#subscribe9: Die dritte Welle


#1

Tag 1: 27.10.2017
18:30 - Die dritte Welle (Großer Sitzungssaal) von @timpritlove


#2

von @jasowies_o


#subscribe9: Workshop-Doku
#3

Hier sind die Slides als PDF: SUBSCRIBE 9 Die Dritte Welle.pdf (5,7 MB)

Und hier ist das Video aus der Präsentation:


#4

Ein Nachtrag zum Talk

In der QA-Runde (am Ende des Videos) wurde von Philipp Schwörbel von Steady eingeworfen, meine Aufstellungen zu Steady wären so nicht richtig und sie hätten einen Weg, wie sie die pauschal abgezogenen 19% Umsatzsteuer für Umsatzsteuerpflichtige wieder rückholbar machen würden.

Dazu stelle ich fest: dem ist nicht so, die pauschale Umsatzsteuer geht immer weg. Ich bleibe bei meiner Darstellung, auch wenn ich eine Feststellung hätte hinzufügen sollen:

Der einzige Fall, in dem dies unbedeutend ist, ist der, wenn man selbst die Einnahme mit 19% Umsatzsteuer belegen muss, denn in diesem Fall entsteht zumindest durch die pauschal gezahlte Umsatzsteuer kein weiterer Verlust, da man im Falle einer direkten Spende den selben Betrag abziehen müsste. Es bleiben aber immer noch die Zahlungsgebühren und die Plattformgebühr in Höhe von 10% (die wie im Vortrag dargestellt effektiv aber eher 11,9% beträgt).

Ist der Empfänger aber nicht umsatzsteuerpflichtig oder kann den verminderten Satz von 7% geltend machen, dann gehen hier wie dargestellt weitere 12% oder eben volle 19% verloren. Da die Rechnungsstellung an den Spender von Steady erfolgt, kann der Empfänger seinen eigenen Umsatzsteuersatz an der Stelle nicht durchsetzen.


#5

Hallo Tim, hallo alle

(für die, denen das zu lang ist: unten steht eine Zusammenfassung)

wie haben auf der Subscribe ja auch schon ausführlich darüber gesprochen. In meinem Einwurf habe ich auf 2 Dinge Bezug genommen. 1. auf die Darstellung (ich finde Du hast Dinge verglichen, die im Vergleich einfach nicht sinnvoll sind, nämlich eine Direktüberweisung und Patreon und Steady) und 2. in Bezug auf die Umsatzsteuer und wo die nun bleibt.

Zum ersten Punkt: In meinen Augen - auch als Medienmacher und eigener Kunde von Steady - geht es nicht darum, wieviele Abzüge / Kosten damit verbunden sind, sondern darum, wieviel mehr man damit verdient. Denn wenn man nichts verdient, sind die Kosten auch egal. Ist doch besser, 500 Euro zu verdienen im Monat und dafür 50 Euro zu bezahlen, als vielleicht 70 Euro ohne weitere Kosten.

Zum Zweiten: Dein Vortrag hatte in meinen Augen den Eindruck erweckt, Steady würde regelmäßig nur rund 70 Euro von 100 Euro auszahlen (!). Das stimmt einfach nicht. Wir zahlen in der Regel rund 83 Euro für 100 Euro aus. Das hat genau die Gründe, die Du auch erwähnt hast, von denen Du aber als Sonderfall ausgehst, die bei uns aber eben die Regel sind. Die erfolgreichen Steady-Nutzer sind überwiegend umsatzsteuerpflichtig und zwar mit 19%. Richtig ist - und das ist bestreitet nun auch niemand -, dass elektronische Dienstleistungen im Netz mit 19% Umsatzsteuer belegt sein MÜSSEN. Von 100 Euro an Aboverkäufen sind also 16 Euro Mehrwertsteuer (das sind die 19%) drin, bleiben 84 Euro netto übrig. Dann kommen die Kosten des Zahlungsverkehrs. Um im Beispiel zu bleiben, das sind im Moment 1% auf den Umsatz für reine SEPA Überweisungen, also 1 Euro. Und dann die 10% Steady-Gebühr (ausgestaltet als handelsmarge) dafür, dass wir Dir den ganzen (Steuer-)Kram abnehmen, auch auf den Umsatz, also 10 Euro. Bleiben 84 € - 1 € - 10€ = 73 €. Zu diesem Preis kaufen wir - so das Prinzip - Dir die Abos ab, die wir für 84 € netto / 100 € brutto verkauft haben an Deine Hörer. Deswegen bekommst Du die Umsatzsteuer darauf auch “zurück” bzw. oben drauf, die Du wie jede andere Umsatzsteuer auch angeben musst. D.h. 73 € plus 13,87 (das sind die 19% für gewerbliche Kunden) = 86,87 € Auszahlung. In diesem Beispiel sind es also sogar 86,87 Euro und nicht nur rd. 70 Euro Auszahlung.

Und ja, für die, die das Steuerprivileg haben, nur 7% oder sogar 0% abführen zu müssen. die bekommen dann nicht die ganzen oder gar keine Umsatzsteueranteile ausgezahlt, aber auch das bestreitet niemand.

V E R G L E I C H

Unser Regelfall: “Medienmacher:in” der/die regelmäßig Geld verdienen will mit seinen Inhalten

Überweisung / Dauerauftrag:

100 Euro brutto auf Konto
./. 16 Euro Umsatzsteuer (=19%) muss ans Finanzamt abgeführt werden
= 84 Euro netto Einnahmen für Publisher

Vorteil: Weniger Kosten
Nachteil: Man muss die Unterstützer überreden, einen Dauerauftrag einzurichten

STEADY

100 Euro brutto
(enthält 16 Euro Ust)
= 84 Euro netto
./. 1 Euro SEPA-Kosten
./. 10 Euro Steady-Gebühr
= 73 Euro netto Einnahmen für Publisher

  • 13,87 USt auf 73 Euro (muss der Publisher abführen an das Finanzamt)
    = 86,87 Euro Auszahlungsbetrag aufs Konto von Steady an Publisher

Nachteil: Kosten in Höhe von hier 11%
Vorteil: 1. Mehr Umsatz, weil es den Unterstützern einfacher gemacht wird und 2. die Abwicklung aller Abos / Zahlungen etc etc. durch Steady

(Achtung: jeder Steuerfall ist anders und wir sind keien Steuerberater, deswegen bitte mit Steuerberater:in besprechen!)

Hier ein Link zu unseren FAQ mit detaillierter Beispielrechnung:
http://hilfe.steadyhq.com/1660-publisher-steuern-und-rechtliches/9147-was-ist-steady-aus-steuer-rechtlicher-sicht

Zusammenfassung:

  1. Man kann Kosten vergleichen, aber das ist - ganz ehrlich - nicht der Punkt. Der Punkt ist imho, wieviel Umsatz man machen kann. Und da kann sich jeder fragen, was besser ist: Unterstützer zu überreden, einen Dauerauftrag abzuschließen oder es den Unterstützern so einfach zu machen mit dem Bezahlen, wie man es bei Amazon auch kennt. Überlegt doch einmal, wieviele Abos Netflix verkaufen würde, wenn man da nur mit Dauerauftrag zahlen könnte.

  2. Wer langfristig von seinen Inhalte leben mag, landet in der Regel eh bei den 19% Umsatzsteuer. Das bitte mit dem Steuerberater besprechen.

  3. Steady “kostet” 10% auf den Gesamtumsatz, und ich finde es deswegen nicht richtig zu sagen, Steady kostet 30%.

  4. Steady verhilft für die “Kosten” ganz einfach zu mehr Umsatz, weil es das Bezahlen einfach macht. Und es nimmt Euch den ganzen “Sch…” der Abrechnung ab etc. Ich würde sagen der Aufwand mit den Steuererklärungen etc. , wenn man es ohne Steady macht, sind teuerer als die Steady-Gebühr.

  5. Steady ist ein Projekt aus der Journalisten-Community für andere Medienmacher:innen. Wir haben Krautreporter gegründet und den Bedarf gesehen, dass andere auch so etwas wie Steady brauchen. Deswegen ist es nicht richtig uns als Plattform zu bezeichnen, wie z.B. Patreon, die hunderte von Millionen an Wagniskapital eingesammelt haben oder gar Apple / iTunes.

LG, Philipp


#6

Hallo,
wenn ich Tim in seinem Vortrag richtig verstanden habe, titulieren einige “Spenden-Einsammler”, die nicht Bank-Dienstleister sind, die Rechnung an den Spender als “Lizenz”. Bei einem solchen “Rechte”-Verkauf fallen nach meiner Kenntnis zwingend lediglich 7 Prozent Umsatzsteuer an, egal ob es sich um Urheber- oder Leistungsschutzrechte handelt. So hat es mir mein Steuerberater seit Jahren eingebimst. Denn: Auch wenn man “in guter Absicht” zuviel Steuer für den Staat beitreibt, kann daraus Ungemach resultieren.

Viele Grüße

Mark