Podlove sagt, die durchschnittliche Dauer einer Episode meines Podcasts liegt bei genau einer Stunde. So war es auch von vornherein geplant. Manchmal sind wir mit dem Thema früher durch, manchmal später. Ich denke, man sollte die Länge wählen je nach Format. Abgesehen sollte man auch das Gefühl haben, dass das Thema jetzt „rund“ ist. Dann kommt die Verabschiedung.

Ich führe z. B. Interviews in den Kiezbiografien, die jeweils ein Thema tiefergehend und im freien Gespräch aufarbeiten. Natürlich könnte man das durch viele Schnitte und Auslassungen straffen, aber das war nicht mein Ziel bei dem Projekt. Ich finde es gut, wenn man als Hörer den originalen Gesprächsverlauf und auch die Gedankenpausen des Gastes mitverfolgen kann. Ich konfektioniere da auch nicht für eine möglichst große Zielgruppe. Und genau das – finde ich – macht man, wenn man sich in der Gestaltung an Durchschnittswerten durch Befragungen orientiert. Kann man so handhaben, ich mit diesem Projekt mache das allerdings nicht. Meine (wenigen) Hörer sind wohl Hardcore. Von einigen weiß ich, dass sie nebenbei am Schreibtisch arbeiten und daher gerne längere Folgen hören.

Einige meiner Episoden wurden auch nach Rückfrage mit mir in ein Internetradio hier in Berlin übernommen. Für die war das Zeitkorsett natürlich wesentlich strenger, da sie ja einem Programmplan folgen müssen. So haben sie sich nur die Folgen rausgepickt, die genau in ihre Stundenslots passten – Natürlich habe ich mich über die Übernahme gefreut, aber dafür produziere ich ja nicht und mache auch nachträglich keine geschnittenen Versionen.

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