Podcast-Koffer: Das leichte Interview-Setup für unterwegs

Ich habe für die ganz schnellen Nummern von Sennheiser sowohl das Handmic Digital als auch das MKE2 digital für iOS, je nachdem, wie schnell und/oder mobil es vor Ort eingesetzt werden soll. Ich sehe immer mal wieder Radioleute mit dem Flashmic von Sennheiser rumlaufen (DRM 85/C ?).

Hallo Podpimp,

das ist ja nicht nur eine Setup-Frage, sondern auch eine Frage der Herangehensweise. Spontane Interviews mache ich mit nem Yellowtec-Mic. Die Atmosphäre von “spontan” kann ja schon dadurch kaputt gehen, daß ich meinen Interviewpartner erst verkabeln muß. Früher, im Volo haben die uns einfach ein ZOOM H1 in die Hand gedrückt und das ging nachmittags über FM. Man kann also auch ohne hohen Aufwand akzeptable Qualität erreichen. Pegel lese ich auf dem Display, dafür brauche ich keinen Kopfhörer/Headset. Dynamikeffekte mach ich immer erst post drauf, die Presets vom Rekorder sind scheiße. Wenn ich mich intensiver unterhalten will, nehme ich meinen “Postcast-Koffer” mit, der so aussieht:

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Da sind ein ZOOM H6 + Zubehör und 4 DPA Mics drin. Alles in allem <3k€. Kann man easy mitnehmen und schmutzt nicht.

Headset-Mics findest Du viele, aber wenige, die wirklich gut sind. DPA ist gut, aber teuer. Viele teuren Mics (manche Sennheiser/AKGs) konnten mich nicht überzeugen. Dafür habe ich mit manchen cheap tricks (Samson) gute Erfahrung gemacht. Ist aber von Mikrofon zu Mikrofon unterschiedlich. Das heißt, man muß es einfach selber probieren. Über die Frage, ob dynamisch oder Kondensator und die evt. damit verbundene Frage nach der Phantomspeisung hinaus geht die Frage nach der Charakteristik. Wenn voraussichtlich nicht im Séparée, sondern draußen oder unter Leuten aufgenommen wird, kann eine Richtcharakteristik Deinen Sound retten. Aber, so blöd’s klingt, das ist ne Erfahrungssache. Da würde ich mich an Deiner Stelle nicht allein auf andere Meinungen verlassen.

Z.B. von Rode gibt’s so Aufsteckmics fürs IPhone. Zum Sound kann ich nichts sagen, weil ich’s nicht ausprobiert habe, aber in puncto Einfachheit wäre das oder halt so eine ZOOM-Handquetsche vermutlich der billigste Einstieg, mit dem man schnell Erfahrung sammeln kann.

Wenn’s Dir vorrangig um Bügelmikrofone geht, dann hör Dir doch mal die Samson SE50 an.

Grüße, ldsijkhve

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Alex, bist du inzwischen fündig geworden?

Ich werfe mal noch diese Lösung von Yellowtec ins Rennen: Das iXm Aufnahmemikro wird unterwegs auch von Radio- und TV-Reportern eingesetzt. Es wird also professionellen Ansprüchen gerecht und liefert 1A Audio, Flexibilität und einfache Bedienung.
Hier kannst du mal reinhören -> (https://www.yellowtec.de/podcast-solutions)

18-05-30-Tw-%40w1lko-%40Beats1-%40palewaves-%40HBARONGRACIE-iXm

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Ich habe bei meinem Projekt Berateraffäre.de sehr viel probiert und für das Problem jmd. ins Mikro reden zu lassen, habe ich mittlerweile ein sehr leichtes Setup gefunden:
Zoom H1m + AKG C1000S MK III
und dazwischen ist ein XLR auf 3,5 mm Kabel.

Das AKG C1000S MKIII kann mit AA Batterien betrieben werden, es ist sehr robust und macht einen astreinen Ton ohne Handgeräusche und sogar ohne Windschutz halt es erstaunlich viel ab.

Das Mikrofon kann mit dem Kabel auch ins iPhone oder Android Phone geführt werden. So hat man einen sauberen Ton, der Per mitgeliefertem Adapter Sprache hervorhebt.

Ich habe mit dem Mikrofon in schwierigen Situationen aufgenommen, auch in lauten Konferenzsituationen.

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Das yellowtec ist toll, aber gleich zwei davon treibt angesichts von 900€ pro Mikro (1200 mit beyerdynamic Kapsel) schon die Tränen in die Augen :wink:

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Das habe es du auch gedacht.
Obwohl ich die YellwTec vom Klang gar nicht so dolle finde.

Mit der BD Kapsel geht’s eigentlich und wirklich toll finde ich, dass ich den Ding inzwischen blind vertraue auch im größten Trubel verständliche Aufnahmen zu produzieren.

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Dann ist das wie mein AKG C1000 S, aber ich hätte gern ein integriertes Aufnahmegerät, wie beim YelloTec, das ist echt ein Killer Feature.

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Hallo ldsijkhve,
Welche 4 DPA Mics sind das?

Hallo Peter,

ich habe 4 DPA 4066er dabei - für 2 Gesprächspartner und mich und eines als Spare. Die gesamte DPA-40er-Reihe hat extrem gute Klangqualität. In meiner Praxis haben sich die klassischen Nackenbügelmikrofone als bester Kompromiß zwischen Aufwand, Praktikabilität und Akzeptanz erwiesen. Ich habe mir auch schon Sennheiser SL Headmics geliehen, die finde ich genauso gut. Für brauchbaren Pegel am H6 braucht man noch einen Vorverstärker. Dafür nehme ich den Shure RPM 626, der allerdings mit 75 € pro Kanal zu Buche schlägt.

Das ist alles Profiequipment. Ich bin sicher, daß man mit etwas basteln/ausprobieren/testen eine annähernd gute Audioqualität für einen Bruchteil des Geldes haben kann. Ich selbst habe beispielsweise sehr gute Erfahrung mit dem Samson SE50 gemacht.

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Hallo Alex,

bevor sich die Diskussion hier verselbständigt, vielleicht magst Du noch ein bißchen mehr zum Setting, bzw. zu den Anforderungen sagen. Was heißt “preislich eher unsensibel” genau? Was soll aufgenommen werden, in welcher Umgebung? Welche Erfahrung hat der Interviewer? Welche Rollen muß er noch einnehmen?

Normalerweise werden Effekte erst später draufgelegt. Es ist ein Irrtum, daß man sich bereits bei der Aufnahme um Dynamikeffekte kümmern muß. Das ist ein Overhead, den ich einem DAU nicht unbedingt zumuten will. Die ZOOM-Rekorder haben ein gutes Preis/Leistungs-Verhältnis. Damit liegst Du nicht daneben. Sie haben sich (in meiner Wahrnehmung) auch als Pritlove-Filter-Bubble-Standard etabliert. Es gibt aber auch Konkurrenz, die ebenso gute Aufnahmen macht, z.T. aber erheblich teurer.

Du fragtest vorrangig nach “Top-Nackenbügeler”. Damit sind Nackenbügelmikrofone in höchster (Audio-)Qualität gemeint, stimmt’s? Für den Fall, daß “die Person” tatsächlich “preisunsensibel” ist, rate ich zu hochwertiger Hardware, wie die von mir genannten Mikrofone von Sennheiser oder DPA. Gerade bei den Mikrofonen hängt ein guter Rat aber maßgeblich von den näheren Umständen der “Person”, bzw. den Aufnahmesituationen ab.

Daher noch einmal die Frage nach den näheren Umständen.

Grüße, L

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Das Yellowtec iXm hebt sich halt halt grad durch seine integrierte Pegelung von den anderen Lösungen ab. Klang ist immer Geschmackssache, aber den kann man sonst in der Software auch noch individuell anpassen, wenn einem danach sein sollte - ich finde es eigentlich nicht notwendig.

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Ich selbst mag den Klang eigentlich. Meine Kritik wäre, dass das Gerät im Studio ganz eindeutig ein eigenes Rauschen produziert. Aber das ist erstens natürlich in der post korrigierbar und in den Szenarien für die das Gerät gedacht ist (Gespräche draußen und in lauter Umgebung) grad egal.

Bei so einem “hochwertigen” und teuren Gerät, würde ich kein Rauschen erwarten und auch nicht tolerieren.

Das Gerät hat als ein Alleinstellungsmerkmal, dass es so einiges auf Autopilot prozessiert und deswegen z.B. auch bei den katastrophalsten Aufnahmebedingungen auch noch wirklich sehr gute Ergebnisse liefert. Das Rauschen ist der Trade-off, denn das Mikrofon ist eben nicht dafür gedacht in einer kontrollierten ruhigen Umgebung zu arbeiten.

Das ist wie der Hilti Bohrhammer, der es mit einem 6er Holzbohrer an Präzision mangeln lässt :wink:

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Hi Ids… verspätet vielen Dank für den Tipp, das sieht nach einem stattlichen Setup aus. Die Frage hab ich auch: Welche DPAler nimmst Du?

Ah, sorry, hab die Antwort weiter unten gefunden

Weil mehrfach erwähnt: Hier das Yellowtec iXM mit Beyerdynamic Kapsel (Kondensator) und “Autopilot” Modus, inklusive NoiseFloor-Test.
https://sendegate.de/uploads/default/original/2X/c/c2833ec0e295f38141f5e78bda4759929386e2b4.wav

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Hallo Alex,

entschuldige das Crossposting, aber ich habe hier: Aufnahme von (min) 2 Teilnehmern mobil auf ein YouTube–Video hingewiesen, welches den mobilen Rekorder “Sony PCM-D100” etwas näher vorstellt und auch bei den von dir geschilderten Anforderung deines Bekannten könnte das Video vielleicht nützliche Informationen liefern?

Viel Erfolg und vor allem wenig Frust bei der Suche (ich hab’ sowas auch hinter mir),
ciao
Oli
P.S.: Nachtrag – Axel hat mich auf den hohen Kaufpreis von über 500,- Euro hingewiesen, also das vielleicht bedenken für einen mobilen Rekorder ohne XLR-Eingänge und vermutlich ohne USB-Audio-Interface :-o :-(((

Ist der Klinkenmikrofon-Eingang dann Stereo?