Vor-Ort-Interview Ausstattung + viele Fragen (Shure SM7B, MixPre-3 II uvm)

Hallo liebe Sendegate-Community,

ich nehme seit Anfang des Jahres meinen Lehr-Podcast in meinem „unbehandelten“ Wohnzimmer auf:

  • Shure SM7B + Triton FetHead --> XLR in DBX286S --> Klinke in Scarlet FocusRite 2i2 3rd Gen --> USB in Laptop
  • Monitoring über ein Beyer Dynamics DT 770 Pro 80 Ohm
  • Aufnahmesoftware: Audacity (vlt. Wechsel zu Ultraschall)
    Mit dem Sound bin ich schon ziemlich zufrieden. Der DBX286S macht für meine Verhältnisse echt eine gute Arbeit. Die Nachbearbeitung hält sich sehr in Grenzen.

Seit kurzem ergänze ich meine klassische „Podcast-Lehre“ durch Vor-Ort-Interviews. Das heißt: Ich lade einen Gast zu mir nach Hause ein und führe mit ihr/ihm ein Gespräch über (quasi)fachliche Belange. Das Setup sieht hierfür wie folgt aus:

  • 2x Shure SM7B + 2x TriTon FetHead --> XLR in Sound Devices MixPre-3 II inkl. MixAssist Plugin
  • Monitoring über selbigen Kopfhörer

Welche „Probleme“ stören mich:

  1. Das MixPre-3 II erstellt nur eine .WAV-Datei. Ich hätte - zwecks etwas einfacherer Nachbearbeitung - jedoch gerne zwei .WAV-Dateien. Trotz Guckens diverser YouTube-Videos und lesen der Bedienungsanleitung und Forenbeiträge raffe ich nicht, was ich wie einstellen muss, damit mir zwei .WAV-Dateien bereitgestellt werden. Kennt sich hiermit jemand aus?

  2. Mich nervt die Nachbearbeitung ehrlich gesagt. Ich würde am liebsten 2x mein „Solo-Setup“ von Shure SM7B+FetHead+DBX286+Focusrite nutzen und über den Laptop aufzeichnen. Allerdings bin ich nicht fündig geworden, wie ich eben dieses Setup zweimal an meinen Laptop anschließen und dementsprechend zwei separate Tonspuren mit ein- & demselben Programm aufzeichnen kann. Kann mir hier jemand einen Rat geben, wo ich mich schlau lesen kann? Oder hat jemand einen Tipp, wie ich die bisherige Technik ergänzen/ersetzen kann, damit ich beide Shure SM7B entspr. verstärken und den Ton bereits vor der eigentlichen Aufzeichnung wie mit dem DBX286S „vorverarbeiten“ und zwei separate Tonspuren erhalten kann?

  3. Über das MixPre-3 II kann ich wohl nur einen Kopfhörer anschließen - d. h. entweder ich oder mein Gast kann sich nicht monitoren :-(. Ich würde im gleichen Zuge gerne noch die Möglichkeit haben, ein weiteres Paar Kopfhörer anschließen zu können.

Ich hoffe, ich habe meine Probleme verständlich erklärt. Falls etwas unklar ist, gebt mir bitte einen Hinweis. Ich werde dann versuchen, mich verständlicher auszudrücken :-).

Vielen Dank im Voraus und viele Grüße aus Hannover

ZGM

Ein Audiointerface mit 2 Mikro/Line-Eingängen (z.B. Focusrite 2i2), gespeist von 2 DBX286/Mikro/Fethead.
In Audacity oder Reaper/Ultraschall 2 Monospuren (Line1/ Line 2) des Interfaces zum Recorden einstellen. Der zweite Kopfhörer via Kopfhörerverstärker (4-fach) mit sep. Lautstärkereglung.

1 Like

Warum nutzt du nicht in beiden Fällen das Scarlet?
Damit (und der entsprechenden Einstellung in der DAW) sollte es doch kein Problem sein, zwei Monospuren zu erzeugen.

1 Like

Guten Abend RaGu,

vielen lieben Dank für deine Antwort! Das Setup macht echt total Sinn!

LG

ZGM

Guten Abend Chris_NA,

weil ich noch viel lernen muss :-). Ich bin überhaupt nicht auf die Idee von RaGu gekommen.

Vielen Dank auch dir für deine Antwort!

LG

ZGM

1 Like

SM7B geht wunderbar direkt am MixPre, ohne FetHead. Ist doch auch ein Audiointerface, beide Spuren wären im PC verfügbar… oder habe ich etwas falsch verstanden?

Ich habe das gleiche Setup (SM7B und MixPre), man kann damit mit dem Rechner und gleichzeitig in dem MixPre aufnehmen.

1 Like

Guten Abend leonidlezner,

ich meine mir einzubilden, dass ich ein geringeres Grundrauschen wahrnehmen kann, wenn ich zwischen SM7B und MixPre-3 II noch den FetHead dazwischenschalte.

Ich glaube, der Vorteil des Focusrite Scarlet 2i2 3rd Gen ist, dass es 2x Mikro/Line-Eingänge hat. Das MixPre-3 II hat nur einen Mikro/Line-Eingang. Deshalb kann ich 2x DBX286S an das Focusrite anschließen, um die beiden SM7B entspr. zu versorgen und die Aufnahmen „vorzubearbeiten“. An das MixPre-3 II könnte ich nur ein DBX286S anschließen und damit nur eines der SM7B versorgen. Korrigiert mich bitte, wenn ich falsch liege!

LG

ZGM

Ich höre praktisch Null Rauschen am MixPre-6 II. Ich kann den Gain ziemlich weit hochziehen und es rauscht kaum. Ohne FetHead. SM7B direkt am MixPre angeschlossen. Und es hat die gleichen Preamps wie die Version mit 3 Eingängen.

MixPre-3 hat drei Eingänge, an denen bis zu drei SM7Bs direkt angeschlossen werden können. Alle drei spuren können einzeln an den Rechner geschickt werden.

1 Like

Das MixPre-3 II hat 3 XLR Mikroeingänge (auch mit Phantomspeisung für den FetHead) somit kann der TE tatsächlich beide SM7B/FetHead Mikros direkt anschliessen und auch als Audiointerface zur DAW schicken.
Aber: Er möchte die Vorbearbeitung durch das DBX286, dieses wiederum gibt aber nur ein Line Signal aus, insoweit keine Lösung (mit DBX).

1 Like

Wie viel Gain stellst Du ein und worüber stellst Du ein? Über Drehen des Channel-Knobs oder erst durch Drücken auf den Channel-Knob?

Ich verstehe nicht so ganz wozu DBX286S benötigt wird… Kompressor, Limiter und Gate lassen sich doch in Post anwenden, wozu in Hardware lösen?

1 Like

In Advanced Mode stellen, dann den Channel-Knob drücken und Gain einstellen. Der Regler selbst ist nur Fader für den Mix, macht also nicht den Gain.

1 Like

Im Wesentlichen um die „post production time“ zu kürzen und für Live-Gespräche. Ich habe eingangs nicht erwähnt, dass ich auch synchrone Lehre anbiete, in Online-Sitzungen/Ausschüssen sitze - und da komme ich ja erst gar nicht zu einer Nachbearbeitung :-). Mea culpa, scusi!

LG

ZGM

1 Like

Cool, danke! Was muss ich einstellen, damit mir beide Spuren separat auf die SD-Karte gespeichert werden? Auf Advanced habe ich schon eingestellt, aber aus den ISO-Einstellungen werde ich nicht richtig schlau. Und hat es einen Grund, dass Du auf den Low Cut Filter verzichtest?

LG

ZGM

Ok, verstehe :slight_smile: Für Live-Gespräche hätte das MixPre nur einen Limiter glaube ich…

1 Like

Soweit ich weiß macht das MixPre eine Poly WAV, also immer eine Datei. Ich splitte sie dann in Ultraschall. Geht aber auch mit SOX (https://wiki.ubuntuusers.de/SoX/). Dieses Tool gibt es auch: https://www.sounddevices.com/product/wave-agent-software/

Ich nehme alle Filter raus und bearbeite später in Post. Und wie gesagt, der Ton kommt so kristallklar rein, dass ich auf alle Filter verzichte.

1 Like

So erlebe ich das auch. Das kann man sich wie „Multitrack in einer Datei“ vorstellen.

Wenn ich die in Hindenburg importiere, wird direkt jeder Track auf eine eigene Spur gelegt. Das ist wohl nicht in jeder DAW so simpel. :thinking:

1 Like

Überraschend finde ich, dass Du alles in allem sehr gute Hardware nutzt, bei der Software aber auf Audacity setzt. Es würde sich sicher lohnen, tatsächlich mal auf Reaper/Ultraschall oder Hindenburg etc. umzusteigen, schon allein deswegen, weil Audacity nicht zerstörungsfrei arbeitet, d.h. Du kannst immer trotz aller Bearbeitungen wieder zur Ursprungsversion zurück bei den anderen Apps, was bei Audacity nicht geht. Das schont enorm Nerven.

2 Like

Guten Morgen zusammen,

@leonidlezner vielen Dank für den Tipp. Ich habe schon mit Wave Agent probiert zu splitten, bin aber gescheitert. Die einzelnen Tonspuren klangen wie das kreischende Geräusch von Kreide auf Schiefertafel. Ich werde mir Ultraschall & SOX auf jeden Fall anschauen! Nutzt Du eigentlich das MixAssist und/oder NoiseGate Plugin von Sound Devices?

@Joey Danke auch dir für deine Antwort. Hindenburg werde ich mir auch mal anschauen!

@MarcusAnhaeuser Auch dir vielen Dank für deine Antwort! Bezüglich des Gefälles zwischen Technik und Software: Wenn ich mir etwas in den Kopf gesetzt habe, dann zieh ich das auch durch. Deswegen kaufe ich Technik lieber einmal und dafür dann richtig :-). Klar, für meinen wahrhaftig amateurhaften Podcast ist die Technik der absolute Overkill - aber sie ist das Fundament, auf dem ich nach und nach aufbauen kann. Notfalls, wenn wirklich jeglicher Vorsatz vor die Hunde gehen sollte, kann ich die Technik mit ein paar Abzügen weiterveräußern - die Software leider nicht. Audacity nutze ich, weil es für mich als Anfänger einfach zu handhaben ist und ich erste Erfahrungen sammeln konnte und noch ein bisschen mehr Erfahrungen sammeln und die Grenzen ausreizen möchte. Wenn das geschehen ist, werde ich ganz sicher wechseln und mich hierfür an die Ratschläge halten.

Ich freue mich sehr über die vielen tollen Antworten!

Kommt gut in die neue Woche!

Viele Grüße aus Hannover

ZGM

Nein. Das erledige ich später alles in Post im Ultraschall. Ich würde mir jedoch gern das Ambisonics-Plugin holen, sobald ich an ein passendes Mikrofon komme :slight_smile:

Wie @Joey sagt, mit z.B. Ultraschall würdest Du viele Probleme lösen. Und das zu einem günstigen Preis.

1 Like