Bastelecke: das HMC660 mit 48V betreiben - für 1€

Ich habe im Juni 2016 mein erstes HMC660X umgelötet. Damals direkt am XLR-Stecker.
Da uns jetzt ein Gästeheadset abhanden gekommen ist, habe ich das RS-Gedächtnisset nochmal gekauft, diesmal mit Patchkabel und bin erneut extrem begeistert.
Mit dem Löten tue ich mich echt schwer, aber bei der Gefahr 4€ zu verbrennen, war die ganze Arbeit sehr viel entspannter.

Habe dann mal das Headset an mein Behringer UPhoria HD 404 gehängt und eine Mini-Vergleichsaufnahme gemacht. Der Inhalt könnte dümmer nicht sein, weil ich nicht damit gerechnet habe es länger als 20 Sekunden auf der Festplatte zu haben. Aber der Unterschied hat mich so geschockt, dass ich es doch hier veröffentliche.

Zuerst mit Patch-Kabel inklusive eingelöteten Widerständen, danach kurz ohne das Patch-Kabel, aber ansonsten exakt das gleiche Headset und Setup.

Minitestaufnahme 25.03.2018

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Spielt die Toleranz der Widerstände eine Rolle? Ich finde bei meinem Schweizer Bauteillieferanten keine 4.7k-Widerstände in 0.1%.

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Ja spielt eine Rolle, aber im Zweifel halt mal mit weniger guten probieren. Wichtig: Löt es dann auf keinen Fall direkt in den XLR-Stecker, sondern in ein günstiges XLR-Patch Kabel. Sollte man eh immer machen.

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Doch welche gefunden.

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Ich war begeistert von der Lösung und habe 2 HMCs besorgt. Die Klangqualität ist echt beeindruckend. Allerdings habe ich auch ein massives Rauschen, das man auch nicht wirklich gut rausgerechnet kriegt. Ich habe beide HMCs jeweils an einem Focusrite Scarlett und einem Focusrite Clarett getestet - immer rauschte es relativ gleich klingend. Ich vermute nun ohne nähere Kenntnis, dass es an der Art liegt, wie Focusrite die Phantomspeisung einbaut. Scheinbar kommt es mit den eingebauten Widerständen nicht klar. @analog_a berichtete ja ebenfalls von dem Rauschen mit dem Clarett.

In der Tat: Das Rauschen scheint die Phantomspeisung von Focusrite zu verursachen. Ich habe nun zwischen HMC und Focusrite Clarett ein Millenium Pocket Phantom geklemmt (s. Bild) und das Rauschen ist weg! Klappt auch mit 48 V und den eingelöteten Widerständen problemlos. :muscle:
IMG_8439

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Interessant - wieder was gelernt. Man sollte meinen, Phantomspeisung würde immer gleich anliegen (von der Volt-Zahl mal abgesehen)…

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USB-powered Interfaces sind gerne empfindlich auf grottige Spannungsversorgungen (ja, ich schaue Dich an, ThinkPad-Netzteil!). Interfaces mit eigener Spannungsversorgung (die USB nur als Datenleitung nutzen) sind da meist viel entspannter.

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Das Focusrite hat jedoch ein eigenes Netzteil und ist sonst qualitativ, wie ich finde, sehr schick. Wäre da nicht diese berauschende Phantomspeisung…

Ah! Du hast eines der größeren! Das 2i2 oder 2i4 ist USB-bus-powered - und hat dann noch mehr Probleme.

Hey, erstmal danke für die super Anleitung hier. Ich will mich auch grad mal dran versuchen. Habe mir dazu ein Patchkabel besorgt und es eben aufgeschraubt. Als Elektronik-Rookie stehe ich nun vor einem Problem: Die Kabel sehen anders aus, als hier beschrieben, also die Farben. D.h. ich bin nicht sicher welches die Masse ist. Ich habe zwar einen Verdacht, aber vielleicht kann mir grad jemand helfen? Ich hänge mal ein Foto an und ich vermute, dass das schwarz ummantelte, die Masse ist?

Ja, der schwarze müsste die Masse sein, wie auf diesem Schema auch ersichtlich (Ground=Masse)

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Danke @Joram es hat funktioniert! :smiley:

Hallo, ich habe hier jetzt schon einige Male den Beitrag und ALLE Antworten gelesen.
Ich bin kein Podcaster, ich möchte nur eine saubere Voice Aufnahme hinbekommen.
Mein Audio-Interface ist das Yamaha AG03 und mit einem Großmembran-Mikro klingt das sehr sehr gut.
Nun habe ich auch das Superlux HMC660X gehabt und habe sofort zwei Widerstände besorgt, um den
Umbau zu tätigen.
Leider war das Ergebniss sehr enttäuschend
Jetzt habe ich zwar auch tieffrequente Anteile im Signal, ABER auch ein ziemlich tieffrequentes Rauschen iwie…
Was kann ich denn jetzt machen??
Widerstände habe ich nach Anleitung verbaut, 4,7 kOhm 0,6W 0,1% Toleranz Metallfilm
Testaufnahme könnte ich nachliefern
Vielen Dank
LG Dirk

Hi!

Gibt es hier jemanden, der den Service anbietet, in so ein Kabel (oder ähnlich) die Widerstände einzulöten und mir davon zwei zu machen? Natürlich gegen Bezahlung…

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Den Service würde ich dann ebenfalls gerne in Anspruch nehmen :slight_smile:

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Kein Problem, schreibt mir ne Nachricht mit gewünschter Stückzahl und Kabellänge, ich bau euch zum Materialpreis welche.

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Cool! 1.000 Dank! Hab Dir ne Nachricht geschickt.

Moin miteinander!

Ich plane gerade, testweise ein HMC660 mit einem anderen Anschlusskabel auszustatten. Primär für Funkanwendungen, da geht das Originalkabel gar nicht, die Einstrahlung ist gigantisch. Deshalb habe ich das Headset mal so weit zerlegt und werde da in den nächsten Tagen zwei neue Leitungen (mit ordentlicher Schirmung) einbauen.

Dazu zwei Fragen:
Normalerweise ist ja die Schirmung nicht mit dem Gehäuse des XLR-Steckers verbunden, ist es dramatisch, das trotzdem zu tun?

Hat jemand Erfahrung damit, wenn aus dem Headset zwei getrennte Leitungen kommen (also nicht eine Leitung, die später gesplittet wird)?

Die Originalkonfiguration soll weitgehend erhalten bleiben, um das HMC dann später auch mal mit dem Interface am Rechner zu testen (z.B. ob das Brummen weg ist oder zumindest abgeschwächt wurde).

Viele Grüße

Stefan

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Dramatisch ist das nicht. Nur üblicherweise lässt man es einfach bleiben, da die dadurch verhofften Vorteile verschwindent gering sind und man sich über die Nachteile so keine Gedanken machen muss.
Bei dem HMC sollte das kein Problem sein. (übrigens ist bei dem HMC das Steckergehäuse standardmäßig mit dem Schirm gebrückt.)

Abgesehen von deinen Fragen bezweifle ich, dass das ganze etwas bringt. Was du für deine Anwendung wahrscheinlich bräuchtest wäre einfach ein vernünftiges Headset.

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