die einzelnen Mikrospuren per Insert einzeln abgreifen und im H6 aufnehmen. Dann hat man nachher immer noch alle Möglichkeiten, selbst wenn man den Saalmix mal versemmelt.

Der Trick bei der Technik sind halt: Live-Mixer mit entsprechenden Insert/DI-Out. Solche Buchsen sind bei größeren Live-Mixern Standard, aber gerade bei den Kleineren eher selten.

Bei der Behelfslösung sollte man aber im Auge behalten, dass das L12 “nur” knapp 500,- und damit gerade mal doppelt so viel kostet.

Ach ja: wenn das A&H, dann will man das ZED-10 wegen des (Stereo-) Record-Routings, nicht aber das ZED_i-10 (ohne). Allerdings haben beide keine Insert/DirectOut Buchsen.

1 Like

Nun gut - trotzdem musst du Dich nach der - vermutlich von der Location gestellten - PA richten. Es sei denn, Du stellst sie selber (z.B. vom örtlichen Verleiher geholt) oder lässt sie stellen.

Bei einer kleinen Location kannst Du, sofern Du es beeinflussen kannst, den Signalweg übrigens, entgegen meines ersten Rats, tatsächlich variieren. Wenn dort nämlich ein Paar (amtlicher) Aktivboxen am Start ist, kannst Du aus dem Zoom heraus per Miniklinke bzw. Adapterkabel Miniklinke auf RCA (aka Cinch) direkt in die Aktivbox gehen.
Der Rest ist eine Frage der Kabellänge.

Ach so: Es wäre natürlich von Vorteil, wenn Zoom und PA im selben Stromkreis operieren würden. Normalerweise kein Problem, aber manchmal gibt es ausgerechnet dort Ärger, wo man ihn nicht erwartet.

[OT]
@vtanger Ich hatte mal das Vergnügen, ein kleines QSC Touchmix einzurichten. Geiles Teil! Sogar mit der Option der Mehrspuraufnahme auf einen Stick oder ein FAT32-USB HDD. Ich fürchte aber, dass diese Aufnahme nicht zur Weiterbearbeitung mit einer DAW geeignet ist. Das wäre nämlich das Sahnehäubchen.

1 Like

Das heißt, über die USB-Schnittstelle schickt der Zedi10 kein trockenes Signal, sondern das mit EQ/FX?

Ooooh! Wait! Das ZED i 10 ist doch gar nicht so schlecht - wenn man es STATT des H6+Mixer nimmt.

Beim ZED-ohne-i-10 kann Kanäle einzeln auf einen separaten Record-Bus legen. Damit lassen sich dann ohne Verrenkungen schicke N-1 Schalten bauen. So etwas möchte man für die Kombi mit einem Aufnahmegerät (wie dem H6) haben.

Das ZEDi-mit-i-10 hat dagegen ein 4+4 USB-Interface, das die 4 Mikrokanäle unabhängig vom Mix (oder 2 Mikrokanäle plus diverse Mixvarianten) abdeckt.
Wenn man sich den TechnicalDatasheet auf der A&H ZEDI-10 Homepage anschaut, dann kann man auf dem Blockschaltbild sehen, dass die USB-Signale Pre-Fader und whalweise pre/post EQ sind (default Pre-EQ), also noch ohne Effekte und damit sauber - wie man es haben will.

Verdammt, jetzt steckt mir ein neues Interface in der Nase…
;-/

TL;DR:
wenn mit externem Recorder dann das OHNE-i,
aber wenn solo am PC dann MIT-i

2 Like

Uff. Der Trick beim Live-Mix ist, dass man da auch mal schnell was regeln können muss.
Also SCHNELL. Wenn’s beispielsweise anfängt rückzukoppeln.
So im Sinne von ErstMalFaderRunterreißenUndErstDannSchauen-HinhechtUndREISS-Schnell.

Oder dezent nebenbei etwas nachjustieren - so nur kurz den richtigen Knopf ausgesucht und dann weitergemacht und ohne hinzugucken nachgeregelt.

Beides geht beim H6 nicht. Da ist das “Mixen” eher örks-umständlich 'rumzumenüen. Der H6 ist schlicht garüberhaupt nicht für Live-Mix gemacht. Eigentlich sogar für gar keinen Mix. So nur für das Weil-muss-auf-der-Featureliste-stehen und das allerallerallernotwendigminimalste KommtDaÜberhauptWasAn-Monitoring.

Wenn man sich schon einen Mixer zulegt, dann ist das ZED i 10 als Kombi aus Mixer und Audiointerface gar nicht mal so übel von der Featureliste her. Und vor allem ist das ein “echter”, livetauglicher Mixer.
Für die Aufnahmen braucht man dann halt noch einen Laptop mit Mehrspuraufnahmentauglicher DAW.

1 Like

Ganz großen Dank für diesen Nachtrag! Damit herrscht bei mir jetzt auch Klarheit. Nun muss ich wohl doch den bereits vor einer Weile für Live-Sachen angeschafften Behringer Q1202 USB wieder loswerden :wink:

1 Like

Da gibt’s doch was von Ultraschall™ :wink:

1 Like

Das meinte ich im Unterschied zum L12 (oder Qu16) die das alleine können.
:wink:

2 Like

Lasst mich das Thema nochmal rausholen…

könnt ihr mich technisch aufklären, was es benötigt, um eine Aufnahme mit mindestens 4 Leuten Live zu bringen? Also Tatsächlich auch Ausgabe über eine PA. Gleichzeitig soll natürlich die Aufnahme aufgezeichnet werden per Ultraschall.

Was ich habe:

  • H6
  • HA400
  • HMC 660X

Vielen Dank für eure Unterstützung!

LG, Christian

Hallo Christian,

mit dem bestehenden Equipment müsste das prinzipiell schon gehen - ist aber nicht ideal (siehe oben). Per USB mit dem Rechner verbinden und dort ins Ultraschall. Und dazu vom Line-Out des H6 ins Pult vor Ort gehen (bspw. mit so einem Kabel hier). Ich weiß jetzt nicht hundertprozentig, ob der Line-Out Stereo ist, aber ich vermute mal ja. In die PA geht dann aber natürlich nur das Endsignal; das Mixing/Ausbalancieren der Teilnehmer:innen müsstest du im H6 selber machen (steht im Handbuch). Ich weiß nicht, ob man sonst lieber den Rechner an die PA anschließen sollte?

1 Like

Danke! Dann scheint das ja doch zu gehen.
Das mit dem Mixing schaue ich mir mal an, wobei das ja so schwer nicht sein sollte, oder? Für die normalen Aufnahmen geht das ja auch irgendwie alles klar.

Ist er. :slight_smile:

3 Like

Das ist viel Menü+HochRunterWippe-Geklicke, viel zu fehleranfällig in Live-Situationen. Selbst wenn man das aus dem Effeff beherrscht würde ich mal so 5-10 Sekunden schätzen, bis man einen (1) Kanal regeln kann. Je Kanal. Und nur wenn man sich nicht verklickt.
Bis man da auf eine heraufziehende Rückkopplung reagiert hat, liegt schon der ganze Saal mit blutenden Ohren am Boden.

Ich bin mir auch nicht sicher, ob das Abmischen im Interface-Modus überhaupt funktioniert. Hat das jemand mal getestet?

Eine Alternative wäre das Mischen im Ultraschall. Da hat man wenigstens die Fader in Anklickreichweite und weniger fehleranfällig. Dafür aber mit etwas Latenz.

Ich würde für einen Live-Mix IMMER einen Mixer mit direkt anfassbaren Fadern empfehlen.
(Tablet optional ist ok - aber ein fehlerfreier Sofort-Eingriff ist bei vorher unbekanntem Ablauf ein Muss).

1 Like

Okay, nun ists aber so, dass das Equipment portabel sein muss. Ich habe kein AUto und kann nicht mit einem riesigen Pult durch die Länder ziehen. Was gäbe es da als Empfehlung? Würde das hier gehen: https://www.thomann.de/de/focusrite_clarett_4pre_usb.htm?glp=1&gclid=EAIaIQobChMI8ZTwvrSI5wIVx5rVCh1CrgHCEAQYASABEgIsifD_BwE?
Das müsste doch auch mit dem HMCs an 12V gehen, oder? Hab ich nen Denkfehler?

Das Clarett ist (wie das H6 im entsprechenden Modus) auch nur ein Audio-Interface. Mit den gleichen Regel- und Latenzproblemen.

Wie wäre es mit einem A&H ZEDi-10 (34x38x10) und Laptop statt H6? Da hat man alle 4 Eingangskanäle aufnahmebereit am Laptop anliegen (dort dann mit Ardour, Ultraschall o.ä. aufnehmen) und man kann live mischen. Die HMC660x müssten aber (entweder direkt oder per Zwischenkabel) mit den Widerständen versehen sein.

Oder man ersetzt H6 und HA400 durch ein Zoom L-12 (45x29x7) oder L-8 (29x27x8). Auch hier ist wieder die Widerstandbastelei notwendig.

Oder man bleibt beim H6, macht VOR dem Auftritt einen Grob-Vormix im H6 und regelt die Einzel-Lautstärken dann per Eingangsregler, die Ausgangslautstärke an der Endstufe. Nicht unmöglich, aber man kann sich dann halt die Aufnahme kaputtregeln bzw. zusätzlich Arbeit beim Schneiden machen. Halt immer dann, wenn man während der Aufnahme am Gain 'rumfummelt.
Kostet dafür nicht extra.

1 Like

Ich habe hier selber das Allen&Heath ZEDi-10 und mittels Zwischenkabel ein HMC660 am Start. Funktioniert wunderbar. Was ich am ZEDi-10 besonders charmant finde, ist die Tatsache, dass ich das Signal nach Gain und Equilizer direkt an den Rechner (hier: Windows 10 und Ultraschall) übergeben kann. Der Mix - bei mir am Schreibtisch nur fürs Monitoring - kann unabhängig gemischt werden.
Für einen Live-Einsatz kann das Master-Signal direkt an die PA übergeben werden und da das ZEDi-10 auch noch über einen Aux-Bus verfügt, wäre sogar ein separater Monitoring-Mix möglich.
Ach ja: Das ZEDi-10 ist auch um einiges günstiger als ein H6! :wink:

2 Like

Hallo @mynoxin.
Ein Audiointerface (immer in Verbindung mit PC) ginge natürlich auch, und dazu brauchst du nicht das o.g. teure Teil.
Und hier geht das das Signal direkt vom Output des Interfaces in die PA…
Hier reicht ein Interface mit 4 Mikroeingängen (bzw. soviel wie du Mikros brauchst).
Alle Interfaces stellen “nur” 48 Volt zur Verfügung, ergo brauchst die die “Widerstandslösung” für das Headset.
z.B.


1 Like

Zum Thema H6 über Line out in die PA…
Sofern dies gewünscht ist (mit den hier aufgezählten Nachteilen des "Eingriffs), rate ich dringend zu einer DI-Box,
die a) die Datenleitung symmetriert (gegen Störungen schirmt)
und b) die Verwendung von “richtigen” Kabeln (Klinke oder XLR) ermöglicht.
PA Boxen/Amps haben alle einen symmetrischen Klinke(TRS) oder/und XLR Eingang.
Tipp hierzu:

2 Like

Eine DI-Box ist ein Super-Tipp. Günstig und effektiv.