Podcastpreis 2019

Wir haben in unserer Funktion als kritisch-satirischer Podcast bereits am Sonntag mal nachgehakt. Die Antwort:

In der Nominierungsphase gab es, soweit wir erfahren haben, eine klare Benamung der Kategorien mit (Non-Profit)
Eine erneute Nachfrage, ob es denn eine Definition für “Kommerziell” gäbe, führte zu:

Das war mit (Non-Profit) allerdings bereits in der Nominierungsphase gegeben.

Und so ist die hörerfinanzierte und gesponderte Lage der Nation nun kommerziell, die hörerfinanzierte Wochendämmerung nicht. Gästeliste Geisterbahn ist kommerziell, während Podcasts, die von den gleichen Sponsoren beglückt werden, auch auf LiveTour gehen, nebenbei noch Bücher verkaufen, Merchshops haben und im Zweifel für ihre Agenturen, Events, Influencerkanäle oder Radioformate werben, Unterhaltung sind. Wäre alles kein Thema, wenn es eben nicht die Kategorie “Kommerziell” gäbe, die ja suggeriert, dass dort die Podcasts mit “Gewinnabsicht” (Bzw zumindest Arbeitszeitskostendeckend?) stecken.

Der Preis ist eben eine ehrenamtliche (!) Farce - wie schon im letzten Jahr, als man spontan gefällig zwei Podcasts in einer Kategorie gewinnen lies, weils die Gala besser macht und Promis ins Haus holt.

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Also ich habe mich vor ein paar Tagen dazu entschlossen, die Veranstalter darum zu bitten, meinen Podcast von der Nominierungsliste zu nehmen. Ich kenne weder die Veranstalter persönlich noch den Verein, und will mit Sicherheit auch niemandem zu nahe treten, aber dieser Preis ist in der Form, wie er durchgeführt wird, in meinen Augen einfach völlig unsinnig und bringt nur eines: Aufmerksamkeit für die Veranstalter.

Anders verstehe ich nicht, wie man eine Preisverleihung so undurchdacht angehen kann, vor allem vor dem Hintergrund, dass der Preis offenbar auch in den vergangenen Jahren schon kritisiert wurde. Auf mich wirkt das, als hätte sich da niemand ernsthaft Gedanken gemacht, wie man einen solchen Preis sinnvoll verleihen könnte, sodass die Podcastwelt auch wirklich was davon hat.

Mir ist völlig klar, dass das alles ehrenamtlich passiert - das betont der Podcastverein ja auch sehr, wenn man auf Twitter mitliest. Aber ich bin der Überzeugung, dass das mit Ehrenamt nicht nicht viel zu tun hat. Und ich würde behaupten: Wenn sich 2-3 Leute für 2-3 Stunden zusammensetzen - da käme Ruckzuck ein sinnvolleres Preisverleihungs-Konzept heraus als das jetzige. Natürlich bedeutet ein anderes Konzept (Vorauswahl der nominierten Podcasts, sodass nicht die halbe Podcastwelt nominiert ist z.B., sinnvolle und nachvollziehbare Kategoriekriterien und auch Qualitätskriterien, eine kompetente Jury, …) letztlich mehr Arbeit. Aber, ganz ehrlich: Entweder man ist bereit, diese Arbeit zu leisten und einen guten Preis auf die Beine zu stellen, oder man lässt es. So, wie der Preis jetzt läuft, das braucht kein Mensch (außer dem Verein vielleicht, aber ich will da jetzt auch nichts unterstellen.)

my 2 cent.

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Aufmerksamkeitsgenerierung scheint auf jeden Fall zu funktionieren, heute z.B. hat Die Zeit in „Was jetzt?“ aufgerufen, für sie dort abzustimmen. Und die erreichen bestimmt eine ganz andere Zielgruppe als hier vertreten.

Das komische ist das bei allen preisen, die so Nischen besetzten in den Jahren was ich so mit bekommen habe es massig Kritik gibt.

Ist das eine Kritik an der Kritik oder ein Ausdruck eines Interesses, warum das so ist?

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Ne es ist auffallend das dies in den letzten 2 oder 3 Jahren immer mehr wird.

Ich bin ein wissbegieriger Mensch, dumm kann und will ich nicht sterben :slight_smile:

So kann man es auch sehen, die Schuld auf die Kritiker schieben und alles so lassen wie es ist…

[Edit: Ich sehe gerade, dass du deinen Beitrag editiert hast, damit wird meine Erwiderung hier nicht mehr verständlich. Klar, du sprichst nicht von Schuld, aber eine “Verantwortung” kann man da schon rauslesen.]

Ich habe nichts von schuld gesagt…

Naja, so ein bisschen berechtigt finde ich das schon. Wir arbeiten uns hier daran ab und klopfen uns auf die Schulter, wie unsinnig wir das doch alle finden. Und ich finde das zwar auch, es ist aber schon ein bisschen ein Symptom für das ständige Kaputtmeckern von allem. Da ziehe ich mich übrigens selbst mit rein, ich bin da absolut schuldig dran.

Aber egal ob Podcaster-Interface, Podcastpreis oder neue Podcasting-Plattform, viele (mich eingeschlossen) gefallen sich gut in der Rolle der Besserwissenden und miesepetrigen.

Das kann man schon kritisieren.
(Nicht von hier aber auch passend: bei heise wurde berichtet, dass so ein Plastiksammelboot wohl Startschwierigkeiten hat, weil, oh wunder, ein neues Projekt nicht sofort auf 100% Effizienz läuft. Die Kommentatoren haben sich quasi überschlagen mit selbstgerechter Klugscheißerei, warum das Projekt von vornherein doch dumm und zum Scheitern verurteilt sei. Von der Art der Besserwisserkommentare da bei heise ist manchmal das sendegate nicht so weit weg. Sorry für den quasi Hitlervergleich.)

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Grundsätzliche Zustimmung, auch wenn ich eigentlich niemand bin, der gerne meckert - und es auch selten tut. Ich weiß auch nicht, warum mich das bei dem Thema jetzt so beschäftigt, vielleicht einfach tatsächlich, weil ich’s nicht verstehe.

Zum heise-Vergleich: Das trifft es nicht ganz. Der Preis wird ja nun offenbar schon zum dritten Mal verliehen, und wenn ich dem Forums-Archiv glaube, dann gab es da in den vergangenen Jahren auch schon Kritik. Das ist für mich schon etwas anderes als ein “neues Projekt, das nicht sofort auf 100% Effizienz läuft”.

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Bei dem HitlerHeise-Vergleich ging es mir auch nur um die Art des Gemeckers, nicht um den Gegenstand des Artikels. Da gibt es Echokammern der Selbstgerechtigkeit, die ich manchmal, in Ansätzen, auch hier sehe.
Aber natürlich ist es 1000 mal angenehmer als bei heise. Nicht umsonst schätze ich das hier so.

Ich sollte nur ein bisschen weniger meckern.

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Ich verstehe deinen Gedanken. Es ist aber nicht so, als wäre das ein neues Projekt, das gerade mal so auf 80% Effizienz kommt., weil man eben immer Startschwierigkeiten hat. Den Preis gibt es nun seit Jahren und jedes Jahr wird es alberner und eher zu einer Werbeveranstaltung für den Verein selbst, statt einer Feier für das Medium “Podcast”.

Besipiel gefällig: Zwei reichweitenstarke Podcastduos auf Platz 1 und 2 in der Kategorie Unterhaltung 2018 ? Ja, warum dann nicht in der Kategorie zwei Gewinner? Das sorgt für mehr Publicity und Gendergerechtigkeit, weil ein HerrenDuo und ein DamenDuo oben standen. Wären da Gemischtes Hack und S&S gestanden, es hätte wohl nur einer gewonnen. In den anderen Kategorien gab es ja auch nur einen Gewinner.

Da inzwischen die meisten großen Podcasts alle auf die in oder andere weise kommerziell sind, wären die anderen Kategorien “Sport”, “Technik”, etc. nur für Nieschenpodcasts, die das als Hobby betreiben. Das würde aber zu viele für den Verein unwichtige Preisträger bedeuten. Der DFB lobt ja auch nicht den FC Klein-Posemuckel für Fairplay!

Das Problem ist, dass da eben soviele Fehler auf einen Schlag drin stecken. Nicht zuletzt die Werbemasse an Podcastportfolio aus dem selben Haus beispielsweise der Zeit. Das wäre als hätten Holgis Hörer das komplette Wrintuniversum in allen Facetten nicht als “Wrint” in Unterhaltung gepackt, sondern die Kombüse, den Politikunterricht, zur Person, zum Thema, Wissenschaft, Wrintheit, Realitätsabgleich und die anderen 42,5 Formate gesplittet.

Jetzt kann man halt sagen der Aushilfsjedi meckert bloß. Aber tatsächlich haben wir (Die Elite) ja offen und per Mail die Fragen an den Verein gestellt, also konstruktive Fragen gestellt und konstruktive Kritik geäußert, aber eben nur Unfug (auf Twitter) und Ignoranz (per Mail) geerntet.

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Ich stimme ja voll zu. Podcastpreis so wie er ist, ist blödsinn.

es ging ja auch um die Abschweifung zum Thema: Wird hier zu viel und zu oft gemeckert? Und ich finde, ja, auch von mir.

Wir hätten auch einfach schreiben können: “Podcastpreis ne? Scheint ja Müll zu sein.” und alle hätten per Herzchen gesagt: “Ja, ist Müll” und irgendwie hätten wir dann nicht 25 posts zum Thema produziert, in denen wir ausführlich rummeckern.

Ich will ja auch gar nicht allen hier vor den Wagen strullern und mich als der mit Durchblick hinstellen. Mein Standpunkt ist nur: Ich finde Kritik an der grundlegenden Meckerattitüde, die hier ab und zu durchkommt, berechtigt.

Und das letzte was ich dazu sage, ist: Ich werde zusehen, im nächsten Jahr online weniger zu meckern, denn das hilft niemandem.

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Aber im Gegensatz zu vielen anderen Foren ist das Gemeckere hier doch deutlich selbstreflexiver und führt oft auch zu konstruktiven Erkenntnissen. Das finde ich lobenswert.

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Den guten Vorsatz kann man nur bedingt unterstützen. Wenn das “Motzen und Meckern” konstruktiv den Weg zu den Adressaten findet und nicht nur in der Blase stattfindet, ist das durchaus produktiv. Darum haben wir ja auch zuerst den Podcastverein direkt angeschrieben und erst danach dokumentiert, wie dieser reagiert.

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Der Podcastpreis ist nicht zum ersten Mal Thema hier und um die Diskussionen miteinander zu verknüpfen:
https://sendegate.de/t/podcastpreis2018/
https://sendegate.de/t/warum-der-publikumspreis-podcastpreis2018-nicht-ernstzunehmen-ist/
https://sendegate.de/t/podcastverein-verleiht-podcastpreis-2017/

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Aus der Einladungsmail zur Veranstaltung. Ohne Kontext, also Infos dazu, in welchem Verhältnis die RMS zum Preis und den Veranstaltern steht.

Und sie rühmen sich mit über 100k Votes in einem zweimonatigen Voting, in dem man alle 24 Stunden eine Stimme abgeben konnte…

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Ist denn etwas über das Verhältnis bekannt?


Hm, der Preis wird am Tag des britischen EU-Austritts verliehen. Wird vermutlich nichts mit der Tagesschau-Meldung. :cat:

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Hast du das vielleicht überlesen, bei mir stand das im Absatz drüber:

" Spannendes Extra: unser diesjähriger Sponsor, der Audio-Vermarkter RMS, wird eine Session zum Thema Monetarisierung geben."

Ich bin bei dir, etwas klarer hätte man das zum Ausdruck bringen können, aber so ganz ohne Kontext ist es ja nicht.

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Oha, korrekt. Danke!