In welchen Fällen könnte ein Podcastvermarkter sinnvoll sein (angelehnt an den Podimo-Thread)?

Podcastvermarkter (PV) sammeln Podcasts, nach Möglichkeit wollen sie diese exklusiv für ihre Plattform haben und vermarkten und bieten ihnen dafür ein wenig Geld, ggf. Hosting und und Tools zu Erstellung eines passenden Podcasts oder zur passenden Formatierung für den Vermarkter.

Was der Podcastersteller davon?

  1. Eine Vermarktungsplattform die vielleicht funktioniert, in den meisten Fällen aber im Wettbewerb untergehen wird, da sie keine besonderen Alleinstellungsmerkmale vorweisen kann.

  2. Ggf. etwas Geld als Rücklauf. Je nach Popularität ein paar Euro mehr oder weniger. Ist der PV nicht besonders popular, werden auch die Beträge sinken.

  3. Sehr ggf. technische Beratung oder Betreuung durch den PV. Aber eher ist wahscheinlich ein Streamlining entlang der Formate des PV gewünscht.

  4. Negativ betrachtet, könnte Druck auf die Ersteller aus geübt werden, wenn sie nicht in einem gewünschten Format produzieren, oder in einer bestimmten Frequenz, oder etliches mehr. Es reicht ide Androung, aus dem Allgemeinen Marketing rauszufallen oder minderberücksichtigt zu werden, ein Tarifwechsel, ways die “Vergütung” angeht und so weiter.

  5. Eine Sicherheit für das Bestehen der Plattform kann nicht gegeben werden. Das Damoklesschwert schwebt über dem Lieferanten einer PV.

Was hat der Podcasthörer davon?

  1. Eine zentrale Anlaufstelle für seine Podcastinteressen!
    Wirklich? Hat der eine PV all die Podcasts, die mcih interessieren, in die ich mal hineinhören möchte? Kaum wahrscheinlich, wenn es mehr sind als eine Handvoll.

  2. Gerechte Verteilung meines Abogeldes an die Podcasts, die ich höre.
    Angeblich. Steuern und Kosten sowie Gewinn des PV werden zunächst abzuziehen sein, dann wird nach einem für den Abonennten nicht kontrollierbaren Schlüssel das übrige Geld verteilt.

  3. Die Daten, die aus den Hörgewohnheiten der Kunden gewonnen werden können, werden wahrscheinlich auch vermarktet; zumindest werden sie erhoben (zur Abrechnung erforderlich) die Chance auf ein Datenleck besteht als immer.

Ich sehe keien Vorteile, die sich für einen Abonnenten ergeben könnten. Für den Fall, dss ein bestimter Podcast exklusiv bei einem PV ist und ich keine andere Möglichkeit habe, ihn zu hören, kann es sinnvoll sein, aber nicht im Falle von Podcasts, deren RS-Feed frei verfügbar ist.

Ein PV muss also ein Interesse daran habe, Inhalte exklusiv anbieten zu können und damit der nichtzahlenden Allgemeinheit zu entziehen und damit auch potentiellen Hörern, die die Podcastersteller gerne erreichen würden.

Im Zweifel würde dies bedeuten, dass ein bedeutender Teil meines Podcasthörbudgets für eine PV draufgeht, der mir nicht allzuviele Podcasts bieten kann.

Wenn jede Plattform 5 Euro je Monat kostet, dann bin ich mein Budget von ca. 20 Euro je Monat schnell los. Die Ersteller bekommen deutlich weniger, als bei direkter Zahlung, die PV kassieren als Zwischenhändler für ihre “Leistungen”.

Aus meiner Sicht gibt es keinen Grund, sich an einen Zwischenhändler als Kunde oder Lieferant vertraglich zu binden. Es ist kein echter Nutzen vorhanden.

Wenn einer der Vertreter der Podcast-Plattformen sich traut zu widersprechen, ich würde gerne in eine Diskussion einzusteigen, gerne auch öffentlich oder in Form eines Podcastes.

Was wir stattdessen brauchen könnten:

Zwar she ich es nicht so, dass mit dem Erstellen von Podcasts Geld verdient werden muss, denn schließlich kostet jedes Hobby Geld.

Aber es kann durchaus sein, dass bestimmte Episoden in der Produktion teurer sind, Reisekosten oder Lizenzkosten anfallen ( wirkllich unvermeidbare Lizenzen?) oder sonstiges Aufwand erzeugt, der sich nciht vermeiden ließ.

Viele Ersteller setzen den Erhalt von Geld mit Anerkennung gleich, was ich für fatal halte und eigentlich nicht unterstützen möchte.

Aber, sei es drum, wenn es so viele wollen, mache ich mir mal Gedanken darüber, wie ein solches Systrem aussehen könnte.

Klar ist, ein solches System der Verwaltung kostet Geld.

Es müssen Menschen damit beschäftigt werden, die Geldeingänge zu sichten, zu aggregieren, zu verteilen, zu dokumentieren, abzurechnen, …

Nehmen wir an, es käumen je Monat 100.000 Euro zusammen, die beiden Hauptamtlichen in Teilzeit würden kosten von 6.600 Euro verursachen.

Verbleiben 93.400 bei dieser Non-Profit-Einrichtung.

Dann gilt es zu entscheiden, welche Podcasts wieviel Geld bekommen sollen.

Soll es eine Obergrenze geben (ich bin deutlich dafür)?
Wie soll aufgeteilt werden?
Wer entscheidet darüber?
Wie erhebt man zuverlässige Zahlen (Downloads können je kein guter Maßstab sein.)?
Sie populäre Podcasts besser, als solche, die eher selten gehört werden?
Sollen kommerziell erfolgreiche Podcasts zusätzlich Geld erhalten oder nicht?

Ich kann einen Gutteil dieser Fragen nicht zu meiner Zufriedenheit beantworten und sehe auch keine gute Lösung. Vielleicht hat jemand einen guten Vorschlag zur Lösung dieser Probleme. Ich habe es nicht.

Wahrscheinlich habe ich hinsicht der PV einige Aspekte nicht erwähnt, auch wenn diese wesentlich sein könnten. Sollte das jemand so empfinden, bitte ich um Ergänzung. Danke dafür und für eure Aufmerksamkeit bis hierher.

Ich hab diese Mail an das Podimo-Team geschickt:

Hallo Podimo-Team,

ich halte nichts von eurem Modell, aber vielleicht täusche ich mich ja und habe deswegen eine Diskussion im Sendegate angeregt.

Also, traut euch, ihr seit herzlich zu einer Verteidigung eurer Idee und ihrer Vorzüge eingeladen.

Mit freundlichen Grüßen

Arvid