Mini Tutorial: Plosives (Pop-Laute) entfernen


#1

Aus gegebenem Anlass habe ich eben mal ein kleines Tutorial aufgenommen in dem ich Plosives aus Audio entferne. Ich mache das hier mit Hindenburg, die Methode funktioniert aber analog auch mit Ultraschall und jeder anderen DAW. In Ultraschall kann man auch gezielt in der eigentlichen Spur korrigieren statt Teile auszuschneiden wie ich es mache, aber das Prinzip ist dasselbe…
Ich hoffe so etwas hilft weiter und sollten die Profis eine bessere Methode kennen, bin ich ganz Ohr :slight_smile:


#2

Moin Dirk.

Vielen Dank für Dein Videotutorial. So kannte ich das auch noch nicht. Also würde ich es begrüßen, wenn Du weitere so lehrreiche Tutorials aufnimmst und Dich dabei selbst therapierst. :slight_smile:

Beste Grüße,
Dieter


#3

ja, zusätzlich werde ich auch Sebastian leicht anwürgen wenn er nochmal ohne Popfilter aufnimmt…

//D


#4

Drüben auf Mastodon kam die Behauptung auf, dass @auphonic die automatisch entfernt. Stimmt das und wenn ja, mit welcher Einstellung?


#5

Du verwendest da einfach einen Hochpass Filter oder?
Dann ja, sowas ähnliches machen wir unter anderm auch bei Filtering (wenn auch nicht ganz so aggresiv wie in deinem Video hier) …


#6

Macht ihr das selektiv für plosives oder einfach pauschal mit einem Filter um die 80-100?


#7

Wir setzen keine pauschalen Filter, das wird adaptiv je nach Inhalt gemacht: männliche/weibliche Sprecher, Musik, Störgeräusche (Wind, Pop-Laute, etc.).
Aber wir testen nicht explizit auf “Plosives”, bzw. filtern wir nicht so hart wie du das hier machst - könnten wir aber mal als zusätzlichen Parameter einführen …


#8

Vielen Dank! Auf die Idee wäre ich ja nie gekommen. EQ ist für mich das unbekannte Wesen, deshalb lasse ich (bisher) die Finger davon.

Das muss ich beim nächsten Mal unbedingt ausprobieren.

Wie ist das eigentlich mit dem “Am Mikrofon vorbeisprechen”? Ich habe immer den Eindruck, dass dabei auch ein Teil des Klangs verlorengeht. Sicher bin ich mir nicht.


#9

Das hängt primär vom Mikrofon ab (genauer: seiner Richtcharakteristik bzw., um genauer zu sein, auch vom - bitte möglichst genauen - Polardiagramm) und natürlich auch vom Einsprechwinkel.

Ich werde den Eindruck nicht los, dass oftmals die Charakteristik “Superniere” bei manchen Podcastern favorisiert wird, was ein bequemes “vorbeisprechen” natürlich erschwert.

Ich selbst habe sehr gute Erfahrungen mit abweichenden Einsprechwinkeln gemacht, allerdings lege ich auch andere Maßstäbe an.


#10

Ich habe ein Mikrofon mit Nierencharakteristik, keine Superniere. Habe das Polardiagramm nachgesehen. Nach dem sollte es bis zu 30 Grad keinen Unterschied im Klang machen. Bei größeren Winkeln gibt es dann geringe Abweichungen.

Hm. Ich werde einfach mal mit verschiedenen Winkeln experimentieren.

Du schreibst, dass Du ander Maßstäbe anlegst? Würde mich interessieren welche.


#11

Das Polardiagramm beschreibt ja - streng genommen - auf den ersten Blick nicht den Klang, wohl aber die “Einbußen” der getesteten Frequenz in dB in Abhängigkeit vom Einsprechwinkel.
Ein ausführliches (und gut lesbares - seufz -) Polardiagramm zeigt nun, welche Frequenz(en) wie unterschiedlich auf die Veränderung des Einsprechweniels reagieren, und erst aus dem Mix lässt sich dann eine Einschätzung der Klangeinbuße ableiten.

Mein Fetisch lautet: Ich steh’ auf breite Nieren. :sunglasses:
Und damit zu Deiner Frage:

Ich nehme gerne so auf wie es das Gehör natürlicherweise auch gewohnt ist.
Dazu gibt es diesen berühmten Satz “ein Raum muss klingen” (nein, damit ist nicht Hall gemeint!) - sprich, die trockene Umgebung im Sinne einer Sprecherkabine oder eines Aufnahmeraums ist für andere Zwecke gedacht als für ein Interview zu zweit oder ein Gespräch mit einer Band.

Insofern:
:white_check_mark: Diffusion im Raum entspricht dem,was wir täglich hören.
(Randnotiz: Mikrofone nehmen Reflexionen mitunter stärker auf als wir sie tatsächlich wahrnehmen)
:white_check_mark: Nebengeräusche sind erlaubt, denn sie gehören zur Atmo.
:white_check_mark: Mikrofondisziplin ist kein Hexenwerk!
:white_check_mark: Authentizität rules.

Neulich hat ein Entwickler einer DSP-Software davon berichtet, er wolle ein Tool entwickeln, das per Telefon aufgenommene Interviews deutlich verbessert. Die ersten Tests waren ernüchternd.
Die Ablehnung der Testgruppe resultierte darin, dass der Hörer bei einem Telefoninterview auch einen Telefon-Klang erwartet und sich bestens darauf einstellen kann. Eine Verschlimmbesserung irritiert unser Gehör nur. Was soll das denn?

Nun bin ich in der Welt der Webcaster mit dem Medium vertraut geworden und nicht als Podcaster. Da mögen die Blickwinkel unterschiedlich sein.

Und auf die Schnelle habe ich euch noch eine “schmutzige” Sprechprobe produziert:

Technik & Aufnahmesituation:
Røde M3 an Steinberg UR242, aufgenommen mit Hindenburg Journalist; nur Schnitt, keine weitere Nachbearbeitung. Mikrofonabstand ca. eine Handlänge, abweichender Einsprechweinkel ca. 30°, nackte Tischplatte und TFT als Reflexionsfläche auf 180°, geschlossener Aktenschrank auf 0°.


#12

Jetzt erst gesehen, was für ein toller Tipp. besten Dank. Wenn man das feinjustieren wollte, könnte man im parametrischen Equalizer dann genau den Teil der Frequenzen rausnehmen, in dem die Plosives liegen, aber das ist dann aber auch wieder aufwändiger.


#13

Wie es das Gehör gewohnt ist - hm. Ich höre fast alles mit Kopfhörer, da klingt es immer anders als “ohne”.

Habe neulich ein Rundfunkhörspiel aus den 50er Jahren gehört und war irritiert über den Hall. Und den heftigen Dialekt, den man so kaum mehr in einem Hörspiel serviert bekommt.

Deine schnelle Aufnahme fände ich für einen Podcast völlig ok. Habe beim Podcast der Lauscherlounge nachgefragt: die machen die Aufnahmen ihrer Gespräche mit einem Zoom H4 und das klingt gut so. Wobei die vermutlich einen guten Raum haben.

Ich finde diesen Gedankenaustausch interessant; passt aber leider nicht in den Thread. Kann man das anderswo weiterführen oder verschieben?


#14

Sofern das für die Community Relevanz hat - es geht ja um subjektive Diskussionspunkte und “Recording-Rituale” -, können Admins & Mods (die haben so ein kleines Symbol neben ihrem Namen) den Thread splitten & auslagern.
Die Software “Discourse” ist hier ausgesprochen komfortabel.

Andernfalls lässt sich das, sollte es doch eher Richtung 1:1-Austausch gehen, auf einen anderen Kommunikationskanal jenseits von Sendegate verlagern.