USB OTG ist mittlerweile auch schon über 20 Jahre alt, hat sich aber noch nicht bei allen Smartphones durchgesetzt, gerade im sehr sehr günstigen Segment.
Der DAC/ADC sind in der Regel die gleichen integrierten Schaltungen wie in den sehr günstigen USB-Soundkarten. Das USB-Interface ist als USB-Endgerät ausgeführt, was es unabdingbar macht, dass das Telefon OTG unterstützen muss. Was da für ein physischer Stecker (USB-A oder USB-C) am Headset angebracht ist, ist erst einmal natürlich egal.
Mit passiven Headsets braucht das Telefon einen entsprechenden Multiplexer zwischen dem USB PHY und dem analogen Schaltungsteil. Von Texas Instruments gibt es zum Beispiel den TS5USBA224, welcher diese Aufgabe erledigt. Dafür müssen die Paare der beiden D+ und D- Leitungen im Adapter miteinander verbunden sein (also D+ und D+ sowie D- mit D-) verbunden sein. Damit wird der passive Audio Accessory Mode erkannt. - Diese Multiplexer ICs sind im übrigen der Grund, warum die überwiegende Mehrzahl aller Telefone trotz USB-C noch mit USB 2.0 unterwegs sind.
Es gibt das teilweise die wildesten Konstruktionen, wenn man unbedingt sparen muss: D+/D- mit (TVS-)Dioden gegen die negative Spannung schützen und die Audio gleichspannungsentkoppelt auf D+/D- und VUSB legen. - Diese Pinbelegung entspricht natürlich nicht dem USB-Standard, wurde aber bei Micro-USB teilweise benutzt. Bei USB-C werden/wurden auch gerne mal die Highspeed-Leitungspaare (USB 3.0+) für Audio benutzt.
Gerade wenn etwas aus China kommt: Nicht alles, was wie USB aussieht, ist auch USB!
Das alles in Summe ist die Problematik, warum manche Adapter funktionieren und andere wiederum nicht. Man weiß nie so genau, wie das Ding belegt ist, wenn man es nicht aufschneidet und hinein schaut. Deswegen meine Empfehlung auf einen „Adapter“ mit integrierter Soundkarte zu setzen, da dort die Wahrscheinlichkeit am höchsten ist, dass es funktioniert, gerade bei USB-C-Schnittstellen.
Der Grund für das „Wegrationalisieren“ der Klinkenbuchse ist einerseits der Platinenplatz, teilweise zusätzliche Prozesse während der Bestückung (Buchse muss während des Lötvorgangs geschützt werden, damit die Kontaktflächen nicht verschmutzen), teilweise THT anstatt SMD, um die mechanische Belastung auf die Platine zu minimieren (anderer Lötprozess) und unzureichende Wasserdichtigkeit. Das ist alles bei USB-C kein Problem mehr.
Wenn es besonders günstig sein muss: Ich würde einen Sonderpostenmarkt à la Action oder dergleichen und dort eines der ganz ganz billigen Headsets kaufen und es schlachten/testen. Wenn okay, kann man mal einen Einkauf mit einer „haushaltsunüblichen“ Menge machen.
Frohes Fest!
Sven