Wie bist du auf das Medium aufmerksam geworden?
Als bekennender “alter Sack” war ich stets Radiokonsument und das primär bei den (wie meine Frau es nennt) “Sabbelsendern”, also DRadioKultur und DLF sowie NDR Info. Podcasts waren für mich damals “Sachen, die sich junge Leute auf iPods laden, um sich in der Öffentlichkeit zu verstöpseln”, ich habe das lange eher mit Musik assoziiert. Nur gelegentlich habe ich mal im Web Sendungen von DLF nachgehört. Der ganze “Abonnieren”- und “RSS”-Kram waren mir fremd (und das, obwohl ich viele Jahre mein Geld mit EDV verdient habe (schäm)).
Nachdem ich im Mai 2013 in Berlin einen Unfall hatte und dort im Krankenhaus lag, zappte ich verzweifelt durch die Radiosender, um irgendwo vernünftige Wortbeiträge zu finden. Da stieß ich auf eine längere Sendung, in der Tim Pritlove in der ihm eigenen, leidenschaftlichen Art die Vorteile, Möglichkeiten und Chancen von Podcasts darlegte.
Es ist nicht übertrieben, wenn ich sage, dass das mein Leben positiv verändert hat.
Danach hatte ich noch viele Wochen in der Hängematte (Fuß hoch lagern!) Zeit, mich mit dem Thema zu beschäftigen. (Mein erstes iPad hatte ich glücklicherweise wenige Wochen zuvor angeschafft.)
Was waren die ersten Podcasts, den du abonniert hast?
Folgerichtig einer aus der Metaebene, nämlich CRE, dann noch den Rest von Tim&Co. hinterher, dann über NSFW Holgis WRINT-Welt.
Hörst du diesen Podcast heute immer noch?
CRE habe ich weitergehend leergelutscht und ich würde es noch immer hören, wenn Tim nicht auf tausend Hochzeiten tanzen, sich um dubiose Wordpress-Plugins und -Player kümmern würde, sondern das Flaggschiff des deutschsprachigen Podcasts wieder in Fahrt brächte. (gdc)
Wie hat sich dein Hörverhalten geändert?
Es haben sich wirklich neue Welten aufgetan. Ich kann mir die für mich interessanten Nischen(sic!) raussuchen und mich ausgiebig darin suhlen. Radio höre ich allenfalls 20 Minuten am Tag, wenn es darum geht, kurz herauszufinden, ob wir in der Ukraine schon Atomwaffen einsetzen oder den Planeten erfolgreich zum Sieden gebracht haben.
Hast du dir direkt einen Podcatcher auf das Handy geladen oder erstmal monatelang auf der Website gehört?
Gleich einen Podcatcher (Downcast), der übrigens schon damals, also Mitte 2013, Kapitelmarken unterstützt hat und auch sonst einigermaßen mit dem ganzen Kram zurechtkommt, der sich heute so unter Podcasts ansammelt. Das geht sicher noch besser, aber ich habe den Supportleuten ja auch erst vor ein paar Tagen die intensivere Beschäftigung mit Podlove ans Herz gelegt 
Wie viele Podcasts hast du heute abonniert?
Zu viele. Über 100. Viele Karteileichen dabei, die im Verdacht stehen, eventuell nochmal zu senden bzw. deren Feed man nochmal zum erneuten Hören anstechen möchte.
Dann manche, die ich mir erstmal anschaue (ja, Beschreibung und ggf. Kapitelmarken) und meistens lösche.
Viele, die ich gleich so weg höre.
Und manche, die ich mir (wie das beste Stück Fleisch, ersatzweise Tofu, auf dem Teller) aufbewahre, um sie zu genießen.
Fazit
Danke an alle, die das bisher möglich gemacht haben!
Mal sehen, ob ich demnächst selbst Audiokrümel in dieses Universum streue.
André