Na schau, Scripte erwecken einen Schein, den ich als Hörer:in nicht erkennen kann, soll ich ja nicht, sie sollen ja möglichst natürlich klingen. Das stellt ein Ungleichgewicht her. In der ersten Version meines Beitrags hier habe ich von Betrug gesprochen, was mir aber doch den Tick zu hart vorkommt, deshalb habe ich es dann geändert. So viel ich weiß, ist beim US-Podcast es durchaus üblich, sich gegenseitig die Geschichte zu erzählen. Also eben nicht zu scripten, sondern so lange miteinander zu reden, bis es passt. Das gefällt mir.

Beim Radio schreibe ich immer Manuskripte. Die vorgelesen werden. Die ich möglichst so schreibe, dass ich sie gut lesen kann. Ich erwecke also nicht den Schein der freien Sprache, sondern pflege den Stil des Manuskriptlesens, was ganz was Eigenes ist. Es ist aber für die Hörer:innen erkennbar. Ich scripte beim Radio nicht. Was ich zunehmend versuche ist, die Geschichte ohne Manuskript zu erzählen, was eine Übungssache ist, die redlich Spaß macht.

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