Für ein Experiment habe ich die übliche Verwertungsreihenfolge (Radiosendung wird als Podcast angeboten) mal umgedreht und habe einen Podcast zu einer Radiosendung gemacht. [Sollte der Beitrag in diesem Thread einen Fremdkörper darstellen - kurzer Hinweis durch Moderation willkommen]

Ich produziere u.a. einen Podcast mit Themen aus dem Bereich Amateurfunk. Mein Produktionsworkflow hat mit eurem vermutlich mehr Gemeinsamkeiten als Unterschiede.

Die Radiosendung wird nicht auf einem nichtkommerziellen Lokalsender ausgestrahlt oder in einem offenen Kanal. Ich habe eine Stunde Sendezeit bei dem Betreiber einer Kurzwellenstation gebucht. Es ist für die Zielgruppe nichts ungewöhnliches, die Kurzwelle als Informationsmedium zu nutzen.

Noch ein Beispiel für die Umkehrung der Verhältnisse: die Sendung habe ich wie einen Podcast produziert. In den vorherigen Beiträgen in diesem Thread wurden u. a. auch Videos verlinkt, in denen Motionmixes demonstriert wurden.

Im Podcast verwende ich etwas ähnliches. Da ich allerdings nicht live oder sogar “live on Tape” produziere, stelle ich die “Motionmixes” händisch in der DAW zusammen. Das läuft bei mir immer am Anfang der Sendung während ich die Themen aufliste. Der Podcast war übrigens schon vorproduziert und ist auch schon seit einiger Zeit veröffentlicht. Für die Zweitverwertung als Radiosendung waren nur einige kleine Änderungen an der Anmoderation, Abmoderation und als Einleitung für ein Musikstück auf halber Strecke nötig.

Im Verlauf der Sendung habe ich 3 Musikstücke eingebaut. Im Radio gibt es diesbezüglich keine GEMA-Probleme. Für Kurzwellenrundfunk gibt es mit der GEMA sogar eine besondere Vereinbarung durch die keine Zahlung von Lizenzgebühren erforderlich ist. (Eine weitere Besonderheit ist die Nichtzuständigkeit der Landesmedienanstalten für die Lizenzierung. Kurzwellenstationen werden durch das auswärtige Amt genehmigt.) Da die Musikstücke in der DAW nachträglich eingebunden wurden, war kein schicker Countdown bis zum Gesangseinsatz notwendig. Warum überhaupt Musik? Aus Zuschriften nach der letzten Sendung weich ich, dass das in gewissem Maß gewünscht ist.

Damit wären wir auch schon beim nächsten Punkt: Feedback. Den letzten Versuch einer Radiosendung habe ich im Februar 2017 unternommen. Es gab damals wetterbedingt technische Probleme mit der Antenne beim beauftragten Senderbetreiber. Dadurch konnte die Anlage nur mit begrenzter Leistung betrieben werden. Meine Sendung wurde auf halber Strecke unterbrochen und auf einer anderen Frequenz fortgesetzt. Ich musste die gebuchte Zeit natürlich nicht bezahlen. Trotz dieser Umstände habe ich nach der Sendung mehr Feedback erhalten als nach einer 4-stelligen Zahl Podcast-Downloads. Die Zielgruppe ist entweder doch nicht so klein, oder sie ist klein aber ziemlich aktiv. Das kann aber auch am Themenbereich liegen und ist wahrscheinlich nicht auf eure Erfahrungen diesbezüglich übertragbar.

Falls ihr es gerne selbst mal ausprobieren wollt, kann ich gerne mal ein Posting mit den relevanten Informationen zusammenstellen wenn da Interesse besteht. Möglicherweise ist der Preis noch interessant. Der Senderbetreiber, bei dem ich diesmal gebucht habe, verlangt €15/h bei einer Leistung von 10 kW. Das reicht im Idealfall um den gesamten deutschsprachigen Raum abzudecken.

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