Wenn man die Aufsteck-Mikros nicht nutzt, dann kann man die abmachen - das H6 wird dadurch viel kompakter. Wenn man nur 1-2 Mikros anschließt, dann kann man die auf einer Seite lassen und das H6 beim Transport seitlich in eine Messenger-Umhängetasche legen und hat alles dann griffbereit. Beim Einsatz nehme ich das dann (mit Kamera-Handschlaufe als Absturzsicherung) in die Hand und zeichne die Interviews entweder nur mit Aufsteckmikro oder Hyperniere-Reportermikro plus Aufsteckmikros als Ambient/Backup auf. Die Kabel liegen dabei am besten auf der Daumenseite - dann kann man “nebenbei” einhändig den Pegel nachregeln.

Von den Aufsteck-Mikros ist das M-S nicht für Interviews geeignet, da zu viel von “Rundrum” mit auf die Aufnahme kommt, und für Konferenztisch-Aufnahmen auch nicht, da das H6 dazu stehen müsste. Das L-R ist für Interviews zwar besser, auch nicht wirklich ideal, da man das dann so halten muss, dass man die Anzeige nicht mehr sehen kann. Für Gerät-Hinhalte-Interviews ist da ein H2n viel besser geeignet, ebenso für 1-Gerät-auf-den-Tisch-stell Meeting-Aufnahmen. In diesen beiden Kategorien überholt der “Kleine” den “Großen” locker (und ist da auch recht einsame Spitze).

Bei Pressekonferenzen ist dagegen der H6 im Vorteil, da die Richtwirkung der X/Y-Mikros besser ist als beim H2, und man (wenn angeboten) zusätzlich den Feed von der Saal-PA mitschneiden kann, dann hat man vielen anderen Reportern gegenüber mehr als nur eine Nasenlänge Vorsprung: man kann aus mehreren Soundqualitäten auswählen und hat trotz sauberem Saalfeed immer den Fallback auf den Direktschall. Dasselbe gilt für Konzertmitschnitte.

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