Wann kündigt ihr ein Podcastabonnement?


#1

Habe für die Frage keine bessere Kategorie gefunden. Falls dennoch vorhanden, bitte verschieben. Danke.

Ich wüsste von euch gerne, was euch dazu bringt eine Podcastabo zu kündigen.

  • Die üblichen Gründe sind bei mir, schlechte akustische Qualität, die ich nicht verstehen kann.
  • Uninteressante Inhalte.
  • Dämliche Witze oder schlechter Umgang mit den Hörern (werden die respektiert und ernst genommen)?
  • Zu kurze und zudem belanglose Episoden
  • falsche und so enttäuschte Erwartungen

Heute habe ich zu erste Male aus politischen Gründen gleich mehrere Podcastabonnements gekündigt, und zwar die Wocxhendämmerung und alle weiteren Podcasts von Holger Klein. Ich bin durchaus dankbar für seine Beiträge zu deutschen Podcastszene, erkenne hiermit auch seine Leistungen in diesem Bereich an.

Was ich aber nicht unterstützen möchte, ist ein weiteres Mediaoutlet, welches mir erklärt, wie schlecht die Palästinenser sind und wie sehr die Israelis gut sind und Recht haben mit ihrer Besetzungspolitik. Das passierte aber in der gestrigen Ausgabe der Wochendämmerung.

Ich habe nichts gegen Fakten, im Gegenteil, aber die möglichen Schlussfolgerungen müssen mir überlassen werden, zumindest im politischen Bereich. es handelt sich ja nicht um Wissenschaft.

So habe ich dann, einigermaßen schweren Herzens, alle Abonnements gekündigt.

Eine Zeit lang habe ich die Naivität, den mangelhaften Umgang mit Zahlen und eine rudimentätre Allgemeinbildung für erfrischend gehalten und mcih gefreut, dann man mit dieser Ausstattung auch erfolgreich podcasten kann. Aber, die Welterklärungsattitüde passt nicht dazu.

Für mich jedenfalls.

Wie handhabt ihr das?


#2

Ich bin jemand, der jede freie Minute hört und in der Regel über 100 Abos hat.
Was bringt mich dazu bei Podcasts zu bleiben?

  • interessante Inhalte
  • originelle Perspektiven
  • angenehme Stimmen
  • Respekt gegenüber den Hörenden, z.b. ein erkennbarer Minimalaufwand in Sachen Audioqualität und Vorbereitung.
  • ein durchdachtes Podcastkonzept, das mit dem Medium spielt
  • Spaß (es gibt Sendungen an denen habe ich einfach Freude :wink: )

Wenn ich also ein Abo kündige, dann fehlen mir obige Aspekte. Zusätzlich kann noch kommen, dass der Podcast seit mehr als einem halben Jahr stumm ist, dann werfe ich ihn i.d.R. auch raus.

Nun zu Deiner (wie es sich für mich anfühlt) eigentlichen Frage: Ich habe noch nie aus rein politischen/ideologischen Gründen einen Podcast abonniert oder umgekehrt abbestellt. Schon gar nicht deswegen weil jemand meiner Meinung widerspricht. Im Grunde ist Podcasting ein Meinungsmedium und viele Podcaster haben ein eher lockeres Verhältnis zu journalistischer Fleißarbeit.
Ich rechne also damit, dass - ganz egal wie fest die Stimme war in der vorgetragen wurde - auch immer ein gerütteltes Maß Ahnungslosigkeit und Ignoranz vorkommt, einfach weil meist die Zeit nicht investiert wird (werden kann) die für eine differenzierte Analyse notwendig wäre. Ich empfinde das dann als Bereicherung, Denkanstoß und schlimmstenfalls nervt es mich mal. Solange das nicht dauernd passiert (was mir irgendwann die Freude am Format nehmen würde), sehe ich aber darüber hinweg.

Speziell zu dem Themenkomplex der Besetzungspolitik ist das besonders ausgeprägt, denn es gibt kaum jemand, der auf Basis von echtem Wissen argumentiert, aber viel unterkomplexes Gelaber und halbwissendes Rumgemeine. Die Materie ist einfach verflucht komplex und Holgi ist kein Experte für den genannten Komplex sondern jemand der die Nachrichtenlage kommentiert. Ich finde aber, dass er ein Recht auf seine Meinung hat und wenn man die so einordnet ist das für mich persönlich eben auch ok.

In Deiner Situation - also wenn ich mich über Aussagen eines Mediums ärgere - würde ich mich dann aber erst mal an meine oben gegebene Liste erinnern und mir die Frage stellen warum ich den Kanal ansonsten eigentlich schätze. Sind die anderen Inhalte ok? Mag ich die Stimmen? Habe ich meistens Freude beim Hören? Lerne ich Neues? Wenn ja, dann würde ich den einen Aspekt der mich stört entweder erdulden oder entsprechend Feedback geben. Wenn nein, dann verwende die Zeit auf etwas anderes, das mehr Freude macht. Ein schweres Herz würde ich mir jedenfalls nicht machen und ein Zeichen setzen indem ich gleich alles rauswerfe würde ich persönlich auch nicht…

my 0,02€


#3

Hallo Dirk,

wie immer von dir, eine gute und auch durchdachte Antwort. Danke.

Ja, es war für mich im Nachhinein ein Fehler einen Podcast allein aus Unterhaltungsgründen zu hören. Passt nicht zu mir und auch nicht in meine Liste der Kriterien. Ich sollte noch Unterkomplexität in die Liste meiner Kriterien aufnehmen. Bei mir waren es bis heute Morgen 208 Abonnements, nun sind es 202. Auch in höre “immer” Podcasts, auch wenn ich gestern ausnahmsweise mal Phoenix von cXU Parteitag gesehen habe.

Ein ganz entschiedene Jain! Es gibt wissenschaftliche Podcasts, hinter denen sehr viel Fleiß steckt, die einem keine Politische Meinung reindrücken wollen, sondern die Fakten präsentieren und dem Hörern die Entscheidung überlassen. Viele Podcaster machen sich echte Mühe und jammern nicht ständig über mangelnde Monetarisierungsmöglichkeiten und blenden keine Werbung ein.

Dafür haben sie oft profunde Kenntnisse in etlichen Bereichen ode rzumindest in denen, über die sie Podcasten. Oder sich zeichnen sich surch Empathie für die Hörer(community) aus und erheben sich nicht über diese.

Da unterscheiden wir uns sehr und ich mag Deine Haltung, die ich persönlich nicht mittragen kann. Ich bin gerne konsequent und das schon mein Leben lang. Das fällt mir nicht immer leicht ist aber Teil meines Wesens, an dem ich nicht vorbeikommen kann. Da ich für Hoilger Klein sicher nicht satisfaktionsfähig bin, bleibt mir nur der konseqwente Rauswurf alles Abos. Seien wir ehrlich, es gibt mehr als genug Hörenswertes, eher zuviel.

Man kann natürlich auch auf Deine Weise konsequent und auch tolerant sein, das ist mir aber nicht gegeben.

Vielen Dank für Deine Antwort, wie immer bereichernd, sowohl die Diskussion als auch mich.


#4

für mich ist einfach: wer schmatzt, fliegt. ich hasse nichts mehr als Essgeräusche am Mikrofon.


#5

Ich habe auch schon aktiv kritisiert, wenn sich die Hosts darüber unterhalten haben, dass sie mal zur Toilette müssten und deswegen eine Pause brauchten. Mir ist das zuviel Information, die ich nicht benötige, wahrscheinlich niemand. Übrigens, es hat gewirkt, sie haben es gelassen, nach einem ausführlichen Telefonat.

Respekt vor dem Hörer halte ich für essentiell.


#6

Oh ja, den Punkt hätte ich noch hinzufügen können.
Hinzu kommt, dass es einen Podcast in meiner Liste gibt in der einer der Hosts gelegentlich beherzt ins Mikro rülpst und einzig meine Begeisterung für den Podcast an sich und den Rest des Inhalts hindert mich jedes mal daran ärgerlich abzudrehen…


#7

Ja, viele. Aber nicht alle. Und da wären wir eben beim Medium selbst. Wenn ein Astrophysiker über Astrophysik spricht darfst Du davon ausgehen, dass Kompetenz im Spiel ist. Und Du hast natürlich recht, viele machen sich auch inhaltlich viel Mühe, ich wollte da gar nicht despektierlich klingen. Allerdings ist es gerade bei den “flockigeren” Formaten und bei den “Wir reden über die aktuelle Lage” Formaten eben doch so, dass es massiv an der Redaktionsarbeit mangelt. Es gibt eben doch einen Grund warum eine Zeitung eine Redaktion betreibt und so manche Radio/Fernsehreportage Monate zur Vorbereitung braucht. Wenn mir also jemand außerhalb dieser Medien Nachrichten präsentiert, dann habe ich ganz grundsätzlich Zweifel an der Sach-Expertise und erwarte eben eher subjektive Einschätzungen.

Ich auch, nur eben anders :wink:
Ist aber auch absolut legitim, die Frage war ja wie andere das handhaben. :sunglasses:


#8

Ich musste dieses Jahr auch einige Abos beenden, aber das meistens mit einem mulmigen Gefühl. Das Problem bei mir ist einfach die Zeit. Mein Podcatcher ist viel zu voll und wenn ich alles was reinkommt weghören wollte, bräuchte der Tag gerne mal die Doppelte länge. Auch bei 1,x bis 2 fachem Hörtempo. Daher habe ich zum Beispiel aktuell die Regel: Für jeden neuen muss einer Weg. Das hält die Anzahl an Abos konstant und auch ungefähr den Input pro Tag.
Dann bin ich auch schnell am ausmisten. Ist ein Podcast beendet, ist es in der Regel so dass ich ihn lösche. Das macht ja auch Platz für neues.
Weiterhin nehme ich Sachen raus, bei denen ich feststelle dass ich lange keine Episode mehr geschafft habe weil immer was da war was ich “erstmal weghören” wollten und dann das andere “wenn noch Zeit ist”. Was in der Regel nie der Fall ist. Daher das mulmige Gefühl weil ich die Macher*innen in dem Fall echt mag nur mir fehlt die Zeit.
Dann hab ich ein paar harte Kriterien die sofort greifen oder nach 3 Strikes. Zum Beispiel Werbung. Wer Werbung macht fliegt. Ich weiß es sind verschiedene Paymentmodelle, alles legitim, jeder darf Werbung machen. Aber dann halt ohne mich als Hörer. (ps ich weiß dass ich da sehr biassed bin, denn die McElroy Brothers hör ich weiterhin, trotz “Moneyzone” in der Mitte. Bei US Podcasts gehört das irgendwie dazu. Und man kann es ja auch skippen. Und sie machen die Werbung unterhaltsam daher skippe ich sogar öfter mal nicht. Vielleicht bin ich da mit zweierlei Maß unterwegs, ich weiß es nicht)
Weiterhin gibt es natürlich so inhaltliche Strikes, wer zum Beispiel die Sexismus Keule auspackt kriegt einen Strike, ähnliches mit Rassismus und anderen unschönen ismen. Das hör ich mir dann in der Regel drei mal an und wenn es mir 3 mal auffällt dann verabschiede ich mich von dem Podcast. Es gibt immernoch mehr als genug anderes in meinem viel zu vollen Podcatcher.
Dazu hat sich mein hörverhalten in letzter Zeit etwas verändert. Ich höre aktuell bevorzugt eher zuerst die News Podcasts weg wie Aufwachen. Dann kommt Storytelling, Film und Serien, Personal Podcasts, der “Rest” (nicht abwertend).
Zuletzt noch ein weiches Kriterium: Bei manchen Podcasts, die nur von den Personalities getrieben sind, habe ich manchmal das Gefühl, dass die “Auserzählt” sind, sich nur noch im eigenen Saft kochen, inhaltlich im Kreis drehen. Die verabschiede ich dann auch um Platz für frisches zu machen. Da ist bei mir zum Beispiel der Weisheit dieses Jahr ein Beispiel. Das Format fühlt sich für mich auserzählt an in der aktuellen Konstellation, da es kein Themengetriebener Podcast ist sondern allein auf der dynamik des Teams beruht. Da mache ich dann lieber Platz. Auch hier, mulmiges Gefühl, weil ich die 4 ja auch mag sonst hätt ich es gar nicht erst gehört.


#9

Ich finde es wichtig zu betonen, dass er zwar ein Recht auf seine Meinung hat, aber kein Recht darauf, dass dieser Meinung zugehört wird. Ich finde es absolut legitim, aufgrund von anderen Meinungen nicht mehr zuhören zu wollen.

Ich höre Holgi aus anderen Gründen nicht, mein Beispiel ist daher OMR: Online Marketing und das Abfeiern von Klickzahlen finde ich sehr bescheuert. Deswegen höre ich OMR nicht, finde es aber ok, wenn die ihren Kram versenden, weil andere Hörerende erfreuen sich an deren Klickzahlen- und Marketinggelaber. Das tut denen und mir jeweils nicht weh und ich hab meinen Frieden.

Ich pflichte @arvid da bei: Wenn mir Podcaster (meistens sind es Männer) mit ihrer Meinung auf den Zünder gehen, dann halte ich es nur für legitim, denen konsequent nicht mehr zuzuhören. Denn wozu auch, gibt einem ja nichts. Und Arvid ruft ja hier nicht zum Boykott auf, und selbst wenn, das hindert Holgi ja nicht daran, weiter so seine Meinung zu präsentieren, wie er es jetzt schon tut.

Für mich ist ein Abo zu beenden ein Dienst am persönlichen Seelenfrieden und kein Angriff auf den Podcast, dem man nicht mehr zuhört.


#10

Klar ist das legitim. Die Frage war “wie handhabt ihr das” und ich habe dazu geschrieben, dass ich mich tendenziell nicht wegen einer Meinungsverschiedenheit trenne sondern da schon mehr zusammen kommen muss.

Du darfst das gerne anders handhaben.


#11

Persönlich tue ich mir immer schwer ein Abo zu beenden, da es ja meistens einen Grund gab warum ich den Podcast irgendwann mal abonniert habe. So hatte ich dann einige Podcasts die schon Monate keine neue Folge gebracht hatten immer noch gelistet in der Hoffnung dass dann doch irgendwann noch etwas neues kommt.
Erst mit meinem neuen Smartphone und der damit verbundenen Neuinstallation der Podcast Software Installation habe ich die Chance genutzt und einige ausgemistet. Hier ist alles raus geflogen bei dem ich +10 Folgen noch zu hören hatte. Wenn sich so viel ansammelt da ich immer etwas anderes vorgezogen habe dann interessiert es mich scheinbar nicht mehr und es ist Zeit Bye Bye zu sagen.


#12

Ich bin ja nur Hörer und podcaste nicht selber. Zu Podcasts kam ich durch Linux Outlaws. Eigentlich eher unpolitisch, aber der (deutsche) Host „Fabian“ war kurz vor der Beendigung seines Studiums der Politikwissenschaft. Er hat oft Meinungen vertreten, welchen ich nicht zustimmen konnte oder wollte. Da der Podcast an sich nicht wirklich politisch war und der zweite (englische) Host „Dan“ immer auch ein gewisser Gegenpol war, bin ich bis zur letzten Episode dabei geblieben.

Nachträglich kann ich sagen, dass das meinen Horizont sehr erweitert hat, da ich auch die andere Seite der Argumentation besser verstanden habe.

Heute höre ich auch viele politische Podcasts, die ganz und gar nicht meine Meinung spiegeln, aber mir die Überzeugung „der anderen Seite“ zugänglich machen.

Ich habe Spaß an unterschiedlichen Sichtweisen und kann damit leben, dass die von mir abonnierten Podcast so manchen Aufreger beinhalten. Weder die Wochendämmerung noch die Lage der Nation, Aufwachen, Einmischen, Soziopod oder gar No Agenda können mich mit teilweise extremen Meinungen dazu bringen den Podcast aufzugeben.

Ich habe aber auch schon viele Podcasts aus meiner Liste geworfen, weil ich entweder gelangweilt war, oder einfach der Sound nicht gepasst hat. Trotzdem höre ich z.B. noch WMNWAKS, obwohl er eher belanglos und häufig durch Schmatzgeräusche meine Nerven beansprucht.

Meistens liegt es daher auch bei mir am Faktor Zeit, wenn ich mich dazu entscheide einen Podcast aus meiner Liste zu werfen.


#13

Morgen zusammen,
ich sehe viele meiner Podcastabos als Sammlung einzelner Episoden. Höre also nicht immer jede Episode (aus Zeitgründen oder weil mich das Thema / der Titel nicht fängt) sondern selektiere hier auch stark. Bestes Beispiel ist jung und naiv und die Regierungstagebücher oder RegPKs. Die skippe ich meistens und höre dann nur die Interviews die mich interessieren.

Warum beende ich ein Abo?
Wenn mich die Themen des Podcasts nicht interessieren, mir die Art der Hosts zu sehr missfällt, übertriebene Meinungsmache betrieben wird.

Die Länge und Regelmäßigkeit der Episoden spielt keine Rolle. Sendet ein Podcast selten, dann habe ich dadurch ja keinen Nachteil, er „frißt ja kein Brot“ in meiner Playlist. Die Länge ist mir ebenfalls egal, ein kurzer Podcast past immer irgendwo rein und wenn er zu lang wird, dann wandert er nach hinten und wird auf einer langen Autofahrt oder langem Trainingslauf gehört.

Gruß
Sascha


#14

Hallo, mir ist das hier aufgefallen:

Das habe ich nicht, für mich ist es oft mit Vorfreude verbunden, wenn sich die Hosts etwas Nachvollziehbares dabei gedacht haben. Ich freue mich auf unbekannte Themen, Fragestellungen und Antworten. Auch mir geht es so, dass ich nicht alles hören kann, was ich gerne hören würde. Die Tageslänge spielt natürlich eine Rolle, aber ich muss auch öfter über das gehörte nachdenken und es innerlich kommentieren, “verstauen / verdauen”. Das braucht auch Zeit und so liegt meine Grenze derzeit bei ca. 200 Abos, für die ich im Durchschnitt sieben Tage je Monat reine Hörzeit (1:1) aufwende.

Die Idee mit den Strikes scheint mir gut, ist aber schon sehr schematisch. Ich kenne mich, ich hätte in etlichen Fällen schon nach dem ersten oder zweiten Strike genug und würde es kündigen.

Werbung akzeptiere ich nur als negatives Kriterium. Ich versuche gerade, meine Einstellung dazu zu überdenken, aber das Ergebnis wird wahrscheinlich kein Anderes sein.

Werbung ist immer eine Schere im Kopf des Werbenden, vielleicht sogar ein Motiv, beides ist Mist. Am schlimmsten, weil sich der Host dann zur “Werbehure” macht, sind im Originalton gesprochene Werbeblöcke der Hosts a la “Lage der Nation”. Ich skippe die regelmäßig und habe die Hälfte der letzten Episoden garnicht mehr gehört, weil es mich ärgert.

Mich ärgert auch die Inflation der “Live-Episoden”, die dem einfachen Hörer nichts an zusäzlichem Nutzen bringen, sondern in der Regel mit Selbstbeweihräucherung der Hosts “größete Liveevent ever” beginnen und mit schlechterer Tonqualität nicht enden. Ein bis drei Male im Jahr würde ich mir das bei einem wöchentlichen Podcast gerne gefallen lassen, aber nicht einmal monatlich.

Etwas anderes sind Spendenaufrufe. Wenn gezielt nach Auphonicminuten, technischen Hilfsmitteln oder projektbezogen die Hörer angesprochen werden, ist mir das ausgesprochen symphatisch.

Sehr guter Punkt, der in meiner Aufzählung gefehlt hat! Ja, Du hast es auf den Punkt gebracht: Manche Formate aber auch Hosts sind ausgeschöpft und können kaum mehr als die Wiederholung des Bekannten bieten, was für einige Zeit oder die Ersthörer gut sein mag, auf Dauer aber nicht mehr befriedigt.

Insgesamt möchte ich aber noch mein “schweres Herz” erläutern:
Wenn ein Host oder mehrere einen guten Podcast machen, dann werde ich persönlich, schließe die in mein Audioherz ein und freue mich für sie und auch für mich, wenn es wieder mal ein tolle Episode gibt. Ich bin sozusagen mit den Podcastmachern und ihrem Produkt befreundet, auch wenn es eine elend romantische und höchstwahrscheinlich einseitige Beziehung ist.


#15

Hallo Joram, as habe ich gerne gelesen.

Die Lektion muss ich noch lernen, aber ich bin nicht so cool, davon nicht betroffen zu sein. Auch kommt hinzu, dass ich die Mehreit meiner Podcasts höre, seitdem ich krank bin und die Chemotherapie und die Post Stroke Depression durchmachen musste, was sowohl mein Hörverhalten, als auch mein Verhältnis zu den Podcastern (wie fast Alles in meinem Leben) emotionalisiert hat.

Mir ist in der letzten Nacht klargeworden, dass, zumindest ich, die Podcasts nicht immer mit dem gleichen Gemüt höre und deswegen auch keine neutrale Haltung entwickeln kann.


#16

Aus politischen Gründen bin ich noch keinem Podcast entfolgt.

Wenn der Podcast schlechten Ton hat oder mir die Stimmen nicht gefallen (Schmatzen packe ich übrigens auch nicht), dann fällt er eigentlich sofort wieder raus. Ansonsten ist es halt so eine Sache: So viele Podcasts, so wenig Zeit. Ich entfolge vielen Podcasts erstmal nicht aber picke nur noch bestimmte Folgen hier und da raus. Wenn mir die auch nicht mehr gefallen, dass wird das Abo beendet.

Ich bin ja Filmpodcaster. Das heißt auch dass ich viele andere Filmpodcasts höre. Normalerweise höre ich die Podcasts mit denen wir befreundet sind, und/oder die, die mir als jemanden der sich mit Film doch etwas auskennt noch etwas geben können. Andere Ansätze, neue Perspektiven, Fachwissen in anderen Bereichen. Das sind dann natürlich nicht so viele, die mich wirklich langfristig begeistern können.

Ich würde im übrigen schnell entfolgen wenn jemand homophobe, rechte oder frauenfeindliche Kommentare auf Lager hat. Das muss nicht groß “politisch” motiviert sein, mir reicht es dann schon wenn es diese dummen Witzeleien sind die einfach nicht mehr angebracht sind (ich brauche keine “Mario Barth - Meine Freundin kauft Handtaschen - Sprüche”).

Was ich auch nicht mag sind Podcasts denen dauerhaft die Balance fehlt: Eine Person die das Wissen hat und durchführt, während die andere der undankbare Sidekick ist. Im schlimmsten Fall ist die Person dann auch noch ein bisschen der Fußabstreifer, dann ist’s ganz aus (und ja da kenne ich ein gutes Beispiel für).

Oh oder einfach diejenigen die erst 30 Minuten reden müssen, bevor die Sendung mal losgeht, das geht nicht lange gut.

Der letzte Grund, und wohl dasselbe Problem wie bei jeder TV Serie: Wenn es nichts mehr zu erzählen gibt oder man langsam die Unlust aller Beteiligten spürt, dann gehe ich lieber zu einer motivierteren Alternative über.


#18

Es gibt zwei hauptgründe warum und wann ich einen Podcast deaboniere.

  1. Ich abonniere ihn weil er mir Interessant vorkommt, aber schon bei der ersten oder zweiten Episode die ich höhre gefällt er mir aus irgend einem Grund nicht.

  2. Ich höhre ihn einfach mangels wirklicher Interesse oder Zeit nicht. So das sich die Episoden von mehreren Monate im Patcatcher sammeln ohne das ich vermutlich jemals hören werden. Da fliegt er auch irgendwann raus.

Zum deabonieren wegen Politik. Wenn jemand eine mir gegensätzliche Politische Meinung vertritt habe ich damit eher wenig Probleme. Ein Problem wird es primär erst dann für mich wenn dann Meinungspositionen denen ich zustimmte als “bracht man gar nicht drüber reden” belustigt abgetan werden.


#19

Ich kündige Abos regelmäßig, wenn ich mich dabei ertappe, von einem Podcast plötzlich genervt zu sein. Oder mir wünsche, dass die aktuelle Episode endlich endet, weil ich mich auf den nächsten Podcast in der Liste viel mehr freue. Oder ich schon mehrfach Episoden geskippt habe.

Und dann gibt es noch Sonderfälle: Einen Podcast habe ich gelöscht, weil er meine Erwartungshaltung nicht erfüllen konnte. Einen anderen, weil die Gesprächsteilnehmer mit brutaler Unwissenheit glänzten, was mich auch bei anderen Themen (bei denen ich nicht sattelfest war) ins Grübeln brachte, ob es da nicht wohl genau so ist. Auch zu häufiges Erscheinen war ein Grund, was zu einem zu schnellen Abnutzungsgefühl führte.

Ich kündige aber immer mit einem guten Gefühl, weil ich so Platz für neue Podcasts schaffe. (Und man kann ja im Zweifel auch wieder zurückkehren.)


#20

Na, jetzt hat der Arvid es mir aber mal so richtig gezeigt!


#21

Klingt nach ™ Thema verfehlt™. Es geht nicht um Dich.