Podcast-Start: Ich habe ein Zoom H4 gekauft, was nun?


#1

Liebes Sendegate-Team,

ich überlege seit einiger Zeit mit dem Podcasten anzufangen, habe auch schon einige Ideen und möchte gerne ins Tun kommen. Daher habe ich mir nun gebraucht ein Zoom H4 organisiert, da mir ein Freund das Gerät empfohlen hat. Audacity habe ich auch schon einmal ausprobiert.

Mein Ziel: Ich möchte entweder im Interview-Setting (1:1 oder 1:2) oder remote Menschen interviewen und eine gute Tonqualität sicherstellen.

Meine Frage: Was fehlt mir nun noch?

  • Ich habe das “t.bone SC400” als Mikrofon empfohlen bekommen. Hier wäre für mich vor allem die Frage, ob SC440 und SC450 auch gute Alternativen sind (die sind gebraucht häufig verfügbar)? Gibt es andere gute Alternativen?
  • Brauche ich sonst noch etwas?

Danke für eure Hilfe und liebe Grüße
Michi


#2

H4 ist für Interviews an einem Ort super. Für Online-Interviews kann man auch StudioLink oder Zencastr nehmen. Mit dem H4 muss man tricksen, geht ab er auch (https://www.youtube.com/watch?v=TwjVvuOS_fA).

Das SC400 ist ein Kondensator-Großmembran-Mikrofon und wie alle vom diesen Typ sehr empfindlich. Für Anfänger etwas schwierig, bis guter und störungsfreier Ton aufgenommen wird. Trotz Nierencharakteristik wird beim 1:1 oder 1:2 Interview einiges an Übersprechen geben, also da auch aufpassen, wie die Aufnahmesituation gestaltet wird. Was nicht fehlen sollte ist ein Pop-Schutz (Popkiller).

Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, ist der Einstieg mit einem Headset wie Superlux HMC 660 oder einem dynamischen Mikrofon einfacher.


#3

Würde dir auch kein Großmembrankondensator empfehlen. Beim H4 musst Du aufpassen dass dir die Preamps wenn Du aufdrehst nicht zu sehr rauschen, daher sind die gängigen dynamischen Mikrofone leider auch nicht ideal.

HMC660X klingt gut, als Handmikroalternative kann ich das t.bone MB-78 Beta empfehlen. Das ist ein simples Kondensator Handmikro dass sehr leicht zu handhaben ist (Griffgeräusche kaum ausgeprägt), wenig kostet und wirklich gut klingt.

https://www.thomannmusic.com/intl/the_tbone_mb78_beta.htm


#4

Moin @michi1,

ich habe auch einen Zoom H4 und warte eigentlich nur auf eine gute Gelegenheit um ihn abzulösen. Erstmal ein paar Sachen die mich an dem Gerät stören:
Es ist langsam (vor allem bei großen SD Karten). Es braucht ca. 2 Minuten um zu booten, je nach Aufnahme-Modus kann es auch etwas länger dauern. Das wurde mir neulich beim Podcaster- Stammtisch auch noch mal so wieder gespiegelt – bin also nicht der einzige. Die eingebauten XY-Mikrofone sind toll, aber ich brauche sie in 95% der Fälle nciht und da stört es dann eher, da ich in mobilen Situationen stark darauf achte, dass sie nirgendwo anstoßen oder in irgendeiner Tasche Schaden nehmen. Die abnehmbare Lösung würde nicht nur Gewicht sparen, sondern auch robuster sein.
Man kann mur einen Kopfhörer hinaus führen. Man kann nicht wie beim H6 Kopfhörer und Mikrofone gleichzeitig an den Kombi-Eingängen betreiben.

Ansonsten ist die Zoom Hardware sehr gut. Der Vorverstärker ist sehr gut, es rauscht kaum und das Ergebnis ist klar. Die Aufnahmen sind zuverlässig.


Ich würde Dir empfehlen je nach dem wie ausgedehnt die Gespräche werden, zwei Spuren aufzunehmen. Und ich würde heute auch Headsets empfehlen (Nachdem ich lange auf Lavaliermikrofone gesetzt habe.)

Bei Interviews, bei denen man dem anderen ein Mikrofon hin hält habe ich ganz exzellente Erfahrungen mit dem AKG C1000S MKIII gemacht. Es ist vor allem eine gute Investition, falls Du irgendwann doch mal mehr machen willst oder vielleicht mit einer Funkstrecke arbeiten willst. Das Mikro könnte es dann grundsätzlich ohne Problem. Außerdem ist es sehr robust und für die Kategorie sehr günstig.
Wenn Du dich die ganze Zeit in dem “Ich halte das jemandem hin” Modus mitaufnehmen willst, was gar nciht dumm ist, dann passt da noch das AKG CK97L dran. Dazu braucht man allerdings die MPA-LV Kupplung um es auf den großen Anschluss zu bekommen.

Wenn Du eher stationär arbeiten willst , dann kann ich den Zoom TAC 2 empfehlen. Das gilt dann auch für Aufnahmen über die Ferne des Internets.
Es ist simpel und kann 2 Mikrofone anschließen ohne extra Stromkabel. Geht also auch unterwegs am Notebook – mache ich häufig. Aus dem TAC 2 bekommt man auch 2 mal Kopfhörer raus und kann die Mikrofonlautstärke, sowie die Kopfhörerlautstärke einzeln pro Person anpassen. Wenn ich das recht in Erinnerung habe, nutzt Ulf von der Lage der Nation den auch.

Ich habe mir die AKG HSC 271 als Headsets ausgekuckt, die kosten genau so viel wie die hier sehr beliebten Beyerdynamic Headsets. Wir haben sie beim Stammtisch aber mal gegeneinander probiert und festgestellt, dass die breiteren Kopfbügel beim AKG angenehmer sind, gerade bei langen Gesprächen, sie sind auch ein paar Gramm leichter (laut wiegen) und der Ton ist aber ziemlich gleich. Ich persönlich finde die größeren Ohrpolster besser, mich kratzen die von Beyerdynamic immer recht schnell.

Von Großmembranmikrofonen würde ich die Finger lassen – vor allem zu Beginn!