Hi, Kiezbiografien

1-2 kHz ist aber noch kein Highshelf. Das sind Mitten.
Der Bereich der oberen Mitten, also zwischen (wirklich ganz ganz grob) 2 kHz, eher 3 und 5 kHz ist normalerweise einer, den man ein bisschen anheben kann, um die Präsenz zu pushen. Das ist ein Bereich, der für einen angenehmen Klang viel bewirken kann.
Mupfig, flach, nasal sind vermutlich eher so Frequenzen um die 800. Kann also sein, dass Du mit so einem Boost bei 1kHz da auch schon reinregelst, wenn das Band, mit dem Du da anhebst, zu breit ist.

Meine Standard-Vorgehensweise für Parametrischem EQ von Stimme (ich nutze Bordmittel ReaEQ):

  1. High Pass Filter - alles unter 70-80 Hz kann weg. Nimmt nur Platz, hört man kaum. Wird bei mp3 oder anderer verlustbehafterer Komprimierung eh größtenteils wegfallen

  2. Band - Grundfreqzenz der Stimme finden. Bei tiefen Erwachsenenstimmen üblicherweise zwischen 100 und 150. Bei höheren Stimmen eher 150 bis 200 Hz. Macht die „Wärme“ und die sollte man natürlich nicht wegregeln. Sondern bisschen verstärken.

  3. und oft auch 4. Band - oft stören die Vielfachen der Grundfrequenz ein bisschen, z.B. mulmt es um den Bereich 400 Hz. Oder es näselt in dem Bereich um 800 Hz. Kann man dann bisschen rausnehmen. Pro Tip, um die störendsten Frequenzen zu finden: Ein so genannter Sweep!

Heißt: Das Band relativ schmal machen (Q-Wert klein machen). Und dann ordentlich verstärken (!), so ca. 12-15 dB und dann in der grafischen Darstellung des parametrischen EQ, den Punkt nehmen und ihn mit der Maus so hin und her fahren (sweepen). So kann man die besonders störenden Frequenzen rausfinden. Weil die eben ganz besonders stören. Du wirst es hören, trust me. Und dann kannst du sie absenken.

  1. Band - Präsenzanhebung obere Mitten, 1-3 dB. Je nach Stimme und Aufnahmesituation. Da wo’s am angenehmsten klingt. Aber ohnehin sehr breites Q, sodass quasi alles nebendran auch mit angehoben wird.

  2. Band - hier kommt dann wirklich das Highshelf. So ab ca. 10 kHz nochmal ein ganz bisschen angehoben. Aber nicht zu doll.

Generelle Faustregel: Wenn man viel mehr als 3-4 dB regeln muss, kann man vielleicht besser was an der Aufnahmesituation ändern.

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