Kaufberatung: günstige XLR-USB-Soundinterfaces mit Phantomspeisung


#61

Danke für die Klärung. Dann bräuchte der “gemeine Podcaster” also nur das 202. Scheint extrem preiswert zu sein. Oder gar nur das UMC22 - für gerade mal 44€.


Ein kleines Update zum Steinberg UR22 (Mk1):
Ich war bislang extrem zufrieden damit und habe es gerne weiterempfohlen. Gestern ist es leider aus heiterem Himmel gestorben und befindet sich ab nächster Woche bei Yamaha zur Reparatur (oder wird ersetzt). Entsprechend kann ich das UR22 nicht mehr mit komplett reinem Gewissen empfehlen.
Da man jedoch von den neueren Behringer Interfaces viel Gutes hört, braucht die Welt vielleicht sowieso kein Steinberg mehr.


#62

War mit meinem Roland Quad-Capture auch sehr zufrieden. Hat aber leider nur zwei XLR.Eingänge :frowning:


#63

Ich werfe mal das relativ unbekannte Roland Duo-Capture EX ins Rennen.

Warum?

  1. CC-Mode schaltbar, d.h. es kann auch ohne Treiberinstallation verwendet werden, ideal für mobile Android- und Apfeldevices.

  2. Die Abtastrate lässt sich mit einem physikalischen Schalter(!) am Gerät einstellen. Es schafft zwar “nur” 48kHz, aber 96k oder mehr in dieser Preisklasse ist m.E. reine Augenwischerei und im Falle Podcast auch unnötig.

  3. Es kann via USB, mit Netzteil oder mit 3 AA-Batterien/Akkus betrieben werden (Letzteres war für mich auch der primäre Kaufgrund).

  4. Die Preamps sind sehr ordentlich und rauscharm.

Ich benutze es mobil mit einem iPad Air2 oder iPhone 6S, meist in Verbindung mit 2x Rode M3 Mikrofonen und erziele damit durchaus ordentliche Ergebnisse.
Mit etwas Glück kann man es als B-Ware für ca. 80 Euro auf eBay schiessen.


#64

Schönes Ding, das Roland Duo-Capture EX. Sieht gut aus. Nur schade für alle HMC 660X-Fans, dass man die Phantomspannung nicht auf weniger als 48 V einstellen kann.


#65

Einfach umlöten :slight_smile: Das sollte kein Hindernis sein.


#66

Ok, nach zwei Jahren sind mir für das Mackie Onyx Blackjack neben der rauscharmen aber ausführlichen Verstärkung noch folgende Haken aufgefallen

  • Bei höherer Lautstärke fängt der eingebaute Kopfhörer-Amp leicht an zu zerren
  • Das HMC660-Headset rauscht an dieser Soundkarte fürchterlich. Für alle anderen bisher getesteten war das aber überdurchschnittlich sauber & rauscharm. * staun *

#67

“Günstig” könnte hier bei den über 650$ wohl etwas gewagt sein. Aber haben wir hier endlich das Interface, auf das wir gewartet haben? Recording und Nutzung als Interface gleichzeitig?

Das MixPre 3 gibt’s auch als MixPre 6.

Der relevanteste Teil aus der Anleitung:

You can mix and record to the SD card even when using the MixPre-3 as a USB
audio interface. This opens up cool opportunities for recording the computer’s
USB audio output and mixing it with other mic and line sources plugged into
the MixPre, making it ideal for podcasting and recording interviews via Skype or
any other VoIP application.

Wenn ich da nichts falsch verstanden habe, könnte das ein interessantes Gerät sein. Für Video-Menschen erst recht (HDMI und so).


Im Video klingt das ähnlich:

… and offer the unique ability to record audio to their SD cards while simultaneously streaming multiple channels of audio via USB.


#68

Ja, das scheint super zu sein. Nur Vorsicht: Während das MixPre-3 drei XLR-Eingänge hat, hat das MixPre-6 logischerweise vier. Und natürlich nur einen Kopfhörerausgang…


#69

Das MixPre-3 hat 3 XLR/Klinke-Eingänge plus einen 3.5mm Stereo-Aux, und kann diese sowie den MainMix auf jeweils eigenen Spuren aufnehmen - parallel auf SD-Karte und(!) als USB-Inputs. In letzteren können neben den 3 Inputs auch der Aux-Input und USB-Output dazugemischt werden. Fast gut - ich hätte nur gerne alle Spuren separat…

Das MixPre-6 hat 4 XLR/Klinke-Eingänge plus einen 3.5mm Stereo-Aux. Aufgenommen werden jeweils die 4 Inputs, wahlweise Aux oder USB-out sowie der MainMix (jeweils auf SD und als USB-Inputs). Das wäre dann genau das, was man als Fallback oder für DoubleEnder haben will.

Allerdings disqualifizieren sich beide durch den Preis für diesen Thread: mit 770€ bzw. jenseits der 1.000€ zählen die definitiv nicht zu “günstige XLR-USB-Soundinterfaces”


#70

Aber die MixPre sind natürlich auch als Fieldrecorder extrem interessant, weil sie tatsächlich auch analoge Limiter haben. Vor allem der MixPre 3 hat dann schon was von der eierlegenden Wollmilchsau, finde ich.


#71

Ich hab mir jetzt mal so ein MixPre 6 geholt. Falls jemand Fragen zum Gerät hat, kann ich allenfalls aushelfen - ausser wenn’s um die Nutzung in Verbindung mit einem Mac geht. Ich bin auf Windows 10 unterwegs.


#72

Weiß jemand, ob man das U-44 auch für ein kleineres Live-Recording-Setup nutzen könnte? Speziell würde mich interessieren, ob man es an die Haus-PA bzw. vorhandene Lautsprecher anschließen kann.


#73

Generell: wenn irgendetwas (z.B. die Haus-PA) einen LINE-Ausgang hat, dann kann man “jedes” USB-Interface daran anschließen.

Wenn man zwischen Verstärker und Musik-Lautsprecher abgreifen will, dann muss man allerdings mindestens eine DI-Box mit Abschwächerschalter (“Attenuator”) nutzen. Unter 20dB geht gar nichts. Haus-PAs sind gerne mal 100V-Anlagen, die noch mal einen anderen/isolierteren Abgriff benötigen. Bei beiden würde ich aber empfehlen, zu allererst nach einem Line-Ausgang zu suchen.

Ansonsten gibt es immer noch die Möglichkeit, die per Mikrofon mitzuschneiden - dann aber samt Umgebungsgeräuschen und den Verzerrungen der meist nicht gerade neutral klingen Lautsprecher.