RØDECaster Pro - Versprechen und Wirklichkeit


#7

Aus Deinem Blockschaltbild werde ich noch nicht schlau. Könntest Du es mal erweitern, so dass alle Kanäle einzeln zu sehen sind, alle Elemente nur einmal vertreten sind (Limiter) und vor allem dass klar wird, wo auf SD und USB abgezweigt wird? That would be great.


#8

Super Review. Vielen Dank für die detaillierte “Auseinandernahme”.


#9

Ich glaube, Ralf hat das anders gemeint als Du es verstanden hast…
Manche Effekte basieren ja darauf, dass man zum Zeitpunkt der Analyse auch die kommenden Signale kennt. Er sagt im Prinzip nur, dass das Rode ja im Gerät genau so ein Processing machen könnte bevor es auf die Karte wegspeichert. Das hätte genau gar keine Auswirkung auf die Latenz an USB oder die Zeit des Signals durch die Schaltungen sondern eben nur auf Bearbeitung und Speicherung.


#10

Ich widerspreche hier in jedem Punkt:

  1. Für adaptives Leveling ist es ziemlich entscheidend, wie groß der Lookahead ist. Ohne einen solchen erhält man sehr schnell ein unangenehmes “Pumpen” im Klang weil ständig zu früh/spät Verstärkt oder Abgesenkt wird. Das hat auch nichts mit Zumutung zu tun, sondern mit Physik. Raum-Zeit-Kontinuum und so.
  2. Wie ich in dieser Grafik zeige

image

gibt es schon jetzt einen deutlichen Versatz zwischen der prozessierten Summen-Spur und den einzelnen cleanen Spuren über USB. Die aber beide gleichzeitig über USB reinkommen. Da ist es völlig egal, ob dieser Versatz jetzt 2 Sekunden größer ist oder nicht, man nutzt die Spuren ohnehin nicht zusammen sondern wirft entweder die Summe weg oder die Einzelspuren.
3. Durch ein von mir gefordertes, erweitertes Processing auf der Stereo-Summe bleibt die geringe Latenz auf den Einzelspuren völlig unangetastet.Alle zeitritischen Dinge laufen da also dennoch - das Beste aus beiden Welten.
4. Ich verstehe das RØDECaster so, dass es für viele, viele Podcastende gerade gar kein Post-Processing mehr geben soll - weil das Gerät eben alles selber macht. Das ist mit dem jetzigen Aufbau aber nicht umsetzbar.


#11

Es wurde ja schon viel Lob ausgeschüttet und ich will mich anschließen.
Eine Frage habe ich noch, denn für den Schreibtisch würde ich mir solch ein Teil nicht kaufen, da gibt es praktischeres Zeug.

Wie sieht es denn aus Deiner Sicht mit mobilen Aufnahmen aus? Ich suche was robustes, das ich in eine Tasche werfe, an mache und möglichst verlustfrei Audio aufnehme. Danach ziehe ich die Daten dann als WAV auf den Rechner in Reaper und mache die Postproduktion.

Ist das ein Zugewinn für mobile Aufnahmen?


#12

Von den Funktionen her ja. Aber es ist halt: echt groß. Schau oben das Bild mit dem H6 zum Vergleich - das ist wirklich mobil. Und bietet nicht so entscheidend viel weniger.


#13

Hast du das mal an einen Linux-Rechner angeschlossen, wie es sich da anmeldet?


#14

Nein, habe kein Linux :pensive:


#15

Schau mal hier drauf - vielleicht hilft das weiter:

Das was im USB-Multichannel landet ist genau dasselbe wie das, was im Multichannel WAV geschrieben wird.


#16

Dafür gibt es Live-CDs (bzw. Sticks) :wink:
Ich nutze das hier aktiv:


#17

Ich dachte eher daran, daß man ja auch vom Rechner aus Jingles aufspielen kann - da muß es ja auch einen Weg über USB geben…


#18

Besser. Aber magst Du das Bild nicht komplett machen?

Wenn ich noch ein wenig herummeckern darf: mono und stereo sind hier immer eine Linie, da sollte L/R separat geführt werden und bei USB sollten noch die einzelnen Kanäle sichtbar werden. Außerdem fehlen dem Bild noch die ganzen Headphone-Ausgänge und die weiteren Eingänge (TRRS, Bluetooth). Die Buttons sind überhaupt noch nicht dabei und jeder Kanal hat ja noch diesen Mute und Solo Button.

Du darfst auch gerne Dein Bild sourcen, dann können wir alle dran herumzuppeln (was vielleicht aber nicht zielführend wäre)


#19

Nein, ich mach da jetzt nix mehr - es muss auch mal mit der Ultraschall-Release vorwärts gehen.
Hier kann sich gerne jemand austoben:


#20

Ich vermute mal, Comfort Noise und die Idee, die hinter Noise Shaping steht: https://de.wikipedia.org/wiki/Rauschformung
Sollte optional sein, aber ist meines Erachtens erstmal soweit verständlich warum.

Bei Musikprduktionen ist ne Art Richtlinie noch ordentlich Headroom zu lassen(6dB meist), der für den Mix und das Mastern gebraucht wird. Spontan würde ich vermuten, dass sie das auch auf Podcasts anwenden jedoch zu krass und teils unnötig.
Also evtl nen “das macht man so”-ohne das zu hinterfragen-Problem.

Den Limiter so hart zu setzen ist aber schon krass. Der sollte viel softer zuschlagen, bei weniger dB schon und immer stärker, je näher man ans Maximum kommt.

Was für ein Testsignal haste verwendet? Versuchs mal mit nem sauberen Sinuston, dann kannste sauberer sehen, ob die Obertöne verschwinden/sich seltsam verhalten bei höheren Gain. Wenn ja, findet audioprocessing statt oder irgendein krudes physikalische Phänomen, glaub aber Ersteres.
Müsste man vielleicht mal mit nem Spektrogramm genauer untersuchen.

Was mir noch in den Sinn kommt, dass ich es gut fände, wenn man optional zwei Möglichkeiten der Nachbearbeitung hätte, eine für den LiveMix den man raussendet und eine für die Aufnahme. So kann man das Verhältnis Sound vs Processingspeedlatenz beeinflussen, was man für live doch so niedrig wir möglich halten möchte, für die Aufnahme aber etwas mehr Zeit sich nehmen kann.

Cool wäre auch, wenn die Aphex-Effekte selbst programmierbar wären um da einfach selbst nachbessern zu können.

Die Größe des Gerätes wäre für mich ja irgendwie schon nen Pluspunkt, weil mich das Rumgefitzel bei soviel anderen Krams echt nervt.
Wenn es da verschiedene Ausbaustufen gäbe, groß(12 Inputkanäle), Mittel(6 Inputkanäle, kleinerer Formfaktor) und Mini(4 Inputkanäle und so klein wie möglich für transportabel) und wenn man das Ganze PostProcessing ausschalten könnte, wäre das echt nen Kandidat als mein nächstes Interface.


#21

Meine Erwartung/Befürchtung scheint sich damit bewahrheitet zu haben. Die zu knappe Leistung macht die anfänglich fehlende Multitrack-Fähigkeit noch unverständlicher.


#22

Hm, aufpassen, dass man hier nicht Dinge vermengt: die eigentliche “Leistung” des Pults ist ausreichend, nur eventuell nicht für anspruchsvolle dynamische Mikros (siehe FetHead).

Das Post-Processing im Gerät selbst ist halt viel zu konservativ, wenn man aber ohnehin Auphonic nutzt (oder den Dynamics 2 oder ein anderes Normalisierungs-Tool) ist das in der Praxis kein Problem.
Es wurde m.E. hier nur die Möglichkeit verschenkt, so etwas wirklich als One-Stop-Production Tool zu positionieren.

In Bezug darauf verhält es sich halt wie jedes andere Interface auch, mit Ausnahme vielleicht des noch konservativeren Noisegates.


#23

Hallo zusammen,

weiß einer, ob die hmc 660 mit dem Rodecaster funktionieren? Ich habe nämlich drei dieser Headsets und würde sie gerne weiterverwenden. Wenn ich diese jedoch in die xlr und Köpfhörer-Eingänge stecke, gibt es einen sehr unangenehmen Störton (eine Art Rasseln und Fiepen). Dabei hat das Gerät softwareseitig ja eine Phantomspeisung, wenn ich das richtig sehe. Mein Erdungskabel (danke für die ganzen Tipps hier btw!), dass ich bei meinem vorherigen Setup benutzt habe, scheint auch nichts zu helfen.

Jemand ne Idee?


#24

Nein so ohne Weiteres funktioniert das nicht, da die HMC660 bekanntlich nicht mit 48V Phantomspeisung umgehen können, sondern nur mit 24V oder weniger (bis ca. 1,5 V).

Aber hier findest du dazu zwei Lösungen - entweder Löten, oder aber einen Adapter dazwischen schalten:


#25

Danke schon mal für den Tipp! Ich habe versucht eines meiner Headsets umzubauen und bin nicht ganz sicher ob’s funktioniert hat. Ich habe mal eine Testaufnahme gemacht:

https://drive.google.com/file/d/1qe3pWP27Px1Dh9mr9afATmqsPPmcUpMw/view?usp=sharing

Ist dieses Störgeräusch deiner Erfahrung nach typisch für die falsche Phantomspeisung? Oder würde die anders klingen? Mit anderen Setups hatte ich bisher keine Probleme mit den Headsets, gehe also davon aus, dass diese intakt sind.


#26

Ok, ein Update für alle, die es interessiert. Ich scheitere daran, die HMC zum laufen zu bekommen. Ich vermute schon, dass der Umbau mit dem Löten funktioniert hat, da ein drittes HMC, das nicht umgebaut wurde, deutlich anders klingt als die umgebauten. Ich vermute außerdem, dass das Rodecaster-Gerät nicht kaputt ist, denn ein weiteres Testmikrofon von Sennheiser (Funkstrecke) klingt perfekt. All dies kann, wer will, in diesem Test nachhören, bei welchem ich 4 Mikrofone getestet habe (2x umgebautes hmc, 1 x normales hmc, 1 x Sennheiser Funkmikro).

https://drive.google.com/file/d/1KhNIwiXLQpc8ifgdGkTo9RMKngQu3w-I/view?usp=sharing

Daher werde ich das Ding wohl zurückschicken und ein zoom h6 verwenden, bei dem alle Mikros super klingen. Schade, denn der ganze Kabelsalat nervt schon und die Funktionen Jingles direkt vom Bord zu spielen und Handy-Anrufe einzubinden klingen supersupernützlich.