Moras
(Silas Borowy)
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Ich bin heute über die SuFu auf diesen Thead gestoßen und wollte die Informationen für die Nachwelt anlässlich der Keynote zur WWDC 2020 auf den aktuellen Stand heben.
Kurzfassung: Zwei Unbekannte haben sich nun manifestiert. Ralfs Conclusio bleibt die gleiche. Technisch uninteressierte ziehen direkt auf „Abschließend“ (↓).
Erstens: Der Wechsel von x86 (Intel) auf ARM (Apple Silicon) wird stattfinden (Pressemittelung). Es wird eine Übergangszeit von etwa zwei Jahren geben, in denen die Produktpalette schrittweise auf ARM umgestellt wird. Das bedeutet nicht, dass nach 2022 alle x86 Macs unbrauchbar werden oder nicht mehr mit Updates versorgt werden. Im laufenden Jahr werden sogar noch neue/aktualisierte Macs mit x86 Prozessoren rauskommen. Bis diese ihr EOL erreichen, werden alle Macs mit Intel-Chips auch weiterhin Updates bekommen.
Zweitens: Wie @rstockm bereits anmerkte, geht die Umstellung von x86 auf ARM mit der Bereitstellung einer Kompatibilitätsschicht im Betriebssystem einher. Diese hört auf den Namen „Rosetta“ (About Page) und ermöglicht die Ausführung von x86 Anwendungen auf den kommenden ARM Macs. Die Übersetzung des Codes findet dabei vor dem Programmstart statt und nicht zur Laufzeit. Es kann also sein, dass der Start etwas verzögert wird, aber danach laufen die Anwendungen mit ARM-Instruktionen.
Es verbleiben also mindestens die Variablen hinsichtlich:
-der grundsätzlichen Ambitionen und des Entwicklungstempos für die REAPER DAW beim Entwickler Cockos
-der Implikationen für das Ultraschall-Team
Soweit ich das abschätzen kann, kann unser geschätztes Ultraschall-Team weiterhin nichts anderes tun, als vorher. Sobald Cockos sich rührt und etwas zu den Plänen für REAPER on ARM sagt, kann dort etwas in Gang kommen.
Abschließend wollte ich, nach einem „kleinen“ Exkurs, noch etwas zum „eigentlichen“ Thema des Threads hinsichtlich der Kompatibilität von Ultraschall auf den kommenden ARM-Macs an @princem richten: Mit Ende der WWDC 2020 ist eine Vielzahl der Variablen nun geklärt. Wie @rstockm völlig richtig annahm, ist die Kompatibilität der aktuellen x86 Version über eine Funktion im Betriebssystem (Rosetta) grundsätzlich gesichert. Allerdings sind DAWs keine „Insellösungen“ und greifen auf eine Vielzahl mehr oder minder spezieller Audio-MIDI Funktionen von macOS zurück. Da läuft Ultraschall dann beispielsweise zusammen mit dem virtuellen Mischpult von Audient, dem Plugin für StudioLink und dem MIDI-Pad von Korg. Kurzversion: Solange zentrale Bestandteile des eigenen Workflows von Rosetta übersetzt werden müssen, da die Entwickler noch keine ARM-Version herausgebracht haben, würde ich (IMHO) nicht mit einem einfachen „it just works“ oder „it’s magic“ rechnen.
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