Bastelecke: das HMC660 mit 48V betreiben - für 1€

Die schlechte Schirmung des - noch dazu asymetrisch beschalteten - HMC660X-Mikros erlaubt Brummeinstreuungen von netzbetriebenen Geräten in der Umgebung.

Genau, Fehlerquellen sind hier: Stromverteiler, andere Netzteile im selben Raum, Kühlschränke, Radios, Mikrowellen - halt alles mögliche. Nichts davon hat bisher das Headset unter 1.5V beeindruckt.

Hallo frank,

wenn über XLR asymetrisch angeschlossen, sind das also nur zwei Drähte? Oder ist das als Sourcefolger mit zusätzlichen Bauteilen geschaltet?
Mir sieht das jedenfalls sehr nach einer Elektretkapsel aus; was bedeuten würde, dass man den XLR auch gegen einen 3,5mmKlinkenstecker tauschen könnte; damit würde das Teil tauglich z.B. für Audiorecorder normale Soundkarten etc. Auch könnte man nach diesem Umbau beispielsweise einen XLR-Adapter von Klinke zu XLR verwenden, der dann auch mit 48 Volt und symetrisch arbeitet; z.B. Rode VXLR+, Steckeradapter mit Spannungswandler; TRS-Miniklinkenbuchse (3,5 mm) auf XLR3M; integrierter Spannungswandler von Phantomspeisung (12-48 V) auf Plugin-Power (3-5 V); erlaubt den Betrieb von Rode HS2, VideoMic GO und VideoMicro an professionellen XLR-Mikrofoneingängen mit Phantomspeisung; Klinkenbuchse mit Außengewinde zum Verriegeln (für Stecker mit Überwurfmutter); inkl. Gürtelclip (abnehmbar); Länge: 66 mm; Gewicht: 60 g; Thomann Artikelnr.: 416774 Gesamtbetrag: 24,90 €
An diesem Teil arbeitet so ziemlich jedes Elektretmikrofon mit 3,5mm Klinkenstecker, wie ich hier im Studio selbst ausprobiert habe.

Hat also jemand das Teil schonmal zerlegt?

Es grüßt
Stefan

Genau das ist der Fall (Elektretkapsel), haben wir hier mit einer Adapterkette gebaut und habe ich im täglichen Einsatz so:

o__o
O__O
Oha.

Das sieht SEHR interessant aus und war mir bisher komplett entgangen. Vielleicht erübrigt das in der Tat das Rumgelöte und löst zugleich die Einstreuungsprobleme. Direkt bestellt - mal sehen, wie man das verkabelt bekommt und wie es dann klingt.

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Ja, ist in https://de.wikipedia.org/wiki/Mikrofonleitung#Unsymmetrische_Mikrofonleitung erklärt.

Siehe auch https://de.wikipedia.org/wiki/Symmetrische_Signalübertragung

Beide Arten der Signalübertragung könen mit diversen Steckverbindungen realisiert werden.

Hallo Ralf,

jetzt ist natürlich “blöd” das ich die JPG’s des XLR-Steckeraufbaus nicht sehe. Ich wüßte gern, ob im XLR-Stecker zwei oder drei Drähte ankommen; denn bei einer ohnehin asymetrischen XLR-Belegung, kann man auch gleich einen Klinkenstecker an das kabel des HMC 660 anlöten; das erspart gleich unnötige Einstrahlfläche. Dazu müßte ich allerdings die derzeitige Belegung des XLR-Steckers kennen. Vielleicht könnte mir das ja hier jemand aus dem Forum erläutern; so mit Masse, Heiß und Kalt, wie man die drei Anschlußstifte des XLR-Steckers ja bezeichnet.
Im Übrigen hätte ich noch einen ganz anderen heißen Tip zu einem Podcastmikrofon, das einen vom Kopfhörer ganz unabhängig macht. Dazu bräuchte ich allerdings eine mailadresse, wo ich ein Bild dieses Mikros und das Datenblatt der verwendeten mikrofonkapsel hinsenden kann; denn, im Forum kriege ich’s nicht hin.

Es grüßt
Stefan (Ohrenseher)

Hallo Frank,

was eine asymetrische Belegung ist, weiß ich natürlich; nur könnte man ein Elektretmikrofon auch noch über einen kleinen Umweg als Dreidrahtschaltung in einem XLR-Stecker beschalten; es ist also wichtig zu wissen, ob es sich um die Auskopplung am Drain, oder am Source handelt, da ja die Auskopplung an Source zwar etwas weniger Ausgangsspannung liefert, dafür aber deutlich niederohmiger ist.
Da Du die Zweidrahtlösung bestätigt hast, braucht man nur den XLR-Stecker vom Kabel zu lösen, und einen Stereoklinkenstecker anlöten; wobei die Masse (Abschirmung) auch am Masseanschluß des Klinkensteckers befestigt wird, und die "heiße Ader) sowohl an Anschluß der Spitze, wie des ersten Ringes eventuell mittels kleiner Drahtbrücke angelötet wird.
Danach kann man das Teil mit Sicherheit an jedem Klinkensteckereingang verwenden, bzw. an den von mir bereits erwähnten Rodeadapter anschließen, der das Mikro dann sogar symetrisch aufs Mischpult bringt; egal ob 12, 24 oder 48 Volt!

Freundlich grüßt
Stefan (Ohrenseher)

Lieber @ohrenseher … Hier zwei Links zu zwei älteren Beiträgen von mir, leider sehr reich an Bildern, daher verschriftliche ich den Aufbau kurz:

Das Mikrofon ist eine normale Elektretkapsel für 3-Draht Anschluß. Gehäuse der Kapsel liegt auf Masse.

  • Gehäuse ist Schwarz, XLR Pin 1, Masse
  • Drain ist Rot, XLR Pin 2, Hot Signal.
  • Source ist Weiss, XLR Pin 3, Cold Signal.

Auf der Rückseite der Kapsel befindet sich die folgende Beschaltung.

  • Parallel zu Drain-GND liegt ein kleiner SMD Kondensator.
  • Parallel zu Source-GND liegt ein kleiner SMD Kondensator + ein 4.7 Kiloohm Widerstand.

Ich habe testweise mal die Platine eines günstigen Phantomspeiseadapters für Elektretmikrofone angeschlossen und in die (recht große Ohrmuschel) verpflanzt. Der Anschluss erfolgte als 3-Draht Mikrofon (Versorgungsspannung +5V, Signalausgang des resultierenden Source-Folgers, Masse), war aber immer noch sehr einstreu-empfindlich. (Protyp liegt bei Ralf). Wahrscheinlich ist der empfindlichste Teil der Drain-Anschluss, weil jede Einstreuung dort ja als V_GS den jFET aussteuert, bei unsymmetrischem Anschluss an z.B. einen Laptop wäre dieser Pin ja eigentlich immer auf GND.

[Bastelecke: das HMC660 mit 48V betreiben - für 1€]
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Hallo Christian,

Du schreibst u.a.:
"Parallel zu Source-GND liegt ein kleiner SMD Kondensator + ein 4.7 Kiloohm Widerstand.
Damit steht zu vermuten, dass die Kapsel als Sourcefolger geschaltet sein wird, da zwischen Source und Masse ein fester Widerstand auf der Kapsel aufgebracht ist. Der kleine Condensator ist vermutlich zum Sperren der HF aus den SmartphoneFrequenzen gedacht.
Nun müßte man nur noch wissen, auf welchen Kapselanschluß Pin1, Pin2 und Pin3 führen, um wirklich feststellen zu können, ob man trotz Masse-SourceWiderstand eine Drainschaltung realisiert hat, oder ob tatsächlich eine SourceSchaltung vorliegt, was ich vermuten würde. Eine weitere frage ist:
Führen die Anschlüsse vom XLR-Stecker direkt auf die Kapsel, oder gibts u.U. noch zusätzliche Bauteile?

Freundlich grüßt
Stefan (der als Ohrenseher ja leider die Bilder nicht auswerten kann :wink:

Hi Stefan,

ich habe im Beitrag oben noch kleine Typos entfernt (XLR33 und Cold nach Source geändert), aber an sich steht jetzt in der Aufzählung die komplette Beschaltung des Mikrofons. Es gibt keine weiteren Verbindungen oder Bauelemente. Die Kondensatoren und der kleine SMD-Widerstand sind direkt auf der Rückseite der Elektretkapsel, der FET ist in deren Inneren.

  • Gehäuse ist Schwarzes Kabel, XLR Pin 1, Masse
  • Drain ist Rotes Kabel, XLR Pin 2, Hot Signal.
  • Source ist Weisses Kabel, XLR Pin 3, Cold Signal. und 4.7 kOhm nach GND

(Drain/Source bei dem angenommenen jFET natürlich nur meine Nomenklatur, weil ununterscheidbar-)

Und damit ist die Beschaltung eine Sourceschaltung aber eben mit den 4.7kOhm zur Liearisierung am Source wo man auch das invertierte XLR-Signal abgreift. Sie funktioniert lustigerweise so primitiv erstaunlich gut an +12V Phantomspeisung. Oder mit den bekannten Widerständen die man sich zwischen Hot-GND und Cold-GND in den XLR-Stecker parallel einlötet.

Das beste ist sicherlich, den XLR einfach abzuzwicken, und immer mit einem Klinkenstecker in Source-Schaltung verdrahtet an einen XLR-Phantom-Adapter anzuschließen, oder halt direkt in einen Laptop zu stecken. Das ist aber glaube ich hier im Forum bereits weithin bekannt. :slight_smile:

Hallo christian,

ehrlich gesagt, die Schaltung verstehe ich so nicht, denn:

  • Drain ist Rotes Kabel, XLR Pin 2, Hot Signal. (dort liegen die 48 Volt gegenüber Masse an
  • Source ist Weisses Kabel, XLR Pin 3, Cold Signal. und 4.7 kOhm nach GND dort liegen aber wieder 48 Volt gegen Masse an.
    Das würde bedeuten Source und Drain liegen beide gegen masse an der Fantomspannung. Das geht nur, wenn zwischen Source und Pin3 ein Blockkondensator liegen würde; sonst entsteht zwischen Source und Drain kein Spannungsgefälle. Oder “blicke” ich da jetzt was falsch?

Gruß
Stefan

Du vergisst die Beschaltung im Vorverstärker, 6.8kOhm nach +48V. Mit dem Widerstand 4.7kOhm nach GND liegt Drain effektiv an +48V mit einer Impedanz von 6.8kOhm, und Source effektiv an +17V mit einer Impedanz von 3.04kOhm (6.8k parallel zu 4.7k). Wenn Du Gedanklich Deinen Bezugspunkt um 17V nach oben verschiebst, dann hast Du den Fet als Sourceschaltung, mit 3kOhm Source-Widerstand, an 48V-17V=31V Betriebspannung.

Aber wir hijacken hier den Thread mit einer glaube ich sehr speziellen Elektronikdiskussion, und das Fazit ist: Mit einem einfachen Umbau ist das HMC660 für viele Leute brauchbar und funktioniert klanglich gut genug um ihm seine Macken zu verzeihen, es gibt existierende Lösungen (Betrieb an Notebook, Speiseadapter) um die Probleme weiter zu vermeiden. Und wer noch mehr Aufwand treiben kann kauft sich aus ökonomischen Gründen lieber einfach ein Beyerdynamic Headset.

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Ich hab inzwischen auch 4x HMC-660X mit modifizierten Zwischen-Kabeln - Und auch ein Problem mit Einstreuung und/oder Erdung. Hab inzwischen ein wenig romprobiert, z.B. mit anderen Netzteilen, anderen Steckdosen(Entsörte Steckdoseneiste), Feritkernen usw - leider alles ohne wirklich nennenswerten Erfolg.

Ich hab mit einem alten Sony Playstation Mikro probiert und damit sind die Einstreuungen deutlich weniger als mit dem HMC. Inzwischen überlege ich ob ich testweise bei einem HMC das Kabel gegen ein anderes “hochwertigeres” austausche, habe aber bisher noch nichts passendes gefunden.

Gibt es sonst noch eine Idee?

Hier gibts ein komplettes Thema zum Umbau der Anschlussleitung:

Und hier noch ein Teil, der sich um den Einbau des Superlux PS 418-S in das Headset dreht.
Dabei handelt es sich um einen Adapter von Phantom Power auf Plugin Power, welches wohl bessere Ergebnisse liefern dürfte als die Widerstand-Lösung.

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Heute ist bei mir ein Rode VXLR+ angekommen.
Mit 25 Euro zwar etwas teurer als der PS 418-S, lässt sich aber wohl definitiv leichter im HMC 660X verstauen.

Auseinanderbauen lässt er sich auch ganz einfach:
Minijack (3,5mm Klinke) ist mit einem schwarzen Blechring mit Gewinde gesichert. Zum Drehen sind die beiden Löcher da:

Und der XLR wird durch eine Madenschraube gesichert (gut gelöst nicht im Gehäuse sondern schraubt sich dank Linksgewinde in Richtung Steckkontakte):

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Schon jemand einen Test mit dem HMC machen können?

Nochmal zu meinem Verständnis: Mit diesem oder vergleichbaren Adaptern lässt sich nicht nur die Spannung für die Kapsel weiter herunterregeln, als mit dem Spannungsteiler, sondern durch die niedrigere Spannung auch die Auswirkungen der Einstrahlung in das schlecht geschirmte Kabel (weiter) reduzieren. Korrekt?

Also ich werde gleich auf beide Pferde setzen.
Derzeit warte ich noch auf das Kabel um dann die Anpassungen am HMC660 vorzunehmen.
Das Material dürfte am Samstag komplett im Haus sein, sodass ich dann wohl spätestens nächste Woche auch Vergleichsaufnahmen machen kann.

Meine Planung sieht allerdings nicht vor den VXLR+ in das Headset zu verbauen, da ich auch noch Smartlav+ habe, also kommt als Mikroanschluss ein 3,5mm Klinke an das HMC mit Überwurfmutter, damit der Phantomspeiseadapter auch schön befestigt werden kann.

Mit “beiden Pferden” meinst du den Ersatz des Originalkabels durch ein Geschirmtes und die Verwendung des VXLR+?
Würdest du, auch wenn dem Umbau der Anschlussleitung des HMC schon ein eigener Thread gewidmet ist, dein Vorgehen kurz dokumentieren? Bin wirklich sehr gespannt, was deine Vergleichsaufnahmen ergeben.

Genau, hier der Plan:

  • Anschlussleitung für Mikrofon und Kopfhörer zur linken Ohrmuschel ersetzen
  • VXLR+ bleibt wie gesagt komplett und wird nicht innerhalb des HMC660 verlötet werden den SmartLav+
  • Eventuell noch ein Ersatz für die sehr dünne Leitung von Muschel links zu Muschel rechts. Das ist allerdings dann abhängig wie “störrig” das Kabel dann ist beim Verstellen der Kopfgröße.

Klar, das wird hier alles kommen.
Habe zwei HMC 660 hier rumliegen, sodass ich eines umbauen werde und dann vergleichen kann.
Danach dann erst das zweite.
Bis sogar am Überlegen das dünne Kopfhörerkabel zu der anderen Hörmuschel auch noch durch ein besseres zu ersetzen. Ich bin gespannt was das dann alles bringt.
Ein direkter Vergleich zum DT297 ist auch möglich.

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So, aus zwei HMC660X wurde dann nur noch eines.
Wenn man ein Kabel des Mikros zerstört, dann ist quasi Feierabend. Hier ist dann alles geklebt und die Kabel müssten innerhalb von 1-2mm um 90 Grad geführt werden.

Ich finde in meinem Setup merkt man einen kleinen Unterschied.
Das Brummen kommt nicht mehr (so deutlich).
Allerdings bleibt ein Rauschen.

vorher.flac (1,1 MB)
nachher.flac (1,7 MB)
DT297.flac (1,4 MB)

Auch wenn das DT297 hier auch nicht ohne Rauschen in der Aufnahme ist, so würde ich sagen der Umbau hat sich nur bedingt gelohnt. Es geht ordentlich Zeit drauf - ich würde es wohl nicht nochmal machen und wenn möglich und das Budget es erlaubt wieder zum DT297 greifen.