Test: Headsets und Mikrofone im Direktvergleich


#68

Hm das verstehe ich jetzt nicht. Du willst ja immer sowohl dich, als auch Einspieler, Skype-Partner etc. hören - das geht bei dem Gerät m.E. nur wenn man Direct Monitor deaktiviert und in der Routing-Matrix auch die eigene Stimme wieder an das Interface schickt? So wie ich es in dem Routing-Video mit dem VSL1818 zeige. Bei Direct Monitoring on hört man ja keine anderen Sounds außer sich selbt?


#69

Achso doch doch das geht, ich höre alles was ich zurück ins Gerät schicke auch wenn ich Direct Monitor an habe. Nur lauter einzeln kann ich den nicht machen.


#70

Hm ok, muss ich bei meinem nochmal testen. Lauter kannst du das über den Send in Reaper machen - da kannst du dem Monitor-Kanal ja beliebig db-Boost verpassen.


#71

Hi Ralf,

sag mal kurz was zum Xenyx Q502. Kaufen oder nicht? Denke gerade über genau das Dingen in der Kombi mit dem HMC 660X nach.

(Wobei allerdings meine Frage auch wäre, ob man nicht auch den 660 mit dem Klinkenstecker nehmen kann und damit das Mischpult komplett sparen könnte. Für nur einen Eingang macht sowas wie das Xenyx doch relativ wenig Sinn, gerade wenn man ein Macbook hat, dessen Audio-In und Out halbwegs okay sind)


#72

Warte mal bitte noch drei Tage. Ich habe das 502 getestet, das läuft zwar prinzipiell, hat aber so zwei, drei Macken. Ich habe das 302 bestellt, das hier eventuell die (gleich teure) bessere Wahl für das 660 wäre.
Klinkenversion: ich sehe nicht, wie man das an ein MacBook bekommen soll… Kann aber natürlich gern mal wer probieren.


#73

Die dynamische Version des 660 (ich denke, das ist die mit Klinkenstecker) würde mit einem XLR-Stecker wahrscheinlich gut zu dem Mic-Preamp des Xenyx passen. An einem Macbook-Mikroeingang (oder dem Klinken-Line/Gitarren-Eingang des Mixers) passt die Impedanz wahrscheinlich nicht, ich würde wenig Signal und viel Rauschen erwarten.

Das HMC660 (mit Elektretkapsel) dagegen könnte mit einem Miniklinkenstecker anstelle des XLR dagegen sehrwohl an einem MacBook funktionieren, wegen der fehlenden Schirmung des Kabels jedoch etwas brummig.

Nachdem ich ja vor einer Woche ein HMC660 (mehrmals) zerlegt und umgebaut habe kann ich den Enthusiasmus bezüglich dieses Headset nicht mehr wirklich teilen.

Mechanisch ist die Konstruktion des Schwanenhalses und Mikrofon-Kapsel-Halters mangelhaft: Der Kapselhalter wird mit zwei mikroskopisch kleinen Schrauben an den Schwanenhals gepresst, die Schrauben sitzen aber in weichem Plastik. Das muss eigentlich kurz über lang wackelig werden. Die Seite des Schwanenhalses an der Ohrmuschel ist eingeklebt, dabei aber sehr weit in die Hülse eingeschoben so dass das Kabel zur Mikrofonkapsel an dieser Stelle einen engen Knick (aus dem Schwanenhals hin in die Ohrmuschel) macht. Eigentlich wollte ich das Kabel dort durch ein abgeschirmtes ersetzen (sind nur 3 lose Litzen), aber man kommt dann nicht um’s Eck.

Elektrisch zeigt das Nichtvorhandensein jeglicher Anpassung an die symmetrische XLR-Strippe, dass die Konstrukteure entweder keine Ahnung haben, oder absichtlich totalen Murks verkaufen. Achja, die Kabel im Inneren sind auch von sehr minderer Qualität, sehr dünn, gleichzeitig nicht besonders flexibel. Und nicht abgeschirmt.

Akustisch ist die Mikrofon-kapsel erstaunlich gut und nahe an z.B. den Beyerdynamic, aber es stellt sich die Frage ob dies alleine das Headset seine €40 + evtl. Bastelei wert ist. Ich bin skeptisch.

Bei mir blieb ein leichtes Netzbrummen, hervorgerufen durch die fehlende Abschirmung, wenn man den Schwanenhals und das kleine Gitter im Kapselhalter erdet ließe sich dieses sicher noch beheben… aber das ist noch eine zusätzliche Modifikation in einer ganzen Liste.

Hat schonmal jemand z.B. das Beyerdynamic DT 234 an einer Computer-Soundkarte oder am MacBook getestet? (77€)


Weihnachts-Special: das HMC660X direkt an iPhone, Smartphone, Rechner anschließen
#74

Auch nicht unspannend. An alten MacBooks, die noch einen getrennten Kopfhörer/Mikro-Miniklinken-Anschluss hatten wird das vermutlich gut laufen, bei den neueren (2 Jahre und jünger) die das in einen 3er Miniklinke verwandelt haben sehe ich hingegen schwarz.


#75

Das sind alles valide Punkte. Was man aber auch noch einpreisen muss: auch der Kopfhörer klingt besser als so manches, was man für 100€ bekommt. Die Polster sind nicht so meins, da habe ich Alternativen bestellt (8€) mal sehen wohin das noch führt.
Wenn mein nächstes Test-Equipment eintrifft, schreibe ich nächste Woche nochmal ein längeres Review.


#76

Die entsprechenden Adapterkabel (für €3 aus China…) funktionieren (zumindest an einem Lenovo Thinkpad mit TRRS-Miniklinke) wunderprächtig. Nicht mit dem DT234, aber mit einem anderen Getrennt-Klinken-Headset oft im Einsatz.


#77

Meines WIssens nach sind in den aktuellen MacBook Pros keine TRRS verbaut:

Iphone headphone will, other headphones with built in mic less likely.
I belive this is due to:
most common 3.5mm mic jacks use the tip as the signal and the sleeve for the ground. Apple uses the sleeve for the mic and a common ground in the middle.

Die erwarten dort eine 4-Ring Miniklinke, wie sie das iPhone hat. 3er funktionieren vermutlich nicht.


#78

3-Ring, 4 Ring? Das ist schon alles TRRS, aber es gibt zwei Möglichkeiten Masse und Mikrofonsignal auf den “2. Ring” bzw. “den Schaft” des Steckers zu legen. Alles neuere (nicht nur Apple) verwendet, glaube ich, die Konvention 2. Ring == Masse, Schaft == Mikrofon.

Man kann es sehr leicht nachmessen, Zwischen Kopfhörer (Spitze oder 1. Ring) und Masse (2. Ring oder Schaft) sind es typisch so 30 Ohm. Der verbleibende Ring oder Schaft (Mikrofon) hat zur Masse ~1-2 kOhm.

Wikipedia/Phone Connector/TRRS Standards


#79

Danke.

Dann lasse ich das erstmal und warte …

Dann gibt es noch mindestens eine Aufnahme mit dem Headset aus Folge 1 (oder dem aus Folge 0). Mit den großen Mikros (G Track und Auna 900B) komme ich nicht klar … Ich brauche wahrscheinlich eine andere Niere, damit von meiner Stimme auch bei normaler Lautstärke in 30 cm Entfernung noch was ankommt …


#80

Neuzugang: ich habe das Beyerdynamics DT234 getestet. Könnte alles so schön sein und eine interessante Lücke schließen, vor allem für Ferngespräche aber: kapitale Enttäuschung. Ist oben als Nr. 16 zu hören. Ich rate wehement ab.


#81

Habe das DT234 nochmal in zwei weiteren Konfigurationen getestet: am H6 über den Tonaderspeisungs-Eingang hat man dasselbe Problem mit Verzerrung, an einem mittelalten Windows-PC unter Win7 hingegen übersteuert nichts. Der KLang ist immer noch etwas dumpf, aber mit EQ kann man da gegenwirken.
Es mag also sein, dass es Situationen gibt in denen das eine Lösung ist - aber man sollte es vorher testen.


#82

Was spricht eigentlich dagegen zwei gepaarte Widerstände 6,8kOhm jeweils zwischen Masse und hot/cold zu schalten? Damit entsteht zwischen den 6,8KOhm im Mischpult und denen im Kabel ein 1:1 Spannungsteiler und es liegen nur noch 24V an. Ich würde es gern mit dem HMC660 ausprobieren, allerdings habe ich keins. Mit dem DT297 lässt sich kein Unterschied feststellen und das passt in jeden XLR Stecker mit rein. Möchte das Jemand mal ausprobieren?


#83

Lesen ist schon schwer. Steht weiter oben schon: Da ist wirklich nur eine eine Elektretkapsel drin, ohne sinnvolle Symetrierung.


#84

bedeutet jetzt für nicht-E-TechnikerInnen? Dein Ansatz läuft nicht?


#85

Gute Symmetrierung ist, warum normale Bühnenmikrofone mit XLR-Anschluß auch noch über 100m Kabel brummfrei funktionieren. Das HMC660 hat (schon in der Originalbeschaltung) diese nicht und wird daher störanfällig sein. Daher auch die Motivation für mich, einen billigen Speiseadapter mit in die Hörmuschel zu packen.

Kleine E-Technik Erkärung: “Symmetrisch” heisst es, wenn der Signalweg des einen Signals (z.B. Hot) das Spiegelbild des Signalwegs des anderen Signals (z.B. Cold) darstellt(†): Eine Störung wirkt sich auf beide identisch aus, die Audioinformation wird aber als Spannungsunterschied zwischen den Leitungen übertragen. Wenn die Elektronik in Deinem Mischpult oder Audiointerface diese Differenz bildet, dann subtrahieren sich die Störungen weg und nur das Nutzsignal bleibt. So die Theorie. In der Praxis werden Störungen aber immer noch um viele 10dB abgesenkt. Die Beschaltung im HMC660 verletzt diese Spiegelgleichheit und es wird daher anfälliger für Einstreuungen sein.

@diodenschein’s Lösung wird wohl funktionieren, er ist sicher nur genauso über das Schaltungsdesign von Superlux erstaunt wie ich es war. :slight_smile:

Man darf sich bei der ganzen Bastelei auch nicht wundern wenn seltsame Dinge passieren. Mein erster Versuch mit ein paar grossen Koppel-Kondensatoren fing an bei wenigen Hz zu pulsieren. Die Gefahr besteht nur mit den 2 Shunt-Widerständen aber sicher nicht.

†) siehe z.B. die Ausgangsstufen der typischen Schoeps-Schaltung Google-Bildersuche oder die Superlux-Phantomspeisung (von mir leidlich abgemalt )


#86

Klingt das Superlux HMD-660E (dynamische Variante) viel schlechter als das Superlux HMC 660 X oder warum wird das nirgends erwähnt?

Theorethisch würde dieses zwei Vorteile bringen:

  1. Dynamisch eignet sich besser für schlechte Räume und gegen Nebengeräusche
  2. Kein Bedürfnis seltene Lösungen für die 12V bis 24V zu finden

#87

Nicht getestet, aber es wird schlicht komplett “anders” klingen - eben nach Dynamisch.