Wie sprecht ihr mit und von euren Hörern /Innen)?


#21

Ich weiß schon was du meinst, aber genauso gut kann ich dir versichern, dass ich eben im Moment der Aufnahme meist nicht mit vielen sondern mit einer Person spreche. Für mich fühlt sich das “ihr” eben falsch an wenn ich allein dasitze und Leute eben nicht als Gruppe sondern als viele Einzelne meinen Podcast rezipieren.

Alternativ könnte ich es jetzt gleich ganz sein lassen meine Hörer anzusprechen, aber dann baue ich eben Abstand auf den ich ja gerade überbrücken möchte.


#22

Ich wollte nicht unbedingt einen Glaubensstreit lostreten, sondern erfahren, wie ihr / Du / Sie empfindet und wir ihr / Du / Sie dieses Problem angeht. Vielen Dank für die rege Beteiligung.


#23

Hat sich gar nicht nach Streit angefühlt sondern nach einem sehr interessanten Austausch :wink:
Ich fand’s jedenfalls wirklich spannend die verschiedenen Perspektiven zu lesen.


#24

Danke dafür.


#25

Ich finde es seltsam, wenn du mich im Podcast duzt, aber mich auf einem Hörertreffen siezen würdest. Ich bin aber auch seit 18 Jahren Ausländer mit 85% ausländischen Freunden und bin evtl. nicht mehr mit den Kommunikationregeln in Deutschland vertraut.


#26

Keine Sorge, mach ich nicht :slight_smile:
In der Regel ist das “Du” entweder sowieso schon gesetzt (eben z.B. auf einem organisieren Hörertreffen) oder ich lasse dir den Vortritt damit du den Ton setzen kannst. Allerdings habe ich noch nie erlebt, dass ein Podcaster in meiner Gegenwart von einem Hörer gesiezt worden wäre :smiley:


#27

Hui, erst durch die Sendegate Zusammenfassung diesen Thread gesehen und auch die Antworten gelesen.

Ich möchte meine Erfahrungen als Podcasthörer und seit kurzem als Podcaster hier kommentieren.

Bei Podcasts von Zeitungen oder Magazinen ist es okay, wenn die ModeratorInnen mich in einer Gruppe als “ihr” ansprechen, weil ich ja auch weiß das ich ein kleiner Funken bin der die Sendung hört. Außerdem trage ich nicht viel zur Sendung bei, ich melde mich kaum per E-Mail oder Twitter an die SendungsmacherInnen.

Im Fall vom Anerzählt-Podcast war ich erstmal überrascht das mich jemand “duzt” und direkt anspricht, das fand ich super und war ich nicht so gewohnt und das Interesse am Podcasting mehr und mehr geweckt und mir sind dadurch die persönlicheren Podcasts lieber als so Massen-Casts.

Jedenfalls als ich selber hin und wieder durcheinander gekommen bin in einen meiner Podcasts, ich hab anfangs von “Schön dass Du mir zuhörst” ins Mikro gesprochen und mittendrin “Was ist eure Meinung zu XYZ?” gefragt, aber dann gemerkt, das ich das Siezen und Duzen vertauscht hatte. Habe per E-Mail freundliche Rückmeldung bekommen von einem Jugendlichen der gerne das “Du” hört, weil es auf eine niedrigschwellige Kommunikation zugreift und nicht mehr von “oben” herab kommt…

Weiter oben wurde kurz Nahles erwähnt. Nur so viel - ihr Talent das Menschen das Gegenteil von einem Glauben was man selber denkt ist bemerkenswert, und ja, auch ich sehe das als Problem der Ansprache. Bodenhaftung als Stichwort…

Für meine zukünftigen Podcast Projekte möchte ich das mit der Anrede aber auch immer wieder in Sendungen aufgreifen und auch fragen, ob im Blog oder in der Folge und um Rückmeldung fragen. Das macht es für mich ein wenig authentischer und persönlicher. Wenn in einem zukünftigen Projekt das Duzen nicht möglich ist, dann ist es eben so. Und das ist auch gut so.

Am Ende ist es immer Geschmacksache und niemand sollte sich da unwohl fühlen.