iZotope Spire - 2 Kanal kabelloses Interface-Recorder-Dings


#1

Gerade bei youtube (von AlexiBexi, leider sehr anstrengend geschnitten, aber mit Klangbeispielen) von erfahren und dachte, vielleicht spannend, das hier zu zeigen.

iZotope Live

Die Basics:

  • Zwei XLR/Klinke Combo In, 48V Phantomspeisung
  • Zwei Kopfhörerausgänge (3,5 mm Klinke)
  • Integriertes Mikrofon
  • Integrierter Akku
  • Automatischer Soundcheck zur Aussteuerung
  • Großteil der Kontrolle findet über eine App statt, die 8-Kanalaufnahmen unterstützt (bis zu zwei gleichzeitig) und die auch das Mixing intuitiv umsetzen soll
  • 399 € (bei Thomann 335 €)

Vermarktet wird das als All-inclusive Lösung für Musiker:innen, Podcaster:innen und alle, die Ton aufzeichnen wollen. Es soll super portabel sein, schnell aufgestellt und eingerichtet und flexibel im Einsatz.

Was ich nicht rausgefunden habe, ist, ob es live monitoring kann. Außerdem soll es (laut AlexiBexi) stark brummen, wenn das mitgelieferte Netzteil verwendet wird. Und ob es sich als Interface am Rechner anmeldet oder nicht, konnte ich auch nicht rausfinden.

Ich denke, so ein Teil kann spannend für Einsteiger:innen sein, aber für 335 € gibt es schon ein Zoom H6, das bekanntermaßen sehr viel mehr kann, auch ein Mikrofon mitbringt, aber eben auch tausend andere große und kleine Vorzüge. Es hat nur eben keine ordentliche App mit der man unterwegs alles fertig mixen und veröffentlichen kann.

Aber wer weiß, vielleicht bringt Zoom ja bald selbst ein Podcast-optimiertes Stück Hardware, ähnlich dem Rode Procaster/Podcaster/StudioCasterPro (??!) und jetzt diesem Teil hier. Es scheint ja so ein bisschen Bewegung in den Markt für einsteiger:innenfreundliche Hardware zu kommen.


#2

Ich frage mich was wir meinen wenn wir von Einsteigern sprechen :slight_smile:
Einsteiger ins Podcasting?
Einsteiger ins Multikanal Recording?
Einsteiger ins professionelle Audiorecording?

Bei ersterem bin ich im “Nimm Dein Smartphone und sprich” Lager.
Zweiteres: Wie wäre es mit einem Interface a la Scarlett 2i4?
Dritteres: Ein (brummendes) Device für über 300 Steine? Ich habe Zweifel :slight_smile:

//D


#3

Läuft über WLAN - aber nur in der zugehörigen iPhone oder Android App. Und für Multitrack-Schrauben will man eigentlich deutlich mehr Nutzeroberfläche (also eine DAW) haben.


#4

Aber es sieht echt cool aus und ist vielleicht das perfekte Tech-Spielzeug um Leute zum Podcasten zu bringen, die genug Geld in der Tasche haben um sich Devices wie eine Apple Watch o. beats zu kaufen…
Vielleicht doch was für den (zahlkräftigen) Einsteiger? grübel


#5

Für mich ist der Einstiegsfaktor die Einfachheit. Keine DAW, keine rumgefummel in Software, die man lernen muss, man braucht nicht mal ein Mikrofon, weil schon eins drin ist. Anschalten, loslegen.

Ich würde dieses Gerät so wie es ist, auch niemandem empfehlen. Ich finde es aber spannend, weil es mit der App gedacht ist. Hardware und App sind eine Einheit, und meiner Meinung nach ist das ein spannender Weg.

Teenage Engineering hat gerade den OP-Z rausgebracht. Ein winziges Stück Hardware, das ein voller Sequencer und Synthesizer ist, mit dem man für sich allein genommen schon tolle Sachen machen kann. Richtig mächtig wird der aber durch die zugehörige App, die ein iPhone oder iPad zum riesigen interaktiven Display macht. Da braucht es keinen Computer mehr, um Songs zu bauen. Gerade für Einsteiger super toll, weil man sich nicht mit Software, Interfaces, Midi und so weiter rumschlagen muss und stattdessen Zeit hat, zu lernen, wie man Songs produziert.

Wenn man das Konzept überträgt aufs Podcasting: Wie toll wäre denn ein Stück Audiohardware, an das ich 2-4 Mikros anstöpsel, Monitoring kriege und auf dem iPad alle Parameter einstelle, die Aufnahme fahre und danach die Spuren editiere? Das ist alles weniger komplex als was so ein OP-Z macht, es existiert nur so noch nicht. Und Ansätze wie hier das iZotope Spire gehen in diese Richtung, auch wenn sie im Moment noch nicht da sind wo wir es sehen würden.


#6

Podcasteinsteiger:

Ich gehe von meiner Alltagssituation aus; ich interviewe Personen, häufig Ältere. Die haben keinerlei Erfahrung im Umgang mit Mikrophonen, haben sogar gelegentlich Scheu, ihre Stimme aufzeichnen zu lassen und wenn sie sich dann hören, sind sie entsetzt, dass sie so anders klingen, als sie ihre Stimme kennen.

Auch bei Jüngeren (30-50 Jahre alt) Personen, die ich zum Podcasten eingeladen und aufgefordert habe, ist dies die häufigste Reaktion. “Ich mag meine Stimme nicht, wenn sie aufgenommen wird!”

Nächster Punkt: “Ich habe doch nichts zu erzählen, was Andere interessiert. Schon garnicht regelmäßig.”

Technische Aspekte spielen bestenfalls sekundär oder tertiär einen Part.

Ich gebe zu bedenken, dass die Generation 50Plus die meisten technischen Errungenschaften in ihr Leben, den Beruf, den Alltag integriert hat. Dis haben keine Scheu vor der Technik, allenfalls scheuen sie den Aufwand.


#7

Ich sehe den Anwendungszweck für Musiker die nacheinander Mehrspuraufnahmen einspielen wollen. Aber für den (Interview-)Podcaster der alle benötigten Spuren gleichzeitig aufnimmt?
Einen Fieldrecorder der zwei Kanäle aufzeichnen kann gibt es handlicher und günstiger.


#8

Hmmm, hmmm, ich denke, für das Geld kann man besser zum bewährten Zoom H6 bzw. H5 greifen.


#9

Für Interviews könnte ich mir das Teil gut vorstellen. Man stellt es auf den Tisch und redet miteinander. Technikfremde Menschen müssten weder drauf achten richtig ins Mikro zu sprechen, noch ungewohnte Headsets aufsetzen. Allerdings leistet das ein Recorder auch. :slight_smile: Ist ja auch einer in einer sehr speziellen Form. Die Ähnlichkeit zu Alexa und co. liegt optisch schon auf der Hand.