Danke Lothar für deine Gedanken. Die hybride Radio-(Frei-)Podcast-Welt treibt mich auch schon ein paar Jahre um.
Bei mir läuft es so: Ich recherchiere und schreibe häufiger Features, u.a. für den Deutschlandfunk oder den SWR. Das sind in der Regel halbstündige Sendungen. Für eine (sic!) Sendung führe ich schon mal 10 Stunden Interviews, mit 8 verschiedenen Gesprächspartnern. Und gieße das in 30 Minuten. D.h. jeder Gesprächspartner hat am Ende 2-3 Minuten on air. Was für eine Verschwendung. Ich habe jedes Mal das dringende Bedürfnis, mich für diesen Wahnsinn zu entschuldigen.
Seit 2-3 Jahren verwende ich jetzt das Material, um es hinterher in einen Podcast zu gießen. Oder sogar in eine Podcast-Reihe. Aus 27 Minuten „DLF Wissenschaft im Brennpunkt“ zum Mars kamen noch rund zwei Stunden Podcast in drei Folgen (Ewig lockt das Marsleben: eins, zwei, drei).
Das wäre mir ehrlich gesagt zu aufwendig. Radiointerviews führe ich anders als Podcast-Interviews. Das Gesagte muss in meine Radiosendung passen. Für den Podcast schneide ich daher meist die Radiointerviews zusammen und gehe in der Produktion zu Hause dann mit eigenen erläuternden Kommentaren dazwischen. Meine Hörer haben sich darüber noch nicht beschwert.
Kommt drauf an. Mit einem Schwenkmikro kann ich das Gegenüber mal ausbremsen: Ich ziehe das Mikro weg, wenn ich eine Zwischenfrage stellen will, um den Redefluss auf das von mir gewünschte Gleis zu lenken. Kann auch in einem Podcast-Interview gewünscht sein.
So kann man es sehen und ich tue das auch! Trotzdem braucht jede Produktion eines Podcasts in der Freizeit Unmengen Zeit. Leider schaffe ich es daher viel zu selten, brach liegendes Material zu verpodcasten.