Nein, da hast Du @vtanger falsch verstanden (der da übrigens einen sensationell guten Beitrag geschrieben hat: Grundwissen der Akustik und Mikrofonierung, was aber in der „Heimstudio-Szene“ regelmäßig und geflissentlich ignoriert wird).

Was Du gebastelt hast - und was es auch als so genannte „Reflection Filter“ in mehr oder minder guter Qualität zu kaufen gibt -, mindert den Schall, der von dem vor Dir stehenden TFT oder auch dem blanken Tisch, einer Wand, einer Tür, einem Fenster zurück in den Raum reflektiert wird.
Auf die Aufnahmeempfindlichkeit Deines Mikrofons hat das so ziemlich gar keinen Einfluss - und die Taube auf dem Dach (die, so ganz am Rande, über den Schornstein noch viel lauter in die Wohnung kommt) sperrst Du damit auch nicht wirksam aus.

Ziel solcher Reflexionsverhinderer ist es, möglichst wenig Direktschall in den Raum zu bringen, der dann als vielfältig im Raum reflektierter Schall wieder zurück zu Deinem Mikrofon kommt, und zwar mit unterschiedlichen Laufzeiten (Verzögerungen) in die Haupteinsprechrichtung - also die Richtung, aus der Du sprichst. Und die ist nicht abgeschirmt.

Das ist im übrigen auch ein beliebter Denkfehler vieler Filter- und Boxenbastler: Sie machen die bei einem Nierenmikrofon ohnehin taube Ecke zu und wundern sich, dass immer noch Hall aufgenommen wird.
Der leider viel zu früh verstorbene Eberhard Sengpiel aka ebs brachte es mal etwas drastisch auf den Punkt:

Kann man Hall isolieren?
Nein. Aber Du kannst Reflexionen schlucken lassen bzw. so diffus werden lassen, dass es nicht mehr stört.
Btw: Bitte keine schalltoten Räume erzeugen, das ist klanglich katastrophal (zu Messzwecken ja, aber sonst nicht!). Ein professioneller Sprecher sagte mir mal:

Ein Raum muss klingen.

Zugegeben, in diesem kurzen Satz steckt so viel akustische Weisheit, das realisiert man nicht gleich auf Anhieb. Aber da ist was dran. Und: Er meinte nicht Hall damit, sondern Diffusion.

In meinem Fall habe ich das schlicht und ergreifend mit Molton hinter mir und an zwei weiteren Wänden realisiert.
- Bitte den Tisch nicht vergessen! Eine gern übersehene Reflexionsfläche! -
Ist der Raum ganz frei und offen, können spanische Wände / Paravents helfen. Bettdecke drüber / Wolldecke (Kolter), Umzugsdecke… kann schon erste Effekte bringen.

Ich hab’s mal, weil es nicht anders ging, mit Bettzeug auf einem Wäscheständer hinter mir und einem Kopfkissen auf dem Tisch vor mir gerettet. War bei meiner Freundin und musste schnell einen Textbeitrag fürs Webradio sprechen, weil ein Kollege ausgefallen war.
Ergebnis: Sendereif.

Tja, und was ist mit der Empfindlichkeit des NT1?
Nimm doch einfach die Eingangsempfindlichkeit am Interface runter und geh’ etwas näher ans Mikrofon ran. Schon ist der Raumanteil weg und die Taube muss sich mehr anstrengen.
Die richtige Entfernung findest Du selber raus, da musst Du probieren.
Fakt ist: Vieles, was Du während der Aufnahme im Kopfhörer hörst, bekommt der Hörer später nicht unbedingt mit (ein Kollege entschuldigte sich mal für die Katze im Studio - blöd nur, dass die außer ihm keiner gehört hatte).

Na ja, und wenn man sich schon ein Mikrofon mit einer Empfindlichkeit von 35 mV/Pa ins Haus holt, sollte man sich über die Ergebnisse freuen statt ärgern. Schließlich hat man ja dafür bezahlt.

1 „Gefällt mir“