Podcasting unter Linux – Screencast-Serie


#1

Hallo,

ich habe nun endlich eine Screencast-Serie gestartet zum Thema Podcastproduktion unter Linux. Die erste Folge ist veröffentlicht. Leider ist sie etwas lang (41:20), weil sie etwas den ganzen Aufbau des Linux Audio-Stacks mitbehandelt.

Die nächsten Folgen werden wahrscheinlich kürzer.

Es gibt eine Youtube-Playlist hier https://www.youtube.com/playlist?list=PL7wGXWeQbZ2I2R8e6sO6wR0--nU388xGT

und die erste Folge hier:


Audio / Podcasting und Linux
Muss es unbedingt ein Mac sein?
#2

Ach ja: Wenn ihr irgendwelche speziellen Themen behandelt haben wollt, einfach hier im Thread nachfragen.


#3

Hallo Johannes,

super, super, super. Vielen Dank!
Ich werde jede Sekunde genau aufsaugen.

Erste Frage: Was passiert ab 04m29s? Dein Cast ab 04:29

Da hast du für einige Sekunden “satteren” Sound. Ab 04m37s flacht der ab, wird “leise”.
Woran liegt das? An der Mikroposition? An der (Software-)Technik? Dem Raum?
Solche "Auf und Ab"s gibt es einige im gesamten Cast.

Zweite Frage:
Es gibt ein kleines leises “Piep” im Cast an Stelle 06m14s. Dein Cast ab 06:10
Ist das das Einschalten des H6? Was passiert da (audio-)technisch, dass dieser “Piep” erklingt?

Danke fürs (Er-)Klären.

Viele Grüße, Ludger


#5

Dieser “sattere” Sound kommt dadurch zustande, dass mein Mitpodcaster Tux (der Stoffpinguin mit dem Headset auf meinem Tisch) mir sehr nahe sitzt. Das heißt meine Stimme überspricht zum Mikro von Tux. Auphonic filtert diese Übersprecher ganz gut raus, aber eben nicht immer. Wenn der Filter mal nicht anschlägt hörst du meine Stimme durch beide Micros mit vom zweiten Mikro entsprechend Raumakustik dabei. Wenn ich etwas sorgfältiger gewesen wäre, hätte ich in der Spur von Tux wirklich nur die relevanten Teile dringelassen. An das Problem habe ich aber nicht gedacht.

In der zweiten Folge hatte ich nur ein Headset im Einsatz, da sollte das nicht so passieren.

Der Piep kommt in der Tat durch das Einschalten des H6 zustande.


#6

Und hier die zweite Folge. Es geht um Jingle-Einspieler und Ducking.


#7

Cool, cool, cool. Vielen Dank, Johannes!
Das kommt bei dir alles so locker.flockig rüber, aber da steckt ja schon einiges dahinter.
Das mit den Pin-Verbindungen ging mir etwas zu schnell. :wink:

Was mich interessiert: Dein generelles Linux-Audio-Setup.
Also Soft- & Hardware, Verkabelung etc.

Was ich schon herausgehört habe:
Du hast ein Ubuntu 16.10 bzw. 16.04 mit KDE Plasma.
Mit low-latency Kernel. Einfach installiert und fertig? Oder noch irgendwie konfiguriert?

Ardour 5 hast du vermutlich selbst kompiliert. Ebenfalls einfach “out-of-the-box” oder muss man was Spezielles beachten? Gibt es Sourcen paketiert für Ubuntu oder hast du die direkt vom Projekt geholt?

Die beiden Headsets (deines) und das vom Tux sind beide(?) übers H 6 angeschlossen?
Wie bzw. womit? Sind die Kabel beim H 6 dabei? Vertragen die Headsets die 48 V Phantomspannung?..

Was hast du sonst an (PC-)Equipment? (Notebook, Tower-PC, Mischpult, Vorverstärker…) Worauf ist da (z.B. bei Neuanschaffung) zu achten?

Für mich auch interessant:

  • alles rund um Routing: Bus, Spur, Sonstiges, in, out, L/R, master… Pin-Verbindungen
  • Studio-Link: bei mir mit Ardour; auf der “Gegenseite” (DAU, kein Techie); 2. Fallback-Aufnahme?
  • Effekte: Wo bekomme ich Calf, was sind deine “gängigsten” (meist genutzten) Effekte?
  • Wo lerne ich weiter? (google und Side-Chain-Compressor…) Wenn ich aber nicht weiß wonach ich suchen muss bzw. was ein “guter” Suchbegriff ist?

Danke für deine Screencasts! Super Sache!

Liebe Grüße :heart_eyes:
Ludger


#8

Wow, Ardour sieht mittlerweile richtig gut aus - sowohl in Bezug auf Funktionen, als auch GUI. Muss mal wieder probieren das auf dem Mac zum Laufen zu bekommen…


#9

[quote=“Ludger, post:7, topic:4213, full:true”]
Cool, cool, cool. Vielen Dank, Johannes!
Das kommt bei dir alles so locker.flockig rüber, aber da steckt ja schon einiges dahinter.
Das mit den Pin-Verbindungen ging mir etwas zu schnell. ;-)[/quote]
Ok, dann behandle ich das nochmal etwas detaillierter

[quote]Was mich interessiert: Dein generelles Linux-Audio-Setup.
Also Soft- & Hardware, Verkabelung etc.[/quote]
Die ganze Hardwareseite ist ja nicht lnuxspezifisch.

[quote]Was ich schon herausgehört habe:
Du hast ein Ubuntu 16.10 bzw. 16.04 mit KDE Plasma.
Mit low-latency Kernel. Einfach installiert und fertig? Oder noch irgendwie konfiguriert?[/quote]
Einfach installiert. Den User noch zur Gruppe “audio” hinzufügen, das war’s.

Nix selbst kompiliert. Von kxstudio installiert. Das geht leider aus irgendeinem Grund mit der 16.10er gerade nicht. Deswegen bis auf weiteres besser bei 16.04 bleiben. Selbst kompilierte Versionen verwende ich nur, wenn ich in Ardour irgendwas modifiziert habe, was noch nicht in die neuste Release geflossen ist.

[quote]Die beiden Headsets (deines) und das vom Tux sind beide(?) übers H 6 angeschlossen?
Wie bzw. womit? Sind die Kabel beim H 6 dabei? Vertragen die Headsets die 48 V Phantomspannung?..[/quote]
Ist zwar nicht linuxspezifisch aber ja. Normalerweise schließe ich die Headsets einfach an den H6 an. Mit den Kabeln, die an die Headsets drangewachsen sind. Bei manchen Beyerdynamics Headsets sind die nicht drangewachsen, dann muss man sie dazukaufen. Die Kopfhörerseite der Headsets schließe ich über einen Kopfhörerverstärker an den H6 an.

Für die Screencasts ist das etwas komplexer, weil ich ja gleichzeitig das Headsetsignal auf dem Heimstudio-Rechner aufnehmen will. Dazu mache ich mal eine eigene Folge.

Ob die Headsets 48V brauchen oder abkönnen, steht in der Bedienungsanleitung der Headsets. Die von Beyerdynamic brauchen in der Regel die 48V.

Im Prinzip nix. Zumindest nichts, was man fürs Podcasten unbedingt bräuchte. Ich habe in der Tat noch etwas weiteres Equipment, aber das habe ich, weil ich neben dem Podcasten noch Musik produziere. Fürs Podcasten reicht das Gespann aus H6/Headsets/Kopfhörerverstärker vollkommen aus. Aber ich kann gerne mal noch eine Episode über mein weiteres Equipment machen.

[quote]Für mich auch interessant:

  • alles rund um Routing: Bus, Spur, Sonstiges, in, out, L/R, master… Pin-Verbindungen
  • Studio-Link: bei mir mit Ardour; auf der “Gegenseite” (DAU, kein Techie); 2. Fallback-Aufnahme?[/quote]
    Das werde ich nochmal behandeln.

Alles in kxstudio enthalten. Installiere das Paket calf-plugins oder calf-plugins-git. In letzterem sind die etwas neueren Effekte mit drin. Fürs Podcasten reicht ersteres wahrscheinlich mittlerweile aus. Prinzipiell würde ich die Strategie fahren, möglichst wenig Effekte zu verwenden und möglichst viel Auphonic zu überlassen. Bei Bedarf kannst du vielleicht einen De-Esser verwenden. Da mache ich dann auch noch eine Folge zu. Was anderes ist, wenn du live sendest. Dann hast du kein Auphonic, dann musst du die ganzen Effekte selbst basteln. Da mache ich zu gegebener Zeit noch eine Episode zu.

Fürs Podcasten ist der Podcast “Der Lautsprecher” eine ganz gute Anlaufstelle. Dann gibt’s da noch einen Youtube-Kanal “the recording revolution”, den ich eine zeitlang mal geschaut habe. Der hat aber, wie die meisten Tutorialkanäle das Problem, dass er sich auf Musik fokussiert.


#10

Die dritte Folge ist erschienen. Es geht um

  • Routing
  • N-1-Schalte mit Studio Link

Viel Spaß

Hier dann noch als Zugabe ein kurzes Video über mein weiteres Audioequipment.


#11

Ich habe mal noch ein Repo auf Github gestellt, in dem ich die Templates sammele, die ich in der Screencastserie erstelle:


#12

Hallo Johannes,

super! Vielen, vielen Dank für Teil 3 deiner Serie.

Die Idee, von der n-1-Schalte auszugehen und alle weiteren Effekte / Szenarien dazu zu basteln, finde ich sehr gut.

Meine ersten Podcasting-Schritte werden sich vermutlich (leider?) noch etwas verzögern (im Frühjahr?). Deswegen werde ich deine Tipps wohl nicht zeitnah umsetzen bzw. testen.

Mal sehen. Vielleicht überkommt es mich ja doch und ich hacke hier etwas mehr rum…
Ich bin sehr gespannt, auf das, was in deiner Serie noch kommt (z. B. Ducking mit n-1, Soundboard…).

Nochmal vielen Dank bis hierhin für deine Einblicke. Mittlerweile kriege ich aus meinem Setup sogar etwas unter Ardour 5 heraus. Dank dir!

Danke!
Herzliche Grüße
Ludger