sofakissen
(Daniel Ziegener)
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Ich habe 2016 eher zufällig zum gescripteten Podcast gefunden und mache das seit dem zunehmend, bei Superlevel mit away from keyboard und Dev Mode, heute mit afk.berlin und Hinter den Pixeln. Eigentlich mache ich fast nur noch gescriptete Formate, weil der Schnitt so unglaublich viele Möglichkeiten bietet, Informationen in einem Podcast zu vermitteln (und das “Bauen” mir mittlerweile mehr Spaß macht als das Sprechen).
Hinter den Pixeln sind je einstündige Folgen, die in der Regel aus drei Interviews und Moderationen dazwischen bestehen. Reine Moderation, ohne Interviews und Einspieler, sind meistens so zwischen 2200 bis 2600 Wörtern. Die Scripte schreibe ich einfach in Word, lege vorher aber farbliche Markierungen für Interviewpartner fest, die sich auch in Reaper wiederspiegeln. Das hilft mir in beiden Programmen dabei, den “Fluss” der Episode im Auge zu behalten. Dann gehe ich die nach recht groben thematischen Fragen gehaltenen Interviews durch und suche nach dem roten Faden, der “Story”. Und dann schreibe ich wo nötig erläuternde und überleitende Moderationen.
Was ich auf jeden Fall lernen musste (und über die drei Jahre lässt sich da glaube ich eine massive Veränderung raushören) ist ein Sprachrhythmus beim Lesen, aber einen wirklichen Ratschlag außer “viel machen” habe ich da nicht. Ich probiere immer wieder auch mal eher Stichwortartige Skripte aus, bin persönlich am Ende aber wieder bei größtenteils wortgenauen Moderationen gelandet.
Was ich auf jeden Fall gelernt habe ist, dass man (oder zumindest ich) bei Podcastscripten anfangs zu Längen neigte. Mittlerweile kürze ich meine Scripte wenn sie fertig sind noch einmal radikal runter und nehme mich dadurch (gegenüber den eingespielten Interviews) immer weiter aus meinen eigenen Podcasts raus. Mehr noch als bei Text habe ich bei geschriebenen Podcats das Gefühl, dass weniger mehr sein kann, weil man statt mit verspielten Worten mit Rhythmus und Betonung eine eigene Note reinbringen kann.
Nachdem ich mittlerweile mehr Podcast-Scripte als andere Texte schreibe hat das auf jeden Fall umgekehrt meinen Schreibstil beeinflusst. Ich schreibe tatsächlich “für’s Ohr” und lande am Ende oft bei Sätzen, die in meinem Sprachduktus vorgelesen gut klingen. (Ob das meine gelesenen Texte besser oder schlechter macht müssen aber andere beurteilen.)
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