Aus meiner Radiozeit habe ich immer vorgeschrieben. Alles. Bis aufs Wort. Aber dann locker abgelesen. Ich habe mir eine Eigenschaft angewöhnt, irgendwann nicht mehr Wort für Wort zu lesen, sondern drüber zu scannen. Und weil es meine Worte waren, funktionierte das super.
Zudem bin ich ja grob auf den Text eingegroovt, ich lese den dann ja nicht zum ersten Mal.

Beim Thema “Schreiben fürs Ohr” dachte ich ja eher an “Wie schreibe ich, damit das Gesprochene lebendig klingt?”. Da möchte ich das in Radiokreisen bekannte, teilweise auch verpönte, aber für Einsteiger super geeignete Buch von Patrick Lynen verweisen:

Warum auch teilweise verpönt? Nun, würde man das Buch 1:1 anwenden, so würde eine Wettermoderation wie folgt klingen: “Was für ein schöner Tag: Die Sonne ist gerade durch die grauen Wolken gebrochen [Farben, Bilder im Kopf!] und die Sonnenstrahlen versetzen die Warschauer Straße [Ortsmarke!] in einen warmen Lichtschein [Bilder im Kopf, Emotionen!]. Und ich habe schon heute morgen auf dem Weg die ersten in pinken, bunten Hosen gesehen [Farben! Persönliche Geschichte!] - es wird ein großartiger Tag, endlich den Rasen draußen zu mähen nach dieser langen Regenphase [Ratgeber, Persönlichkeit!].”

In der Summe ein Stück zu viel des Guten, aber die Grundsätze sind schon sinnvoll.
Und wer schon einige Posts von mir gelesen hat, der weiß, dass ich die Meinung vertrete, dass Radio und Podcast sehr sehr viel gemeinsam haben. Also, ich kann den Lynen nur empfehlen, wenn es ums Schreiben fürs Ohr geht. :slight_smile:
#noad :wink:

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