Werbung in Podcasts? Ja / Nein / andere Wege?


#21

War ja klar und vorhersehrbar; ich habe es ja provoziert. Danke für die Reaktion auch wenn Du überhaupt nicht auf den inhaltlichen Aspekt eingegangen bist. ICH habe zum Ausdruck gebracht, dass es nicht sinnvoll ist, sich darüber aufzuregen, dass manche Diskussionen immer wieder auftauchen. Aber so ist das eben, führt man sie nicht richtig zu Ende kommen sie immer wieder, genau so wie die dämlichen Genderdiskussionen.

Na Tine, wieder richtig getriggert worden? Denk mal darüber nach, wie viele dämliche Genderdiskussionen Du schon geführt hast und dann noch einmal über meinen Satz. Ich habe weder behauptet Genderdiskussionen seien dämlich, noch nicht notwendig, sondern die dämlichen Diskussionen kritisiert.


#22

Okay, sehr ironisches Überlesen meinerseits. Es geht also hier nicht um Werbung, sondern um das Vorgehen. Das Prinzip dahinter (unkommentierte Links nicht zu akzeptieren) finde ich richtig und es wäre gerade problematisch, wenn man selektiv so handeln würde, also etwa weil es hier Tim mitbetrifft. Man kann darüber diskutieren, wie genau man damit umgeht. Aber ein tatsächlich für das Sendegate aufbereitetes Thema, dass den Kommentar als Inspiration oder Leseempfehlung angegeben hätte, wäre ja nicht geschlossen worden.


#23

Wenn man mich viel in Threads zu Gender (oder auch anderen diskursiv reichen Themen) schreiben sieht, dann weil ich oft als eine der Admins/ Moderatorinnen versuche, Diskussion wieder auf eine konstruktive Ebene zurückzuführen. Das klappt manchmal ganz gut, manchmal auch nicht. Dass das anscheinend beim Themenfeld Gender passiert ist nichts worauf ich besonderen Wert lege, es ist eigentlich etwas traurig.


#24

Ich hätte mich auch gefreut, wäre das Thema in einem thematisch passenden Thread gelandet. So ist eine gute Chace vertan worden. Allerdings auch von Ralf, der das Thema geschlossen hat, anstatt es gleich in den richtigen Thread zu schieben. Das will ich ihm aber nicht anlasten, aus eigener Erfahrung mit Forumsadministration kann ich sehr wohl sagen, dass das eben vorkommt, ohne irgendwelche Absichten dahinter.

Man will schnell reagieren, nichts eskalieren lassen und macht dabei solche Fehler.

Das Prinzip finde ich auch richtig. Aber, es kommt wie immer auf die konkrete Situation an. Ausnahmen sind es, die die Regel bestätigen. Stur an einer sinnvollen Regel festzuhalten, entwertet diese fast immer.

Es gibt Ausnahmen, wie zum Beispiel die Abschaffung der Skaverei, der Todesstrafe und so weiter. Aber in solchen Kategorien bewegen sich die diskursformenden Regeln eines Forums glücklicherweise nicht.


#25

Die beiden Threads sind zusammengeführt und unter den letzten bereits vorhandenen (einer von 12) Werbungs-Threads geschoben.


#26

Danke, Ralf. Danke, @tinowa.

Was willst Du eigentlich, @arvid? Ich lese die Vielzahl Deiner Kommentare dazu und ich frage mich die ganze Zeit, worauf Du hinaus willst.

Wie soll man da zu einem Ende kommen? Wenn alle Dir zustimmen? Wenn die Podcastwelt sagt, “Oh, da hat jemand keine Lust auf Werbung, lass das alle mal sein lassen und tausende Stunden umsonst arbeiten!” Jedes Argument wurde schon eintausend mal geschrieben, und Du solltest das wissen, denn Du hast selbst dutzende Male geschrieben, wie sehr Du Werbung hasst. Wo soll eine Diskussion zu dem Thema noch hingehen, die schon 12 Mal hier im Sendegate stattgefunden hat? Was ist “das Ende” für Dich?

Eben. Du sagst es selbst, und trotzdem hört das hier nicht auf. Du bringst nichts neues rein, niemand bringt was neues rein, wir haben das alle schon unzählige Male von jeder Seite beleuchtet.

Der einzige Unterschied: Zuvor fand das auf einem sehr viel angenehmeren Tonfall statt. Jetzt vergleichst Du Deine persönliche Abneigung gegen Werbung mit dem “Kampf gegen rechts”, der Ablehnung der Sklaverei und der Todesstrafe. Gleichzeitig greifst Du sofort eine Moderatorin an, die hier mit Engelsgeduld versucht, alles beisammen zu halten. Du pöbelst gegen “dämliche Genderdiskussionen”, die hier angeblich ständig geführt würden. Du verwendest Sprache aus rechten Arschlochblasen, indem Du Menschen hier vorwirfst, sie seien “getriggert” von Deiner “Genderkritik”.
Das alles braucht es nicht für ein normales Thema, aber es braucht es tausend mal weniger bei einem Thema, das schon bis zum Erbrechen ausdiskutiert wurde.

Und ich weiß, nur zum Thema schreiben und so, alles doch nur bissig ironische Zuspitzung, der großen Sache wegen. Ja scheinbar hast Du mich da getriggert. Ich habe den ersten Post mit dem Kommentardump gestern gelesen. Nix neues drin, ich hab mit den Augen gerollt und gehofft, dass genau das passiert, was passiert ist. Ein Hinweis auf den schlechten Forenstil und zumachen. Leider artet das jetzt hier schon wieder so aus, weil Du und manche andere es nicht ertragen, dass andere da anderer Meinung sind.

Dabei ist es so einfach: Hör halt keine Podcasts mit Werbung. Lass die Leute doch machen. Sie nehmen Dir nix weg. Du kannst genauso weiter für immer die coolen Old-School dilettantischen Podcasts machen, die im Freakshow-Kommentar so dolle vermisst wurden. Und das schöne ist: Nebenbei kann da noch eine ganze Welt von werbefinanzierten Podcasts existieren, ohne dass Ihr Euch in die Quere kommt.

Deswegen kann ich nur den Moderator:innen hier danken und es bleibt zu hoffen, dass wir mal eine Woche lang klar kommen, ohne einen neuen Thread gegen Werbung aufmachen zu müssen.


#27

Mal ein paar lose Punkte ohne Überleitungen.

Ich glaube niemand mag Werbung, aber sie erlaubt anscheinend leichter als das “Spendenmodell” einen Podcast ganz oder Teilweise Rezufinanzieren.

Podcast mit Werbung werden ganz anscheinend trotzdem gehört, ich sehe sie zumindest in den “Charts” nicht nur im unterem Bereich, eher gegenteilig.

Ich gehe davon aus das ein Mischmodell Spenden+Werbung für einen Podcast nicht funktionieren wird.

Werbung die vom Podcaster selber eingesprochen funktioniert gut bei mir gut (im sinne von da höre ich zu), das macht sie mir unsympathisch.

Selbst wenn Podcast mit Werbung der Standard wäre, wäre die Produktion eines Podcast ohne Werbung für den Produzierenden nicht schwieriger/teurer als jetzt.

Auftragsproduktionen sind für mich auch eine Art Werbung.


#28

Gut, wenn wir uns jetzt beim Thema Werbung befinden:

An dem Kommentar orientiert: Die Forderung das Vorhandensein von Werbung als Vorbehalt, wenn man so will als Warnhinweis, immer anzugeben, wenn über man über einen solchen Podcast spricht, finde ich schwierig. Dem restlichen Argumentationsaufbau würde ich nicht so ganz folgen, aber was bringt es das hier im Detail auseinander zu nehmen.

Ich würde für das Seelenwohl empfehlen, sich einfach vorzustellen, die Podcaster hätten gesagt, wenn wir weitermachen wollen, müssten wir Werbung schalten, anstatt dessen stellen wir den Podcast jetzt ein. In der Diskussion von Erzählwelten nennt man das den Kopfkanon. Springt einfach auf einen anderen no-budget-Zug auf, fahren ja genug.


#29

Hallo Joram,

Du weisst, dass deine Behauptungen nicht zutrffend sind. Ich habe anders formuliert, als Du es hier unterstellt. Ich habe michgegen dämliche Diskussionen gewandt, aber eben doch für notwendig erklärt, Generation für Generation. Da gibt es tendenziell nicht Neues. Da habe ich ausgedrückt.

Der Vergleich bezog sich auf etwas anderes, nicht auf den Kampf gegen Werbung. Ich finde es unangemessen, wenn Du hier die Tatsachen verdrehst und mir Dinge unterstellt, die ich nicht geschrieben habe.

Aber keine Sorge, ich bin bald weg hier, weil Ralf der auch deiner meinung ist, ich sei ein Störenfried, der immer ad hominem argutemtieren würde.

Seis drum. Ich bin Ralf für Seine Abreit und Leistung dankbar und werde es auch bleiben. Allerdings werde ich hier wie woanders, nicht akzeptieren, dass man nur mit Wattebäuschen werfen darf, eine Diskussion ist etwas anderes. Wer meine Beiträge genau liest und das mache ich mit anderer Leute Beiträge auch, wird feststellen, dass ich nicht die Person sondern die Formulierung angehe.

Ich wünsche euch viel Erfolg, aber ich habe kein Interesse an Harmoniesucht statt angemesserner Auseinandersetzung. Also viel Erfolg untereinander. Biologistischer Vergleich wegen potentieller Polemik gelöscht.

Ich werde noch Dirk Kommentar kommentieren, so möglich und mich dann hier abmelden. Schönes Wochenende.


#30

Danke! <3


#31

Warum soll ein Podcast ganz oder teilweise refinanziert werden? Verlangen die Hörer den Aufwand oder wollen nicht eher die Produzenten sich von anderen Produktionen absetzen? Wohin führt diese Eskalation?

"Die Charts" sind mir egal. Ich mache doch sonst auch nicht was die Masse macht, dass macht mich doch erst zum Individuum. Warum sollten die Charts ein Maßstab sein?_

Endlich ein Punkt in dem wir uns einig sind.

[quote]

Werbung die vom Podcaster selber eingesprochen funktioniert gut bei mir gut (im sinne von da höre ich zu), das macht sie mir unsympathisch.[/quote]

Hier nur halbe Einigkeit, selbstverständlich macht mir das den podcast und ggf. auch die Produzenten unsympathisch, weswegen ich solche werbung immer skippe, so ich den Podcast überhaupt noch höre.

Im Gegenteil, der Aufwand ist geringer, man hat keine Schere im Kopf und muss nicht ggf. mißliebige Reaktionen der Hörerschaft einkalkulieren. einen Podcast mirt Werbung zu machen ist zunächst einmal teurer.

Es kommt darauf an, ob der Produzent für diese Produktionen bezahlt wird. Falls ja, stimme ich Dir zu. Falls nein, sollte man den Einzelfall betrachten. Ich spreche gerade mit der Uniklinik in Göttingen über Produktionen zu seltenen und sehr seltenen Erkrankungen, um Infomaterial für entsprechende Patienten zu erstellen, weil die Ärzte keine Zeit haben, einem Patienten alles zu erklären und außerdem stellen sich im Laufe der Behandlung zusätzliche Fragen und nicht immer findet man bei den seltenen Erkrankungen einen kompetenten Arzt.

Ich bin mit dieser Idee an die Klinik herangetreten, weil ich selber einer der Betroffenen mit einer extrem seltenen Erkrankung bin und habe gesagt, das würde ich gerne machen, für eine Übernahme der tatsächlichen Kosten. Also ist das eine bezahlte Auftragsproduktion, aber nach meinem Verständnis keine Werbung, da nur die anfallenden Reisekosten Bahn 2. Klasse übernommen werden, plus ein Mittagessen oder so.


#32

Für große Podcasts ist das vermutlich so, aber lange bevor man genug Reichweite (vom werbefreundlichen Umfeld mal abgesehen) aufgebaut hat, dass man Werbeplätze verkauft bekommt, kann man bereits Spenden einsammeln. Einen Verbund von kleinen Podcasts, die ihre kumulierte Reichweite verkaufen und dann die Werbegelder unter sich aufteilen, gibt es meines Wissens nach nicht. (Gibt es ein Beispiel dafür im englischsprachigen Bereich?) Ein “Youtube für Podcasts” auch nicht, insofern kommt man nicht ohne eigene Akquise aus. Es gibt noch Netzwerke, aber die haben auch Aufnahmekriterien zu denen vermutlich Reichweite zählt. Also das gleiche Problem.

Auf die Aufbauphase wird sich auch das Ressentiment gründen. Ein paar von den “Influencer”-Podcasts fangen jetzt direkt mit Werbung an, aber wenn man den Podcast werbefrei mit “großgehört” hat, fühlt man sich offenbar betrogen, wenn das dann in eine Werbefinanzierung mündet.


#33

Also mich hat deine Formulierung nicht nur getriggert sondern richtiggehend wütend gemacht, besonders weil das hier nicht das erste mal so eine Kampfdiskussion ist.

Du fühlst dich an anderer Stelle hier scheinbar missverstanden aber eigentlich bist Du derjenige, der Themen zusammen rührt und dabei recht eindeutig auch immer eine Wertung anfügt. Du provozierst erst und behauptest dann alle anderen würden ja von der Sachdiskussion ablenken.
Du schlägst verbal um dich wenn du ohne Not von “Religioten” oder “dämlichen” Genderdiskurs schreibst oder Aussagen auch mal eben als Gewäsch abtust. Das schmeckt nach unangemessener Verachtung vor Menschen mit abweichender Meinung und einem genauso unangemessenen Anspruch auf Deutungshoheit.

Ich für meinen Teil habe auf so etwas keine Lust ganz egal ob im Kontext von Werbung, Inklusion oder Religion. Das geht deutlich konstruktiver.


#34

Weil Geld eines der Möglichkeiten ist längerfristig Motiviert zu bleiben, bzw. ab einem bestimmten Zeitaufwand sogar nötig ist da man ja weniger zeit für “normale” Arbeit hat.
Dabei geht es auch (für mich) auch nicht um aufwendige Features und erst recht nicht um ausgefeilte Technik, das muß unabhängig ob Werbung oder keine Werbung zum Format passen. Podcasten ist von der Technischen Seite her ja nicht gerade ein teurers Hobby.
Warum sollte das eine Eskaltion sein?

Ich habe auch nicht beurteilt was du für Podcast hörst sondern was “Deutschland” für Podcast hört. Und das kann man meines erachten am ehesten noch von den ITunes Charts abschätzen. Wenn jemand andere Ideen hat gerne her damit.

Da hast du meine Intention hinter der Aussage falsch verstanden (habe aber auch zu wenig geschrieben). Meine Intention dahinter war das selbst wenn es hunderte Podcast mit Werbung gibt, dann ist es dadurch nicht schwieriger für den einhundert ersten Podcast diesen ohne Werbung zu Produzieren. Denn man ist von keinen Plattformen und Co mit Zwangswerbung abhängig. Sprich es können problemlos zwei Szenen, eine mit und eine ohne Werbung nebeneinander existieren. Am kritisten ist es natürlich da für Hörer wie dich die Werbung verteufeln, falls nämlich die Einnahmemöglichkeiten durch Werbung so lukrativ werden das kein erfolgreicher Podcast mehr sich dem entziehen will/kann. Das kann ich mir aber ehrlich gesagt nicht vorstellen.


#35

Klar Spenden kann man ab einem Hörer einsammle, aber kommt da ein sinnvoller Betrag zustande? Ist natürlich schwierig das genau abzuschätzen denn spätestens wenn es um Geld geht werden viele eher still (wäre ich auch). Aber nehmen wir mal das was ich in letzter Zeit so aufgegabelt habe. Einmal @ timpritlove in Freakshow 228. Demnach bekommt die Metaebenen mittlerweile 1890 Daueraufträge, dabei hat eine neue Freakshow Episode alleine knapp 55000 Abrufe innerhalb eines Monats. Gehen wir jetzt mal davon aus das nur für die Freakshow gespendet würde, das bedeuten dann das rund jeder 30. Hörer spendet. Realistisch ist der Pool der Hörer aber natürlich durch die anderen Formate innerhalb der Metaebenen deutlich größer.

Dann wurde in einem anderem Thread mal auf diese Seite Verlinkt https://www.indiskretionehrensache.de/2018/09/podcast/ Die Wichtige für mich relevante Aussage darin “Podcast TKP bewegen sich derzeit im Bereich von 70 bis 100€.” Also 7 Cent pro Hörer, würde bei Freakshow 3850 EUR sein (bei einem Werbeblock) (und ja ich weiß das die Freakshow mit Werbung nicht funktionieren würde).

Das jetzt direkt zu korrelieren ist schwierig. Ich weiß vor allem nicht ab wie vielen Hörern ein Podcast für die Werbewirtschaft interessant wird.


#36

Der TKP hängt sehr stark von der Positionierung innerhalb des Podcasts selber ab und von der Werbeform "Native Advertising bringt deutlich mehr, als fremdproduzierte Werbung, ein Spot ganz zu Beginn detlich mehr, als der Zweite, Dritte oder jeder weitere Spot. Das schwankt um mehr als 60 Prozent, jedenfalls war das mein Ergebnis, als ich mal recherchiert habe, mit welchem Aufwand ich rechnen müsste, um 30 Sekunden in einem der angeblichen Top-20 Podcasts unterzubringen.

Bei allen darunter wird es sehr viel weniger.

Aber viel werde ich hier nicht mehr schreiben, weil ich mich entschlossen habe, das Sendegate zu verlassen.


#37

Gegenfrage: Hat denn ein Podcast, der gerade erst anfängt, einen besonders hohen Refinanzierungsbedarf? Realistisch erwarten, ein neues Podcastprodukt zu schaffen und sofort signifikante Einnahmen zu erzielen, können ja wenn eigentlich nur diejenigen, die bereits ein Publikum mitbringen. Die haben dann vielleicht auch entsprechende Kontakte, um Werbung verkaufen zu können.

Wie gesagt bei den großen Podcasts vermute ich auch, dass man mehr pro Hörer bekommt. Denn im Moment ist der Kontaktpreis für Podcastwerbung wohl relativ hoch im Vergleich zu anderen Medien. Aber der Preis basiert natürlich auch darauf, dass Werbung in Podcasts noch selten ist. Ich würde annehmen, dass er runtergehen wird, wenn es deutlich mehr Ausspielorte gibt. Also zum Beispiel viele kleinere Podcasts im Block buchbar wären.

Andererseits wie du sagst, wir sprechen von Centbeträge pro Hörer (soweit als solche statistisch erfassbar) gegenüber Eurobeträge von einer Untermenge der Hörerschaft. In dem Feld von um die 100.000 Abrufen wird das bei einer guten Mobilisierung schon in der gleichen Größenordnung spielen.

Ich hatte sie hier verlinkt.

Ja, das ist auch eine interessante Frage. Hat jemand mal eine hypefreie Podcastfolge zum deutschen Podcastwerbemarkt? :wink:


#38

Ich möchte den Thread nutzen, meine etwas überspitzen Gefanken zum Thema Werbung nochmal etwas zu präzisieren. Ihr wisst schon, das mit dem “Wer Werbung macht fliegt.”
Denn ich kann sagen, dass das genau einen Podcast im letzten Jahr betroffen hat. Das war da so dass da Werbung lief und bis ich das Smartphone aus der Tsche hatte, den Podcatcher aufgemacht und den entsprechenden Feed in meiner sehr langen Liste gefunden habe war die Werbung immernoch nicht vorbei und dann war es für mich vorbei. Das zur Vorrede.

Für mich hat das 2 Seiten, eine Hörenden und eine Produzierenden Seite.

Auf der Hörendenseite bin ich generell der Meinung sobald die Folge draußen ist geht quasi der Souverän auf die Hörerschaft über. Die Interpretation liegt dann beim Hörenden. Und der/die Hörer*in kann nach ihrem ermessen entscheiden was er/sie hören will und was nicht.
Das ist also kein “Macht keine Werbung”, macht was ihr für sinnvoll erachtett, sondern ein viel individuelleres Ding was bei jedem einzelnen der Hörerschaft liegt.

Auf der Machendenseite sehe ich da auch eine schwierige Zwickmühle. Für mich bricht sich das auf die Problematik Reichweite vs Einnahmen runter. Und dass man mit Werbung wohl ab einem gewissen Punkt Einschnitte der Reichweite hinnehmen muss.
Jörn hat im feinen Podcast mal den Satz “nervt eure Hörer nicht” geprägt. Und sicherlich ist das genau der Punkt je nerviger die Werbung ist, umso größer die Möglichen Reichweiteeinbußen.
Und das mit dem nerven hängt ja von vielen Faktoren ab. Zum Beispiel wann läuft die Werbung, Anfang, Mitte oder Schluss? Ich persönlichfinde den Schluss am “unnervigsten”, führt aber auchr leichtesten skippbarkeit, dann kommt der Anfang und am schwierigsten finde ich die Mitte. Wenn man dann gerade im “train of thought” dem Podcast folgt und dann rausgebracht wird, oder man gerade Arbeit mit den Händen macht, am besten noch Abwasch, und nicht so einfach skippen kann.

Da stellt sich mir dann die Frage ist das den Aufwand dieses Abwägens Wert oder sollte man nicht lieber schauen, das Geld über andere Kanäle zu bekommen? 1% Clubs / Ultras und Fankurve, Daueraufträge und sowas.

Dann ist da noch die Sache mit der inhaltlichen Trennung. Eine Frage an die Podcastenden mit Werbung: inwieweit ist das umsetzbar? Ich finde das vor allem bei Politikpodcasts eine bedenkenswerte Sache.
Meiner Meinung nach wäre da eine strikte Trennung der Zuständigkeiten wichtig, wenn man denn Werbung für sich als richtigen Weg sieht. Dass die Machenden des Kontents sich gar nicht erst mit den Werbetreibern auseinandersetzen müssen und quasi den Kopf davon frei haben und die Werbung dann in der Sendung von der “PR Abteilung/ Person” zugespielt wird.
Auch hier wieder die Frage an Werbende, wie umsetzbar ist so eine Trennung? Rede ich mir das alles einfacher als es in der Praxis ist?


#39

Das ist nicht zwangsläufig der Fall. Nehmen wir an, die Einnahmen erlauben die interessantere Ausgestaltung des Inhalts, regelmäßigeres Erscheinen, technische Verbesserung usw. Dann verliert man vielleicht einige Hörer wegen der Werbung aber gewinnt an Reichweite, weil der Podcast anhand verschiedener Qualitätsmerkmale attraktiver geworden ist.


#40

Nicht nur Qualität ist auch ein Punkt. Auch die schlichte Machbarkeit spielt eine Rolle.

Ich belege eine Nische und früher oder später werde ich weitere Wege machen müssen um mit Menschen zu sprechen.
Ab dem Punkt geht es schlicht ins Geld und ich werde vor der Frage stehen, was ich tue:

  • Die Spendentrommel anwerfen: Beten, Betteln, Geld zählen
  • Werbung in den Folgen einbinden, was hoffentlich wenig Arbeit macht
  • Pro Folge aus eigener Tasche 100 Euro in Bus/Bahn/Taxi stecken
  • Einfach aufhören zu produzieren

Ich denke, wenn man mit dem Hörer kommuniziert, wozu die Kohle gebraucht wird, hat er eher Verständnis.

Als Hörer stehe ich auf dem Standpunkt:

Ich nehme eher kurze Werbung hin oder lasse 2 Euro / Folge da, als dass man mir jede Woche in jeder neuen Folge eine halbe Stunde die Ohren vollheult, weil die Leute überweisen sollen. Kurze Werbung, vielleicht sogar witzig und mit Bezug ist mir da lieber.